Band: Van Canto
Titel: Tribe of Force [A Cappella Metal]

Label: Napalm Records
VÖ: 2010
Genre: Power A Cappella

Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Wenn Man A Capella Metal hört müsste man als Traditionalist natürlich sofort das Weite suchen, aber halt hier handelt es sich nicht um einen geistigen Hirnpfurz von irgendeinem Egomanen. Es sind vielmehr die deutschen Herrschaften und Gesangsakrobaten von Van Canto die mit ihrem zweiten Machwerk vorstellig werden. „Tribe of Force [A Cappella Metal]“ ist nun das nunmehr dritte Album das man uns aufs Gehör drückt und Freunde des Metal die es auch mal etwas anders haben wollen seien hier besonders aufgerufen sich einen Einblick ins Album zu verschaffen. Sly (lead voc), Inga (lead voc), Stef (lower rakkatakka-voc), Ross (lower rakkatakka-voc), Ike (deep dandan-voc) und Basti (drums) haben wieder ihre Organe ausgiebig geölt und schon kann die Reise mit den deutschen Gesangsakrobaten auch schon los gehen.

Sehr hymnisch eröffnet man mit „Lost Forever“ und auch die Weiterführung hat ein gewisses Flair das eher im Power Metal angesiedelt ist. Sehr versiert führt man uns wieder durch eine weite Fantasy Landschaft und dabei wird es oftmals immer wieder deutlich flotter, bevor man wieder in die Midtempoecke zurück Ecke. Nahtlos übergeben sich die Vocalisten ihre Parts und vor allem die Frontnachtigall muss hier besonders hervor gehoben werden, denn sie säuselt nicht etwa ins Mikro nein sie weiß wie man sich sehr stark von der Masse der vielen Opern und Soprano Klone abhebt. Zum Ende hin schlägt man noch um einen Tick mehr die melodische Ecke ein bevor das Stück wieder hymnischer beendet wird.

Ein sehr kraftstrotzender Track ist nun „To Sing A Metal Song“ und dabei schlägt man durchwegs groovige und auch moderner, flotte Rockpfade ein. Vor allem das Rakkatakka von Stef geht bis tief in die Magengegend und durchwühlt selbige ausgiebig. Nicht möglich mit Stimmen so etwas zu erreichen, nun denn probiert es doch einmal mit einer voll aufgedrehten Anlagen und ihr wisst was der Rezensent meint. Sehr true metallisch, ja fast schon Manowar like streut man einen kleine Beimischung immer wieder als Break ein, kommt sehr spritzig rüber, dass muss man schon anmerken. War noch Miss Inga vorher gleichberechtig am Mitsingen hat man sie bei diesem Stück etwas aufs Abstellgleis gestellt, dadurch kann sich die Stimme von Sly wesentlich besser entfalten.

Wem z.B. Blackmore‘s Night recht gut gefallen und es dennoch etwas temporeicher mag, der wird auf der Langrille bei „One To Ten“ fündig. Van Canto schaffen es spielend eine Mischung aus Medival Metal und typischen Power Metal Trademarks auf einen Punkt zu bringen und das nur mit dem Einsatz eines Drum Kits das verwundert mich immer wieder. Dieser Song wurde auch etwas hymnischer und heroischer eingespielt. Im letzten Drittel kommen doch tatsächlich E-Gitarren zum Einsatz, das wertet das Stück um Ecken auf. Vielleicht sollte man dies in der Zukunft etwas mehr in Betracht ziehen, glaube das würde dem Ganzen noch die Krone aufsetzen. Hier hat man durchwegs wieder beiden Lead Vocalisten Platz verschafft ihr Können unter Beweis zu stellen und etliche Duette sind einfach dermaßen geil dass man schon eine Warnung vor Suchtfaktor aussprechen muss.

Wiederum grooviger ist nun das folgende „I Am Human“ ausgerichtet worden. Dennoch die Herrschaften aus den deutschen Landen spielen sich auch hier mit vielen Ingredienzien aus dem heroischen Bereich und als Zusatz gibt es vor allem durch die Fronterin einige liebliche Einsätze. Das Tempo wurde etwas in die verhaltene, aber dennoch galoppierende Ecke gedrängt und so ist dieser Song etwas mehr für den gemäßigten Tanz gedacht. Immer wieder unterbricht man dies mit einer verträumten Breitseite und alles miteinander wird sehr gut verbunden und das bescheinigt die hohe Qualität die, die Herrschaften intus haben.

Sehr treibende Klänge knallt man uns mit „My Voice“ vor den Bug. Auch wenn man sehr ratternd eröffnet kehrt man ab 30 Sekunden in eine sehr symphonische Ecke zurück. Immer wird die flottere Fahrt unterbrochen und gemäßigter musiziert und in diesen Gefilden verwöhnt uns die weibliche Sängerin mit sehr vielen, lieblichen Gesangslinien und wird auch dabei tatkräftig von ihrem männlichen Kollegen unterstützt. Doch nach diesen Parts kehrt man immer wieder auf das schnellere Geleis zurück. Gute Mischung die ordentlich aufwühlt einerseits und uns andererseits besonnen mit viel Gefühl und Seelenheil verwöhnt.

