GRENOUER sind ANDREY „Ind“ (voc), ALEXANDER „Motor“ (guit), DANNY (drums), DAEMON (bass) und kommen aus St.Petersburg, rocken bereits seit knapp 20 Jahren, haben viele Probleme bewältigt die sich u.a. in dem Business so ergeben (Line-Up Wechsel, Betrügereien, musikalische Weiterentwicklung, uvm…) und stellen nun Ihr aktuelles Album „Blood On The Face“ vor, welches nicht nur den Reviewer zum Staunen und schwärmen brachte…! Aber lassen wir die Jungs doch einfach mal durch Leadvocalist ANDREY“IND“ selbst zu Wort kommen, sich und Ihren Sound selbst zu beschreiben und uns mehr Informationen über sich zu geben…

Hi, vielen Dank dass Ihr Euch ein bisschen Zeit für uns genommen habt, diverse neugierige Fragen zu beantworten. Glückwunsch auch zum Album „Blood On The Face“, welches sich als kleiner Diamant entpuppte und mich unglaublich beeindruckt hat!

Hallo und vielen Dank. Deine positiven Worte und der Enthusiasmus geben uns wirklich Rückendeckung und verstärken natürlich auch in uns den Willen und Drang, immer weiter zu machen. Wir sind happy, endlich unser 7.Album fertig und „draußen“ zu haben (inzwischen auch in den USA und vielen weiteren Teilen der Welt), nach all den unzähligen und auch unschönen Herausforderungen denen wir uns stellen mussten (später mehr dazu!). Trotz allem hat unsere aus Herzblut geschaffene Musik den Weg in Eure Herzen geschafft, das macht uns wiederum stolz und glücklich, das ist echt fantastisch und drängt die Probleme die wir hatten, in den Hintergrund.

Seid Ihr durch die laufende Promo-Maschinerie etwas genervt oder genießt Ihr den Stress regelrecht?

Ich schätze und begrüße jede Möglichkeit über die Platte reden zu können, ich bin noch lange nicht satt, was Interviews betrifft. In den 20 Jahren GRENOUER waren es schon einige Hundert Interviews, aber natürlich nicht in der Boulevardpresse. Ich passe natürlich auch auf, dass mir kein Soundcheck, Kommentar oder Review über uns durch die Lappen geht, und biete allen Presse-Anfragen positive Zusagen.

Wie fallen die Reaktionen der Presse aus, wie sieht es mit dem Feedback durch Reviews in Fanzines, Webzines und natürlich Eurer Fans aus?

Es ist interessant zu wissen was all die Menschen denken, egal ob sie uns bereits kennen oder nie von uns hörten. Natürlich genieße ich es auch positives Feedback zu lesen, von denen wir inzwischen auch eine ganze Menge von allen Seiten bekommen. Grundsätzlich ist jederzeit Feedback herzlich willkommen, denn es ist großartig wenn die Musik nicht nur uns gefällt sondern auch viele andere Menschen teilweise in ihren Bann zieht und sie hier und da auch zum Nachdenken anregt. Es ist wunderbar dass die Zuhörer es schaffen auch zwischen den Zeilen/den Noten zu lesen, hören und auch verstehen können.

Ich las, Ihr seid ursprünglich als Extreme Metal/Death Metal Band an den Start gegangen. Was war der ausschlaggebende Grund für diesen musikalischen Kurswechsel?

Wir starteten in den 90ern in dieser Ausrichtung aber es passierte nichts wirklich Ausschlaggebendes um musikalisch dort zu landen, wo wir heute sind. Siehe ANATHEMA, PYOGENESIS, SENTENCED, PARADISE LOST,… alle gingen irgendwie mit der Zeit diesen Weg. Nach den Aufnahmen unseres Debüts 1996 haben wir bereits gewusst, dass wir uns auf unserem weiteren Weg stets weiterentwickeln müssen und auch werden. Wir waren zu dem Zeitpunkt nicht unbedingt die Mutigsten, hatten vielleicht auch noch nicht komplett das gesamt-benötigte Handwerk drauf, aber die Veränderungen fanden in kleinen Schritten statt, weshalb es auch 6 Alben und 3 EP´s dauerte, uns von den extremen Metalelementen zu befreien. Es gab keine sichtliche Vorschrift, in welche Richtung wir uns bewegen müssen oder so… Es ergab sich irgendwie alles durch kontinuierliche Weiterentwicklung, Fortschritt, Evolution, ausbauen von vorhandenen Ideen, durch unsere erlernten Fähigkeiten neue Dinge auszuprobieren und auch neue Wege zu gehen.

