Band: Raygun Rebels
Titel: Bring Me Home
Label: SAOL Music
VÖ: 2011
Genre: Hard Rock
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Darf man das Wort Schwanzgesteuert überhaupt in den Mund nehmen? Tja ich pfeif mal drauf ob oder nicht. Denn meiner Meinung nach waren doch so ziemlich alle LA Rockbands Ende der 80er, Beginn der 90er nur darauf aus den Mädels an die Wäsche zu gelangen oder? Mag wohl hinkommen, durch solche Testosteronschübe ist aber eine Discographie entstanden die ich persönlich nicht missen möchte. Raygun Rebels aus Bayern mögen wurden zwar nicht in dieser Ära gegründet. Allerdings versprühen die Jungs genau diesen Spirit und das steht für die Art der Musik welche sie uns auf dem Album „Bring Me Home“ servieren. Hard Rock im Los Angeles Style und das mit einer Detailverliebtheit die man heutzutage nur sehr, sehr selten erleben darf. Hut ab, denn das technische Know How haben die Jungs ordentlich drauf und die acht Perlen auf diesem Silberling glänzen funkelnd.

Eine steife Rockbrise weht sogleich bei „Here We Are“ und schon wird diese Brise fast schon zu einem stärkeren Sturm. Rotzrockige LA Rhythmen bläst man uns im Dauerfeuer um die Ohren. Rotzfrech und mit viel Pathos werkeln die Jungs äußerst authentisch sodass man sich gleich gut 20 Jahre zurück versetzt vorkommt. Das macht ihnen nicht so schnell jemand nach und diese authentische Verliebtheit steht dem Material sehr gut. Zwar sind klitzekleine modernere Ergänzungen da, diese wurden aber sehr dezent hinzugefügt sodass man den Spirit der Spieltechnik zerstört.

„Lay Down Baby“ kommt um Ecken erdiger, mit einer leichten Blues Schlagseite daher. Was vorerst dezenter angestimmt wurde, mündet schlussendlich in einer durchgreifenden Fortsetzung. Man rockt gewaltig die Bude und unterwandert dies immer wieder durch sachtere Melodielinien.

Hymnisch lässt die Mannschaft nun „Financial Distress Blues“ anlaufen, voran schreitet man aber sehr rotzfrech und mit viel Partyblut intus. Solche Spaßmucke lässt das Partyfeeling ordentlich aufleben und steckt selbstredend an.

Natürlich darf bei all der LA Rock Beeinflussung auch ein Schmusetrack nicht fehlen. Durch „Goodbye“ liefert man genau solche Balladen die man Ende der 80er zu Hauf im Radio zu hören bekommen hat. Massentauglichkeit? Ein Fünkchen Wahrheit steckt wohl dahinter, aber vor dem Ausverkauf stehen die Bayern dennoch nicht. Sicher könnten solche Stücke egal um welchen Radiosender es sich handelt rauf und runter laufen. Fad oder stupide klingen aber solche Songs aus der Feder von Raygun Rebels zu keinem Zeitpunkt.

Ein mächtiger Einstand wird gleich zu Beginn von „I Want You“ geboten. Von null auf hundert werden hier die Rockmotoren auf die Höchstleistung getrieben und dabei belässt man es auch. Abgehmucke par excellence die ansteckt und zum Abhotten einlädt. Dieser Aufforderung folgt man nur zu gern und so kann man sich einem schweißtreibenden Rockprogramm hingeben bis einem sämtliche Energien verlassen.

Mit einem druckvollen Blues Start überwindet man mit einem Schwung im Rock n‘ Roll Style bei „Let Me Go“ die erste Hürde. Weiterhin ist dieser Hürdenlauf mit mehreren up‘s und down‘s von viel Tempo geprägt. Auf ein erneutes baut man auf viel Abgehmucke und dabei serviert man uns dies mit einer sehr rotzigen Spielweise.

Weniger Rock n‘ Roll dafür mit mehr Tempo lässt man es in Folge mit „The Killer“ ordentlich Krachen und dabei wackeln die Wände ordentlich. Der vorerst angesteuerte raue Sound wird sogleich durch viele clear Ansätze abgelöst, passt aber zu einer solchen Art von Musik besser, als eine ungeschliffene Soundtechnik.

Nahtlos greift man mit dem Schlusslicht die vorhin gestartete Linie noch einmal auf. Man vermengt den Sound von beiden Vorreitern und führt diesen sehr gelungen auf eine Melange zusammen die man äußerst mächtig in Szene setzt.

Fazit: LA Rock wie man ihn liebt und schon lange nicht mehr zu hören bekommen hat. Den Jungs kann man nur zu solch einem Album gratulieren. Ein authentischer Sound, den man durch kleinere Erweiterungsraffinessen verfeinert hat. Hut ab, solche Alben bekommt man nicht aller Tage.

Tracklist:

01 Here We Are
02 Lay Down Baby
03 Financial Distress Blues
04 Goodbye
05 I Want You
06 Let Me Go
07 The Killer
08 Bring Me Home

Besetzung:

Pelle Ericson (bass)
Danny Raygun (voc)
Dom Raygun (guit)
Danny Raygun (guit)
FlickRick (drums)

Internet:

Raygun Rebels @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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