Beim Titel dachte ich es mir schon, ob es sich wohl bei „Rebellion“ um ein Grave Digger Cover handelt. So ist es denn auch eines und man muss hier sagen grenzgenial was hier vom Stapel gelassen wird. Ein Partysong der sicher in jeder Metal Kneipe gut aufgenommen wird und man kennt fast keinen Unterschied zum Original. Dass geht nicht? Doch es geht und klingt somit wie eine Edit Version der deutschen Totengräber. Dass natürlich hier Mr. Boltendahl nicht fehlen darf ist klar und dieser gibt sich auch die Ehre und hat hier die Groundvocals eingesungen. Sehr geil und Hitfaktor verdächtig. Vor allem die Tanz und Marscheinlage im letzten Drittel steigert das Verlangen auf die Tische zu springen und abzuhotten.

Sehr findig schiebt man im Pagan/Folk Soundkleid „Last Night Of The Kings“ nach. Guter, vorerst ruhiger Song. Mit viel Pathos bahnt man sich hier die Pfade und erneut kommen etliche Parallelen zu Blackmore‘s Night auf und schlussendlich verlässt man kaum die gemäßigten Pfade und somit kann man diesen Song in entspannter Lage sehr gut genießen. Als Draufgabe versüßt uns Inga immer wieder mit ihren lieblichen Solopassagen das Zuhören.

Nach dieser sehr ruhigen Nummer drückt man etwas mehr bei „Tribe Of Force“ aufs Gaspedal. Dennoch übersteigt man erst einmal stampfende Midtempo Gefilde kaum. Beherzt werden uns Klänge geboten die wie alte Heldensagen klingen und somit handelt es sich hier um ein flotteres Heldenepos der besonderen Art, bei dem man auch erneut auf einen Einsatz von E-Gitarren zurück gegriffen hat.

Noch um Ecken pathetischer und heldenhafter kredenzt man uns nun „Water.Fire.Heaven.Earth“. Die Geschwindigkeit ist dem Vorgänger sehr ähnlich und dennoch bremst man oftmals, länger und stärker ab. Das steigert das pathetische Soundgebilde natürlich um Ecken.

Wie schon beim „A Come to Storm“ Album hat es auch diesmal ein Metallica Cover aufs Album geschafft. Es ist dies „Master Of Puppets“ und da knallt man uns doch tatsächlich sämtliche Sicherungen raus. Wie schaffen sie es bloß mit nur Stimmen eine dermaßen thrashige Nummer grenzgenial klingen zu lassen und dass alles ohne E-Gitarren und Basslinien. Auch hier kann man nur sagen geiler Song, der auf Partys bzw. in Metal Kneipen in der Trackliste nicht fehlen sollte.

Sehr orchestral und symphonisch serviert man uns gleich im Anschluss „Magic Taborea“. Sehr vielschichtige und auch bombastische Nummer, die nicht unbegründet an viele Kapellen wieNightwish, Within Temptation und so weiter erinnert. Quer durch die Palette werden superbe orchestrale und bombastische Arrangements eingearbeitet und auch hier holt man E-Gitarren Linien zur Unterstützung. Alles in allem eine wahre Hymne vor dem Herrn!!!

„Hearted“ klingt sehr Melodic/Power Metal lastig und dies unterwandert man mit vielen dunklen Linien. Der Gastbeitrag von Tony Kakko ist natürlich ein weiteres Highlight. Durch die Bank wandelt man auf einem breiten Grat zwischen melodischen und schwarz angehauchten Einspielungen. Beide bringt man bestens auf einen Konsens und das unterm Strich erzeugte Feeling hat Gänsehaut Charakter.

Mit einem schmunzeln lese ich den Titel „Frodo’s Dream“ und schon werde ich bestätigt. Zum Ende hin bekommen wir einen Fantasy Track par Excellence. Dabei geht das Ganze erneut unter die Haut und Freunden von Film Musik mit sehr pathetischen, heldenhaften und epischen Klängen werden hier erneut zum Ende hin aufgefordert Side by Side sich in die Legionen der Van CantoArmy einzugliedern. Es geht auf zur Schlacht um Mittelerde und das mit stimmgewaltigen Einsätzen.

Fazit: Van Canto sind eine wirkliche Bereicherung in der sonst herkömmlichen Metal Landschaft. Die Herrschaften sprengen alle Ketten und vor allem dürfte man Power, Symphonic und Epic Metaller durchaus begeistern. Auch der oftmalige Einsatz von E-Äxten kommt dem zugute und man kann nur hoffen das dies beim nächsten Langstreich erneut berücksichtigt wird.

Tracklist:

01. Lost Forever 4:40
02. To Sing A Metal Song 3:24
03. One To Ten 4:06
04. I Am Human 3:56
05. My Voice 5:30
06. Rebellion 4:05
07. Last Night Of The Kings 3:52
08. Tribe Of Force 3:17
09. Water.Fire.Heaven.Earth 3:32
10. Master Of Puppets 8:23
11. Magic Taborea 3:22
12. Hearted 4:00
13. Frodo’s Dream 3:06

Besetzung:

Sly (lead voc)
Inga (lead voc)
Stef (lower rakkatakka-voc)
Ross (lower rakkatakka-voc)
Ike (deep dandan-voc)
Basti (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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