Und so veränderte sich der Sound vom 90er Extreme Death Metal zum heutigen beinahe perfekten Modern Metal mit Elektro-Einsprengseln und Hip-Hop-artigen „spoken Word“ Elementen….

Ach hör doch auf, nur in dem einen Song („Midday Show“) wird ein kurzer Part von einem uns befreundeten Gastmusiker gerappt, um den Song die passende Stimmung und Atmosphäre zu verpassen denn die konzeptionelle Vorstellung war, etwas von komplett außerhalb in dem Song einzubauen. Aber ich bezweifle stark, dass wir dieses Element je wieder einsetzen werden, das GRENOUER Line-Up hat keinen Mike Shinoda (LINKIN PARK) in den Reihen. Die Elektronik hat eigentlich das Hauptziel, die Riffs noch kräftiger zu betonen, zu unterstreichen. Letztendlich ist eine Menge an Elektronik miteingeflossen, die aber hauptsächlich von den Produzenten eigebettet wurde, von uns aber abschließend natürlich den Segen bekam. Wir sind nur eine Metal spielende Band, die sich fern von Discos usw. hält. Der Verlauf meiner Stimme vom Growlen zum cleanen Gesang war ein jahrelanger Prozess voll von individuellen Praktiken und Gesangstunden. Ich hatte Angst davor noch nicht bereit zu sein, mich vom kehligen Schreien mehr oder weniger zu verabschieden, denn meiner Meinung nach kann die Gefühle der Melodien nicht weniger stark dargeboten werden… Aber nach all dem, haben wir genug Vertrauen in unsere Fähigkeiten und werden Schritt für Schritt weitergehen!

Erzählt doch mal etwas über Euch, den Bandverlauf, der Bandgeschichte, den Mitgliedern, usw…

Ich bin der letzte Überlebende, der auf JEDEM GRENOUER Album mitwirkte, in der Bandseniorität ist ALEXANDER „MOTOR“ an der Gitarre auf dem 2.Platz. Die Rhythmusfraktion ist mit DANNY an den Drums und DAEMON am Bass komplett neu. Beide kommen von DISINSANE, einer gut mit uns befreundeten Band. Die Geschichte von GRENOUER würde ein Buch füllen. Wir überspringen mal die 90er und steigen in die letzten Jahre ein. GRENOUER haben 2008 Ihr 6. Album „Lifelong Days“ (ordentlich produzierter Melodic Metal Core Brecher) via Locomotive Records veröffentlicht, die Promo lief gut, wir spielten Festivals und konnten touren, haben nebenbei ein paar neue Songs geschrieben,… Plötzlich stellten Locomotive Records alle Aktivitäten ein und GRENOUER erging es wie vielen anderen Bands auch: Umorientierung, Veränderungen, Zeitplanungen, Büdgetierung, und, und, und… Das kostete Zeit, Nerven und auch Personal. „MOTOR“ und ich ließen uns vom neuen Material und der Arbeit daran, regelrecht überreden weiter zu machen, rekrutierten neue Musiker und gaben der Band wieder eine neue Form! Dieser Kreis hielt sich 5 Jahre und neben dem internen Problem kamen externe hinzu. Das größte Problem, welches auch ein finanzielles Loch verursachte, war der Vertragsabschluss mit einem in den USA ansässigen Labels namens „THE METAL DEN RECORDS“, geführt von Mr.Randy Cody. Wir sollten auch noch 3.000 USD mitfinanzieren um die Promo-Kampagne in Gang bringen zu können, aber das Label zeigte an allen Ecken und Enden schnell sehr merkwürdiges, unprofessionelles Verhalten; Der Release wurde immer weiter grundlos verschoben, Promo fand nicht statt und wir haben uns dann mit einem finanziellen blauen Augen von „THE METAL DEN RECORDS“ entfernt, wohl im Wissen, dass wir unsere 3.000 USD abschreiben können. Aber das ist das kleinere Übel, denn wenn wir das Album/die Songs und die Kohle an diese Betrüger verloren hätten…nicht auszudenken… Nun sieht die Welt ein bisschen besser aus denn wir haben glücklicherweise mit MAUSOLEUM RECORDS ein respektables und vertrauenswürdiges Label im Rücken. Wir schätzen die Fachkenntnisse sowie die Liebe an der Arbeit bis ins Detail unserer gegenwärtigen Geschäftspartner und Freunde – Alfie Falckenbach, Didier Scohier und Axel Wiesenauer (ROCK N GROWL Promotion Agentur).

