Band: Nailgun
Titel: Desolation
Label: 7Hard
VÖ: 2014
Genre: Dark Heavy Metal
Bewertung: 3.5/5
Written by: Lex

Von der Promo unzutreffend als Thrash Metal – Band bezeichnet, bekomme ich es bei „Desolation“ stilistisch eher mit eigenständigem Metal moderner Machart zu tun, den die Band selbst als Dark Heavy Metal bezeichnet. Das ist absolut nicht daneben, denn stimmungsmäßig kommt „Desolation“ ähnlich düster und melancholisch daher, wie man das beispielsweise von einer Band wie Nevermore kennt. Daneben kann man vielleicht auch etwas Metallica heraushören. Aber diese Band hat bereits ihren ganz eigenen Stil gefunden und lässt sich nicht so leicht einem spezifischen Genre oder einer gewissen Sparte Bands zuordnen. Cool.

NAILGUN sind auch alles andere als typisch Heavy Metal bei der Auswahl ihrer Themen: Psychische Abgründe oder sogar weltpolitisch bewegende Ereignisse werden auf „Desolation“ besungen: „Rise Of Evil“ und „Tyrant´s Fall“ handeln beispielsweise von einem gewissen Gadaffi. Und „Crimean Crisis“ behandelt – na was wohl(?) – die Krimkrise. Die Mighty Elve Warriors of The Enchanted Dragon Kingdom of Magic and Wisdom müssen dagegen daheim bleiben.

Die Songs wirken gut durchdacht und mit Feeling eingespielt, aber anstatt pseudoanspruchsvoller Komplexität bei aller Liebe zum Detail geradlinig und zweckmäßig gehalten. Trotzdem ist „Desolation“ in meinen Ohren kein eingängiger Sofortzünder, sondern eher ein langsamer Grower. Die Tracks wecken genug Interesse, um das Album noch einmal anzuhören, brauchen aber schon Zeit um sich richtig festzusetzen. Etwas mehr Variation im an und für sich guten und ausdrucksstarken Gesang von Manuel Blesch (der für mich etwas vom modernen Warrel Dane hat) könnte hier in Sachen Sofortwirkung vielleicht etwas mehr rausholen.

“Desolation” ist ein gutes, eigenständiges und interessantes Heavy Metal Album, das Zeit und Aufmerksamkeit braucht. Nach zwei Durchläufen will der Funke bei mir trotz zunehmender Qualitäten noch nicht ganz überspringen. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass das bei anderen Hörern sehr wahrscheinlich ist. Meine Anspieltipps sind „Devil´s Ground“, „Tyrant´s Fall”, „Catch My Fall” und “End Of An Era”.

Tracklist:

01. The Message
02. Asylum
03. Crimean Crisis
04. Devil`s Ground
05. Rise Of Evil
06. Tyrant`s Fall
07. Calamity
08. A Fading Existence
09. Catch My Fall
10. End Of An Era

Besetzung:

Manuel Blesch (vocals)
Daniel Morsch (guitar)
Nenad Eppli (guitar)
Sven Rakowitz (bass)
Steffen Wiesel (drums )

Internet:

Nailgun Website

Nailgun @ Facebook

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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