Dave Evans – Sinner

Band: Dave Evans
Titel:  Judgement Day
Label: STF Records
VÖ: 2010
Genre: Hardrock
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Der King of all Badasses is back heißt es in der Promo Info zu Dave Evans neuester Cd „Sinner“. Der ehemalige AC/DC Fronter ob nun lange oder nicht ist wieder ungemein tatenfreudig gewesen und am 07.03.2010 wird über STF Records der neueste Langstreich des geborenen Briten (Wales) und nunmehr in Australien lebenden erscheinen. Der lustige Zeitgenosse hält einmal mehr wieder eine Lehrstunde in Sachen erdiger Hard Rock ab und dazu kann man nur gespannt sein wie er es diesmal anpackt. Zusammen mit Mark Tinson (guit), Dave Hinds (guit), Mac (drums), Ngariki (guit & slied guit), Richard Boyle (background voc), Trevor (dare guit) und Simon Croft (guit) wurde die Langrille eingestanzt. Nun denn are you ready to rock? If fast n your seat belts please!!!

Wie eine Dampfwalze fegt man über unsere Köpfe mit „Back on the firing line“ hinweg. Treibende Rhythmik im erdigen Soundkleid und der Mastermind röhrt sich wieder fröhlich einen Ast ab. War man noch beim Vorgänger Album den AC/DC Herrschaften ähnelnd so bestreitet man mit dem ersten Track komplett eigene Pfade. Sicher macht man gemeinsam erdigen Hard Rock, doch bei dieser Nummer kommt etwas moderneres Sound Feeling auf. Kurze Choreinlagen im Hintergrund lassen etwas klaren Soundklang aufkommen, doch schon wird wieder im Dreck gesuhlt und mit viel rotzigem Flair ab gerockt das es eine Freude ist.

Sehr doomig kracht nun die Eröffnung von „Rock ‚N‘ Roll or bust“ durch die Boxen. Klingt vom Beginn her etwas an den Fleischpapst (Glen Danzig), dennoch eine Ähnlichkeit ist weiterhin nicht mehr auszumachen. Sehr stampfender erdiger Rocker mit viel Kraft im Blut. Die gute Vermischung von Fäuste reckenden, rotzigen und Mitgrölparts ist sehr gut gewählt. Dadurch erscheint der Track etwas von einer gewissen Partyrock Seite. Denke bei einigen Bieren kann man in Metal Pubs, aber auch in Konzerten für eine besonders ausgelassene Stimmung sorgen. Zumindest hat man musikalisch schon mal einen sehr guten Grundstein gelegt. Kurz werden etliche Soliattacken zum Auszucken und Kopf durchschütteln auf die Hörerschaft losgelassen und schon rockt man wieder in gewohnter Manier wie eingangs die Bude.

Ein richtiger hau drauf und abgeh Rocksong ist „Take me down again“ geworden. Sehr rotzige, flotte Rhythmik verleitet unvermindert seine Rübe zu schütteln und durch die eigenen vier Wände zu hotten. Ein weiteres Mal kommt viel Party Feeling auf und das mit einem sehr temporeichen Soundkleid die ordentlich abbrettert wie sonst was.

Weiter dreht sich das Rockkarussell mit „Only the good die young“. Die Geschwindigkeit wurde merklich gedrosselt und viel mehr gibt es hier etwas rotzig, stampfendes Kraftfutter zu dem es aber sich weiterhin sehr gut abgehen lässt. Deutlich mehr geht es hier in amerikanische Rockgefilde und das macht vor allem die Gitarrenarbeit aus, die immer klarer abgeht. Damit es nicht zu klar wird sorgt schon Mr. Badass himself und sein Tieftöner, die den Song wieder erdiger klingen lassen. Sehr gleichberechtigte Mischung aus beiden Spielweisen die man superb auf einen Konsens gebracht hat.

Ein richtiger Mitgröltrack mit viel Prowler Charakter ist nun „Sinner“ das Titelstück geworden. Um Zacken ausgewogener ist hier die Mischung ausgefallen, die ebenfalls sehr stampfend klingt. Dennoch wurde das Tempo um Ecken vermindert. Dadurch kommt viel grooviges Feeling auf zu dem man mehr abshaken kann. Kurz attackiert man uns mit klaren Melodiesoliattacken und schon wischt man den Rotz wieder in Ärmel um noch etwas mehr von dem abzulassen. Hymnischer Grooverocker der besonderen Art und das mit einer weiterhin sehr amerikanischen Spielprägung.