Welche Künstler, Bands, Musik hat Euch beeinflusst?

Wir haben alle komplett andere Einflüsse, andere Geschmäcker… Mein Herz gehört dem Rock und Metal der 80er und 90er, als hochqualitative Musik noch im TV und Radio lief. Ich bin großer Fan von KISS, BON JOVI, ALICE COOPER, DEF LEPPARD, MÖTLEY CRÜE, AEROSMITH, POISON,…ich mag aber auch viele Bands aus der Grunge-Ära, unüblichere Acts wie LIVING COLOUR, FAITH NO MORE, FISHBONE, BAD BRAINS,…genieße und konsumiere Hard Rock, den klassischen Industrial, sowie den klassischen Thrash und Death Metal und auch Modern Rock & Metal. Aber ich ignoriere komplett alles, was an neuen „extremen“ Metalbands auf den Markt und in der Szene auftaucht, es klingt mir einfach alles zu gleich, zu ähnlich. Dazu kommt auch noch qualitativ gute Popmusik wie sie z.B. von DURAN DURAN oder auch A-HA gemacht wird. Aber meistens bleibe ich bei der gitarrenbasierten Musik hängen. Ob uns das beeinflusst? Ja und Nein; Aber wenn ich am Piano sitze und über meine Vocal-Lines sinniere und grübel, denke ich kaum an andere Bands außer an GRENOUER.

Wer schreibt die Songs, wer ist für die Lyrics verantwortlich?

Ein Song beginnt üblich mit einem Riff oder einer Idee, dann braucht es Stunden im Proberaum um einen Song daraus zu formen, wofür auch die komplette Band anwesend sein muss und jeder sofort seinen Beitrag dazu leisten kann denn jeder von uns hat eine andere Idee und die wollen alle berücksichtigt werden. In diesem Prozess ist lange Zeit unmöglich vorauszusehen, wie der Song sich entwickelt, wie viel Platz für Emotionen gelassen werden kann, usw,… Dafür brauchen wir die Band komplett zusammen um das auch gemeinsam angehen zu können. Die Lyrics sind ganz und gar allein mein Ding! Sie müssen zu mir passen, mir auf die Zunge geschneidert sein, zu meiner Stimme und den Volumen passen,…glaube mir, inzwischen bin ich zu einem erfahrenen Schreiber gewachsen, warum sollte ich jemand anderes das aufdrücken oder überlassen, was ich allein vortragen muss? Im Gegenteil zu den älteren Alben auf denen ich versucht habe sehr komplex zu schreiben um zu versuchen alle Schwerpunkte auch metaphorisch visualisieren zu können, habe ich aktuell versucht, einfache Worte zu wählen, die genauso auf den Punkt kommen. Und ich denke, ich bin da auf einem sehr guten Weg. Ich werde auch nicht textlich Song für Song mit Dir durchgehen, denn wir wollen den Hörern allen Platz der Welt überlassen, sich ihre eigenen Interpretationen und Schlüsse daraus zu ziehen. Wir sind nicht diejenigen die euch regelrecht zu Schafen machen wollen, in dem Ihr unseren Gedanken und Vorstellungen beim Schreiben folgt. Im Feedback lesen wir sehr oft, mit welchen Erlebnissen (ob gute oder schlechte) die Hörer unsere Musik in Verbindung bringen, und genau so soll das auch sein!

Sind die Songs auf „Blood On The Face“ eine Ansammlung älterer Ideen oder ist es wirklich aktuelles Material?

