Band: Virgin Island
Titel: Fantasy or Reality

Label: Selfreleased
VÖ: 2009
Genre: Gothic Rock, Melodic Rock

Bewertung: 3/5
Written by: Robert

Nach einer etwas längeren Schaffenszeit melden sich die Herrschaften von Virgin Island zurück. Mit dem Nachleger „Fantasy or Reality“ stehen Ulrike Peetz (voc), Johnson Zitzelsberger (guit), Lorenz Kunkel (guit), Alexander Hiller (bass), Markus Urlbauer (drums) und Thomas Urlauber (drums) auf der Matte und bieten für die doch kalte Herbstzeit etwas für den Plattenteller der die Kälte draußen lässt. Weiterhin greifen die Herrschaften auf das Erfolgsrezept Symphonic Rock in all seinen Facetten zurück und die Songs wurden quer durch die Bank reichlich ausgeschmückt.

Einmal mehr gibt es auch bei diesem Werk ein sehr orientalisch Angehauchtes Opening. Die Nummer nennt sich „Disappointment“ und bietet vor allem bei der Einleitung Hörgenuss allererster Güte. Mit der wuchtigen Fortsetzung hält man etwas länger das Ruder fest in der Hand bis man immer wieder in sanftere Gefilde zurück kehrt. Lediglich wird das aber von der Fronterin vollzogen, die Rhythmusfraktion gibt weiterhin recht beachtlich Stoff und vor allem die Axtarbeit ist sehr rau und erdig ausgefallen. Macht viel Laune und vor allem passt dies sehr gut zu den superben Symphonic Rock Attitüden die man uns ständig kredenzt. Vor allem etliche Parallelen zu den Oberösterreichern Edenbridge sind einmal mehr erkennbar. Wenngleich diese Truppe etwas eindeutiger in der Symphonic Rock Ecke werkt. Beim Opener lebt man sich bereits gewaltig aus und das Klangbild welches man hier geschaffen hat lässt mich einfach nur staunend mit offener Kinnlade da sitzen. Sicher wird es auch hier etliche Meckerer geben, doch auf diese Kasper sollte man nicht achten, denn die Weiterentwicklung die man durchschritten hat ist enorm. Düster wird nun „Don´t turn back“ eingeläutet und auch hier kommt ein Klangbild aus den Boxen, welches nach der sanften Einführung etwas mehr mit Druck gesegnet wurde. Auf dieser Schiene wird dann weiter gezockt, wobei man hier etwas solider musiziert und eingängigere Rhythmen aus den Boxen schallen. Dennoch sollte man sich hüten den Song als zu simpel einzustufen. Im Gegensatz zu vorher sicherlich, aber auch hier wird einiges geboten. Sanft wird es vor allem immer wieder in den Refrainpassagen. Wem z.B. ein Sopranogesang in diesem Genrestyle zu viel ist dem kann ich auch dieses Mal Ulrike ans Herz legen, die mit ihrem sanfteren – bodenständigen Gesang überzeugt und mich erneut an Jutta Weinhold erinnert, wenngleich auch an eine sanftere Version. Mit „I don´t need“ gleich ordentlich weiter gerockt und das in einem etwas flotteren Stil als beim Vorgänger. Man beweist auch hier dass man das Wechselspiel sehr gut beherrscht und bevor man zu sehr gefühlvoll ackert wird wieder ein Zahn zugelegt, um die Hörerschaft wieder hoch zu jagen. Sehr rau und ungeschliffen ist die Einführung von „Fantasy or Reality?“ ausgefallen, doch schon wird weiter gezockt und das dem Titel entsprechend. Viel gefühlvoller und verträumter als man es bis dato gemacht hat und auch die kürzeren Ausrutscher ändern daran nichts, denn diese werden immer wieder durch romantischere, als auch verträumtere Passagen abgelöst. Zwar behält man es sich vor an und ab länger auf flotteren Pfaden zu werken doch die ruhigeren Elemente behalten eindeutig – vermehrt das Oberwasser und auch ein gewisses Quantum an symphonisch – bombastischen Anleihen wurden hier mit einem satten Soundkleid darüber gebettet. Der ruhige akustische Gitarrenpart mit romantischem Gesang ist nun bei „Wherever you will go“ sehr melancholisch, als auch von nachdenklichen Gefühlen Soundtechnisch umgesetzt worden und das ruhige Stück lädt ein sich zurück zu lehnen die Klänge im fast balladesken Gewässer zu genießen und zu entspannen. Mit „Let´s get high“ geht man gleich etwas in die flottere Richtung und es wird hier weit mehr als nur Shakertechnik geboten. Temporeiche Symphonicrockklänge laden hier ein abzugehen und dazu muss man sich nicht zweimal bitten lassen. Orientalischer, symphonischer Soundpathos dröhnt nun „The end of our dreams“ aus den Speakern, welche von einem enormen Axtriff gekrönt sind. Deutlich hymnischere Wege werden hier eingeschlagen und das im stampfenden Stil. Zwar greift man auch hier auf einige ruhigere Passagen als Abwechslung zurück, dennoch sind diese eindeutig etwas dezenter eingesetzt worden und so wird auch hier viel Dampf gemacht und ordentlich gerockt. „Sweet hell“ ist nun von einer progressiven Eröffnung gekrönt, die zwar einerseits sehr melodisch rüber kommt, doch vor allem durch den später einsetzenden Gitarrenanteil sehr düster und dunkel wirkt. In dieser Richtung wird auch weiterhin gewerkt und mit der Beigabe von einigen melancholischen Anleihen hat man hier ein sehr schwermütiges Stück geschaffen das es in sich hat. Abgerundet wird der Silberling noch durch „Let´s stop the wars“ wo man noch zum letzen Angriff auf die Lauscher ansetzt. Diesmal aber mehr im hymnischen Gewässer mit flotter Rhythmik. Guter Abschluss wo sich die Truppe noch einmal gut austobt und viel Melodie und Symphonie einbaut und das sehr ausgewogen im guten – attraktiven Wechselspiel.

Fazit: Beachtlich wie die Weiterentwicklung von Virgin Island ausgefallen ist. Wer bis dato ein Fan war wird es auch mit diesem Silberling bleiben. Freunde des Symphonic Rock, welche auf Songs mit viel Melodie und Arrangements gespickt stehen sollten sich diese Truppe zu Gemüte führen.

Tracklist:

01 Disappointment
02 Don´t turn back
03 I don´t need
04 Fantasy or Reality?
05 Wherever you will go
06 Let´s get high
07 The end of our dreams
08 Sweet hell
09 Let´s stop the wars

Besetzung:

Ulrike Peetz (voc)
Johnson Zitzelsberger (guit)
Lorenz Kunkel (guit)
Alexander Hiller (bass)
Markus Urlbauer (drums)
Thomas Urlbauer (keys)

Internet:

Virgin Island Website

Virgin Island @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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