Deutlich klarer und treibender geht die Fahrt durch das Rockland mit „Carnal knowledge“ weiter. Kurze Rotzattacken nutzt der Bandkopf um gefühlvoll zu klingen, doch dann spuckt er drauf und röhrt wieder mit seinem besonderen Charme munter drauf los. Auch hier wirkt das Mischergebnis sehr passabel auf den Punkt gebracht, wobei man immer mehr in eine groovige Ecke drängt. Doch vollends verbleibt man hier nicht und kehrt immer wieder kurzerhand auf die klar rockende Oberfläche zurück.

Mit viel Feuer unterm Hinter knallt man uns „Turn it up“ vor den Latz. Flotter Rotzrocker der sofort aufwiegelt und man kaum ruhig dasitzen kann. Durch die Rhythmik animiert man einfach sich gehen zu lassen und zu den Klängen dieser flotten Rock n‘ Roll Granaten komplett durchzudrehen.

„Out in the cold“ beginnt sehr schräg und kommt fast schon leidend rüber. Die Weiterführung verliert zwar nicht komplett aber dennoch von diesem Charme und man steuert nun neue Ufer an. Erinnert mich etwas an die alten Sachen von Wolfsbane und wie auch die englischen Kollegen kommt hier viel dreckiges Soundfeeling auf. Kurz unterbricht man dies, aber nicht lange und schon spielt man sich deutlich herber durchs Programm.

Nach dem etwas verminderten Tempo ist es nun wieder Zeit die Pferde los zu lassen und dies macht man mit dem Nachfolger „Go down fighting“. Flotter treibender Rocksong mit vielen klaren Momenten, die von Whiskey getränktem Gesang und herben Gitarren begleitet untermalt werden. Anlage komplett aufdrehen und ausrasten!!!

„Sold my soul to Rock ‚N‘ Roll“ ist nun wieder sehr groovig geprägt worden. Viel Rotz im Blut wird hier ab gerockt und das mit einem gewissen Malocher Style dem man sich nicht entziehen kann. Man nimmt den Wahlaustralier das einfach ab, wie eben auch in früheren Tagen seinen ehemaligen Bandkollegen von AC/DC.

Mit einer Drumeröffnung die etwas funkig klingt wird nun „D.O.A.“ eingeläutet. Weiter geht es aber deutlich traditioneller und stampfender. Sehr durchzogener Rocker, der streckenweise sehr doomig erscheint. Doch die komplette Doombreitseite bekommen wir hier dennoch nicht geboten. Vielmehr ist diese Spielweise ein Einfluss von vielen, die man gekonnt mit anderen erdigen, als auch klaren Rockingredienzien vermengt. Für meinen Teil ist dies wohl die rotzigste Nummer auf dem kompletten Album.

Besser kann man den Abschluss des Albums nicht betiteln wie „The thunder down under“. Der Busch brennt und dieser wurde mit Rock Benzol angezündet. Man darf aber jetzt nicht in Verlegenheit geraten zu glauben zum Abschluss bekommen wir noch einmal einen sehr speedigen Track. Nein das Feuer lodert, aber in einer etwas gemächlicheren Geschwindigkeit. Somit steigert man sich selbst in einen sehr hymnischen Spielrausch und als besonderen Zusatz seien hier die simplen Refrainvocals zu nennen zu denen man ordentlich mitgrölen kann.

Fazit: Auch auf dem neusten Machwerk wird man Rockfans die auf eine erdig – rotzige Mischung stehen hellauf begeistern können. Mr. Badass hat es also wieder einmal geschafft und rockt sich mit seinem Team glanzvoll und mit knalligem Effekt durch 12 Granaten der Extraklasse.

Tracklist:

01. Back on the firing line
02. Rock ‚N‘ Roll or bust
03. Take me down again
04. Only the good die young
05. Sinner
06. Carnal knowledge
07. Turn it up
08. Out in the cold
09. Go down fighting
10. Sold my soul to Rock ‚N‘ Roll
11. D.O.A.
12. The thunder down under

Besetzung:

Dave Evans (voc)
Mark Tinson (guit)
Dave Hinds (guit)
Mac (drums)
Ngariki (guit & slied guit)
Richard Boyle (background voc)
Trevor (dare guit)
Simon Croft (guit)

Internet:

Dave Evans Website

Dave Evans @ MySpace

Roberthttps://www.metalunderground.at
Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.