„Blood On The Face“ umfasst 11 Songs: 5 davon sahen bereits auf der 2011er EP „Computer Crimes“ das Licht, 5 sind niegelnagelneue Songs und dazu das STONE TEMPLE PILOTS Cover. Die bereits bekannten Songs erschienen aber mit einem anderen Line-Up und waren anders arrangiert. Eine sogenannte „Ansammlung älterer Ideen“ ist für uns aber nicht nötig, gar überflüssig! Aus uns sprudeln die Ideen nur so hervor und ich wünsche mir sehr, dass wir die alle irgendwie in der Zukunft realisieren können. Wir müssten ein Starprojekt werden, um alles managen zu können, was wir noch wollen!

Wie würdet Ihr versuchen, einen „nicht-rockenden-Menschen“ die Musik von GRENOUER zu erklären?

Fette Gitarren und eine wortgewandte sanfte melodiöse Stimme,…nicht immer 100%ig soft, hahaha… DURAN DURAN habe ich vorhin nicht ohne Grund genannt,… Die beste Lösung ist aber immer noch, nichts beschreiben zu müssen, denn ein Genre sagt nichts über den Song aus! Der Song selbst ist das Maß aller Dinge, ob Du ihn nun magst oder nicht. Wir geben alles um gute Songs zu machen und der beste Lohn ist es, wenn wir total neue Menschen damit ansprechen, ggf. sogar regelrecht „flashen“ können.

Was sind die nächsten Pläne von GRENOUER, wo siehst Du die Band in der Zukunft und wie sieht es mit Tourplänen aus?

Wir haben noch viele Pläne und Ideen… Der einfachste Teil der Planungen betrifft Songwriting und Video-Shooting, wofür wir auch viele Ideen und Möglichkeiten haben. Für die Tourgeschichten sind wir immer noch auf der Suche nach einem brauchbaren Booker der es nicht nur auf unsere Kohle abgesehen hat…
Man sollte schon einen Booker mit an Board haben, der auch ein bisschen an eine beiderseitig vorteilhafte Beziehung glaubt und auch daran mitarbeitet,.. nicht nur schöne Versprechungen macht…
GRENOUER sind auf der Bühne unglaublich stark aber ohne professionellen und ausgiebigen Support ist es unmöglich, ein größeres, globaleres Live-Publikum zu erreichen.

Vielen Dank dafür, dass Ihr Euch für ein paar Fragen Zeit genommen habt und weiterhin alles Gute auf Eurem weiteren Weg, den ich definitiv auch als „Fan“ verfolgen werde. Ich hoffe, wir sehen uns bald auf Tour in Österreich und Deutschland, usw…

Wir haben schon einige Male in Deutschland gespielt und genossen das herzliche Publikum. Die Menschen in den deutschsprachigen Ländern haben definitiv den Rock/Metal im Blut und leben diesen auch aus, dafür bewundern wir Euch. Wir lieben es anzusehen, wie sehr Ihr Rock/Metal zu einer Kultur gemacht habt, mit einer landesweiten und länderübergreifenden Infrastruktur um CD´s, Merch & Magazine an den Mann/die Frau bringen zu können. Eure Festivals „kicken ass“ und sind unvergleichliche Beispiele für den Rest der Welt. Bitte ändert das niemals sondern vertieft all dies noch viel mehr, baut das noch weiter aus um noch mehr Länder in Eure Strukturen aufzunehmen, denn Metal ist grenzüberschreitend und Musik ist für alle Köpfe der Frieden. GRENOUER sind hungrig/gierig und können es kaum erwarten, bei Euch spielen zu können und Euch die Köpfe zu verdrehen! Danke für die Interviewmöglichkeit und an die Leser! Danke an alle Fans und die, die es noch werden wollen…HORNS UP!

Discography:
1993- Death Of A Bite (Demo)
1996- Fiery Swans (EP)
1996- Border Of Misty Times
1999- Gravehead
2001- The Odour O´ Folly
2004- Presence With War
2005- Try (EP)
2007- Try
2008- Lifelong Days
2011- Computer Crime (EP)
2013- Blood On The Face

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