Deathstorm Interview (mit Marco Stebich) 2018

Written by Lex J.Oven. Posted in Interviews

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Published on Juni 06, 2018 with No Comments

Mit “Reaping What Is Left” haben Deathstorm eines dieser selten gewordenen, Bier trinkenden, alles niederrotzenden Thrash Metal Alben geschaffen. Kein Wunder: Sie pfeifen völlig auf nerdige Social Media-Posts, Pressemeinungen, ja sogar auf Einhörner und He-Man. Trotzdem war Marco Stebich, seines Zeichens Stimmbandrotzer der Band, bereit Lebenszeit für diese Fragen zu opfern. Macht euch bereit zu sterben und Merchandise zu kaufen…

Zum Einstieg erst noch einmal herzliche Glückwünsche zu eurem geilen neuen Album „Reaping What Is Left“. Es kommt recht selten vor, dass mir neuere Thrash-Alben wirklich zusagen, und das ist eines davon.

Hey und vielen Dank! Wir sind selber auch sehr zufrieden damit und du hast schon recht, viel Gutes gibt es momentan nicht wirklich.

Nicht jeder kennt euch bereits, vielleicht wollt ihr ganz kurz über euren blutigen Aufstieg berichten?

Kennt uns überhaupt jemand außer dir und den drei/vier anderen? Also begonnen hat’s offiziell 2010 mit der STORMING WITH MENACE EP über I HATE RECORDS, die unser zweites DAMAGE (Pre-Deathstorm) Demo LESS SILENCE, MORE VIOLENCE ziemlich gut fanden und deshalb mit uns arbeiten wollten. Seit dem haben wir mit heute drei Full-Length Alben gemacht plus eine weitere EP bei DYING VICTIMS PRODCUTIONS. Innerhalb von Europa sind wir auch ein wenig rumgekommen – man darf also nicht klagen. Von nun an geht’s weiter Richtung Zukunft.

Ihr schwingt durchaus die brachialere Thrash-Keule, trotzdem bringen beispielsweise „Agent Of Dismay“, „Ossuary Darkness“ oder „Unholy Lamentations“ einen deutlichen Wiedererkennungswert. Was macht euren Thrash so gut, beziehungsweise wie gelingt die Balance zwischen rohem Geknüppel und gescheitem Songwriting?

Also Geheimformel oder in der Art gibt’s bei uns nicht. Wenn’s gefällt dann passt das so und wir machen was daraus, wenn aber von Grund auf kein Feeling bei uns selber dabei aufkommt dann ist’s die Mühe nicht wert. Wir mögen wenn’s richtig zur Sache geht und können mit gewissen Dingen die man in manch anderen Bands so findet nicht wirklich was anfangen. Aggressiv sollte es am Ende immer sein, ob jetzt mit Lichtgeschwindigkeit oder eher moderat ist dabei egal. Unterm Strich müssen wir am Ende mit einem Grinsen im Proberaum sitzen, dann ist das Ziel erreicht – da können noch so viele Pseudo-Musikjournalisten meinen man macht nichts Neues.

Das erste Mal habe ich euch beim Alpine Steel in Innsbruck bewusst wahrgenommen. Wie habt ihr dieses kleine Innsbrucker-Festival, das es ja leider vorerst nicht mehr gibt, in Erinnerung?

Super war das. Neben Linz ist Innsbruck wohl die einzige wirkliche Metal-Stadt in Österreich. Es gibt viele aktive und involvierte Leute dort was super ist und leider nicht allgegenwärtig. Ich hoffe wir kommen früher als später wieder zurück, vielleicht braut sich ja sogar schon ein Sturm zusammen.

Wenn wir überhaupt über die österreichische Metal-Landschaft sprechen: Welche Bands aus Österreich sollte man unbedingt kennen?

Ich erwähne ja in Interviews immer wieder gerne KRINGA; TRIUMPHANT und EWIG FROST weil das für mich einfach Bands sind die einfach wissen was Sache ist. Es gibt zig Bands im Lande aber leider, und woran das liegt weiß ich nicht, kommt es einem vor, dass da zig Dinge wichtiger sind als die Musik selber. Da werden Youtube-videos in allen Farben und Formen gepostet, zig sinnlose Fotos und Bemerkungen auf Facebook geteilt – neulich bin ich sogar über einen „Krypto-Mining“ Aufruf gestolpert. Alles gut und schön wenn man auf sowas steht aber wir beschränken uns aufs Nummern-schreiben und Konzerte-spielen, genau wie auch die oben genannten Bands.
Unbedingt gehört werden müssen auch HAGZISSA und EISENHAND – großes Kino!

Jetzt noch einmal zurück zur Musik: Die Vocals sind – finde ich – ein Alleinstellungsmerkmal: Irgendwie evil wie bei alten Slayer, irgendwie rotzig-kotzig wie bei alten Kreator, dazu aber mit diesem leicht psychotisch-hysterischem Touch, als wäre euer Worterotzer ständig kurz vorm Durchdrehen. Einfach geil! Wie hält das der gute Mann ohne Hustenanfälle durch?

Der gute Mann sagt danke! Ich steh klarerweise total auf solchen Gesang und war von Tag 1 an von den Vocals auf „Torment In Fire“, „Darkness Descends“ und vor allem der „Under The Guillotine“ Version in Berlin 1990 total geplättet. Ich hab’s dann irgendwie selber so ähnlich versucht und was dabei rauskam kann man z.B. auf der REAPING WHAT IS LEFT gut hören. Wie’s ohne Husten geht weiß ich gar nicht so wirklich, funktionieren tut’s aber trotzdem.

Zeit für die sinnlosen und/oder total beschissenen Fragen – feel free to ignore:

Warum verursacht Vegetarismus/Veganismus schlechten Thrash Metal?

Is mir neu.

Warum muss man als Metaller mehr Bier trinken können als ein Jazz-Fan?

Damit das XXL Sabaton Shirt vom EMP auch schön anliegt.

Wieviel Geld müsste ich euch für ein symphonisches Powermetal-Konzept-Album über Einhörner aus dem Weltraum unter dem Banner „Deathstorm“ zahlen?

Nächste Frage.

Warum ist He-Man irgendwie Metal?
Der ist doch viel zu korrekt.

Euer 8jähriges Kind will die Volksschule schmeißen, um Death Metal zu zocken – wie unterstützt ihr es?

Wäre abgetrieben worden.

Bestes österreichisches Bier?
Such dir eines aus.

Ok, jetzt aber noch einmal was Gescheites: Wo kann man euch dieses Jahr in bühnenähnlicher Umgebung sehen?

Zumindest mal am 7./8. September beim STEEL CITY SORCERY Festival in Linz.

Die letzten Worte gehören euch. Meinerseits danke für das Interview und ein mächtig gelungenes Thrash-Album.

Danke fürs Interesse! Merch und Musik gibt’s via deathstorm.bandcamp.com
PREPARE FOR THE SLAUGHTER!

About Lex J.Oven

Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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