Band: Veni Domine
Titel: Light
Label: Massacre Records
VÖ: 2014
Genre: Progressive Hard Rock/Epic Metal
Bewertung: 2,5/5
Written by: Lex

Ironie des Schicksals, dass direkt nach Probehören der Engelsmutanten zerfleischenden neuen Sinister jetzt christlich angehauchte und zugleich doomige Hardrock-Klänge in epischer Überlänge meine Ohren beschallen.
Gleich beim Blick auf die Spielzeit wird klar: Das wird jetzt extrem spannend oder extrem langweilig. Der Opener In Memoriam hebt recht schwermütig an, sprengt auch gleich die 10-Minuten-Grenze und beginnt unerwartet erste Keime der Begeisterung zu wecken… Moment mal? Ist das etwa der ehemalige Queensryche-Fronter Geoff Tate, der plötzlich wieder singen kann wie früher? Nein, verrät mir die Promo-Info. Gut, das könnte spannend werden.
Als ich weiterhöre, passiert etwas Seltsames: Ich habe ehrlich keine Ahnung, wie zum Teufel ich dieses Album bewerten soll. Da tauchen in fast jedem Track wirklich geniale Stellen auf, die ich an und für sich rauf und runter hören könnte. Und doch… Diese Überlängen, und überall diese melancholische getragene Stimmung. Die Songs verlieren sich nach einer gewissen Zeit und schwinden nur so in meine Ohren rein und wieder raus, ohne irgendwas in meinem Gehirn zurückgelassen zu haben. Dann horche ich wieder wirklich auf, denn es wird zwischenzeitlich wieder genial. Dann wiederum hypnotisiert mich das Album wieder im negativen Sinne mit seiner Schwermut und Langatmigkeit. Hier wünsche ich mir wirklich, dass irgendein Kommerz-Heini von Plattenproduzent, mit einem Vertrag wedelnd und von Marktpotential faselnd, die Kreativität der Musiker in eingängigere sowie vor allem kompakter komponierte Bahnen gelenkt hätte.
Veni Domine haben meiner Ansicht nach das Potential, eine echte Granate von einem Album zu entwerfen. Und das haben sie auch getan, leider nur haben sie es auch unrettbar mit unselig vor sich hin plätscherndem Gedudel vermengt. Was verdammt noch mal ist hier passiert?
Ich kann das Potential der Band und auch einzelner Songs nicht leugnen, aber ich muss auch sagen, dass dieses Album in einem Rutsch durchzuhören der reinste Masochismus ist. Amen ich sage euch: Gibt es wahrlich einen Gott, so hat er es verabsäumt uns hier einen potentiellen Klassiker vor den Klauen seiner eigenen Erschaffer zu erretten. Zieht euch bei YouTube die Original-Version von O Great City vom 1992er „Fall Babylon Fall“-Album rein. Und dann diese… diese… 2014er…Version. Genau das muss auch den regulären Tracks dieses Albums zugestoßen sein.
Ich beende an dieser Stelle meine Bergpredigt und reiße mir die Bewertungspunkte raus, die mich ärgern. Und die Zahl der Punkte war drei. Nein 2,5. Und Oven weinte.

Tracklist:

01. In Memoriam
02. Farewell
03. Hope
04. Where The Story Ends
05. Preludium
06. Last Silence Before Eternity
07. The Hour Of Darkness
08. Waiting
09. Oh Great City 2014

Besetzung:

Fredrik Sjöholm (Vocals)
Torbjörn Weinesjö (Guitars)
Klas Petterson (Bass)
Thomas Weinesjö (Drums)
Olov Andersson (Keyboards)

Internet:

Veni Domine Website

Veni Domine @ Facebook

Veni Domine @ MySpace

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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