Band: Nachtblut
Titel: Apostasie
Label: Napalm Records
VÖ: 13.10.17
Genre: Dark Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Nachtblut-Apostasie-album-artworkNachtblut zelebrieren schon seit längerer Zeit düster-dreckigen Gothic Metal, gepaart mit einer gekonnten Nuance an diabolischer Symphonie. Habe mir vorab einige Diskussionen durchgelesen und mich dabei wahrhaftig am Kopf gekratzt, wie so mancher Metal Fan es anderen Fans den Sound der deutschen Truppe madig zu machen versucht. Das Vorgängerwerk dieser deutschen Düster Gothics konnte gut bei mir abschneiden. Die Abkehr ist meiner Meinung nach mit dem Titel „Apostasie“ gut ausgedrückt. Mit dem nunmehr vorliegenden Werk versucht sich der deutsche Trupp rund um Mastermind Askeroth vermehrt dem NDH Einfluss. Zumindest etliches an Soundarrangements lassen darauf schließen. Keine Angst, denn Nachtblut verstehen sich, wie ihre Gesinnungsgenossen von Krankheit in einer ausgeklügelten Abform.

Was dies nun wieder bedeuten mag? Ganz einfach ausgedrückt, die Band zockt ein gutes Potpourri an Einflüssen des NDH, verschmelzt diesen Sound im Kontrast dazu mit einer Vielzahl von dunklen Gothic Allüren, wie desgleichen mit Dark Metal Fragmenten. Das Gemisch kommt um Ecken knackiger ins Gehör wie der Vorgänger, da man es mit einer Vielzahl von kleinen Einfädelungen nicht übertreibt, sondern dem ganzen Konzept die gewisse Ausgewogenheit, sowie Bodenständigkeit verleiht.

Mag einfallslos oder etwa uneingeschränkt zu solide klingen, kommt für meinen Geschmack ausgezeichnet animierend ins Gehör. Die dunkel-treibenden Beats sind gelinde gesagt nur für eine bestimmte Klientel, diese wird im Gegensatz dazu enorm begeistert sein. Nachtblut legen gewiss keinen Härtebrocken vor und das wird vielen alten Symphonic Black Metal Puristen sauer aufstoßen, doch die Truppe zeigt durch ihren Einsatz der dunklen Soundverwebungen einen guten Ausgleich und bietet für meinen Geschmack eine gut ausgewogene Abwechslung. Dunkle Symphonien, harsche Bretterparts, sowie einiges an kleineren, melancholischen Melodieverstrebungen wurden prächtig unter einen Hut gebracht.

Wunderbare Melange, die sich der Gothic verliebte Düsterheimer antun muss, für härtere Freaks ist das wohl nichts, diese werden aber von Nachtblut nicht unbedingt anvisiert. Vielmehr das dunkel-romantische Eck, welches hier und da mit mehrheitlichem Pfiff und einem Tritt in den Allerwertesten mag.

Das Nachtblut mit dem neuesten Werk etliche Roots aus dem Dark Metal, wie desgleichen NDH aufgreifen wird ihnen bewusst sein. Sie mit Eisregen und Rammstein zu vergleichen ist ein Frevel, welchen man folgendermaßen nicht stehen lassen kann. Denn mit beiden hat man meines Erachtens nichts zu tun. Man donnert mit einer eigenen Mischung, welche zwar Roots und Soundvibes aus den genannten Soundgenres eingebaut hat. Die Mixtur klingt allerdings vielseitiger und eigenständiger und hat mit den genannten Bands rein gar nichts zu tun.

Fazit: Nachtblut donnern mächtig mit „Apostasie“ und lassen das dunkle Herz der Dark Metaller höherschlagen und die Ohren selbstredend bluten.

Tracklist:

01. Multikulturell
02. Lied für die Götter
03. Amok
04. Scheinfromm
05. Geboren um zu leben
06. Der Tod ist meine Nutte
07. Mein Antlitz aschfahl vor Gram
08. Frauenausbeiner
09. Einsam (feat. Aeva Maurelle)
10. Apostasie
11. Wat is’ denn los mit dir (feat. Tetzel) (Kollegah Cover, Bonus Track)

Besetzung:

Askeroth (voc)
Ablaz (bass)
Skoll (drums)
Greif (guit)
Amelie (keys)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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