Interview mit TRYGLAV

Das kroatische Black-Metal-Projekt Tryglav, hinter dem eigentlich als Solokünstler Boris Behara steckt, hat kürzlich sein Debüt „Night of the Whispering Souls“ auf die Bangerschaft losgelassen. Im Probelauf gefiel uns das hier in unserem kleinen Familien-Webzine gut, und da der Autor ein bißchen ignorant ist und wenig über Black Mettl aus Kroatien weiß, haben wir uns Boris für ein Interview gekrallt.

Peter (Metalunderground): Hallo Boris! Ich habe gerade eine Rezension deines beeindruckenden Debüts verfasst – es sei allen Extreme-Metal-Fans herzlich ans Ohr gelegt! Starten wir mit der offensichtlichen Einser-Frage: Wer ist/sind Tryglav, für welche Musik steht das Projekt?

Boris (Tryglav): Hallo zusammen, danke für das Interview! Tryglav ist ein Black-Metal-Projekt, das ich vor einem Jahr gestartet habe, weil ich es leid war Zeit mit Leuten zu verbringen, die nicht meine Vorstellung von Musik teilen. Ich wollte etwas machen, das das repräsentiert was seit Jahren in meinem Kopf war; der einzige Weg war, das ganz alleine zu realisieren.

P: Wie gesagt mochte ich das erste Album sehr. Es beeindruckte mich, dass obwohl es eben ein One-Man-Projekt ist, es dennoch wie eine „wirkliche“ Band klingt, mit professioneller Leistung an allen Instrumenten. Das ist bei solchen Projekten nicht immer der Fall. Wie entwickelst und erreichst du denn diesen Bandsound als Einzelperson?

B: Danke für die freundlichen Worte! Meine Art zu komponieren ist immer dieselbe. Ich starte mit der Rhythmusgitarre und versuche das erste Riff für den Song zu finden. Manchmal finde ich es schnell, manchmal dauert es etwas. Aber wenn es da ist, ist es einfach für mich, die weiteren Riffs zu finden und den Song abzuschließen. Danach wende ich mich den Drums zu. Daran arbeite ich sehr viel, um die richtigen Drumpatterns zu finden, danach kommen die Sologitarren. In dieser Phase ändern sich die Songs immer stark, weil ich neue Lösungen finde, die gut zur Rhythmusgitarre und den Drums passen. Manchmal ändern sich Songs drei bis vier Mal. Hierauf schreibe ich die Texte während des Anhörens der Lieder, um die richtigen Worte zu finden. Erst  zum Schluss nehme ich den Bass auf.

P: Ein anderer Aspekt von „Whipering…“ ist, dass es in gewissem Sinne ein eklektisches Album ist, im Sinne des Verwendens verschiedener Metal-Stile. DIe Songs variieren in Bezug aug das Tempo und den Zugang zu den Riffs. Zum Beispiel der Opener „Under My Skin“ beginnt mit Blast-Beats und ist ein recht klassischer BM-Song. Dann gibt es aber auch melodischere Songs wie „Deadline“, der irgendwie einen In Flames-Vibe hat. War das Absicht? 

B: Nein, eigentlich nicht. Jeder Song wurde in einem besonderen Moment geschrieben. Zum Beispiel der Titeltrack wurde komponiert als ich wegen einiger meiner gesundheitlichen Probleme niedergeschlagen war. „Deadline“ wurde mitten in einer wirklich kalten Nacht geschrieben. Jeder Song ist dadurch beeinflusst, wie ich mich gerade fühle.

P: Mich interessieren immer die Konzepte hinter Alben. Wer sind denn nun die „Whispering Souls“? Wofür steht der Titel, gibt es Themen über die du bevorzugt schreibst?

B: Das Album wurde von 1980er-Horrorfilmen inspiriert. Die einzigen Texte, die nicht hierher rühren, sind der Titeltrack und „Deadline“. Die „Whispering Souls“ sind die Seelen von Opfern eines Killers, den ich in meinem Kopf in einer dunklen und nebligen Nacht erdacht hatte. Man kann die ganze Geschichte im Booklet nachlesen. Das nächste Album wird sich vielleicht um Pestärzte drehen.

P: Danke für das spannende Interview, Boris!  Werden wir die Chance haben, Tryglav live hier in Österreich zu sehen?

B: Das wäre großartig! Ich bin immer offen für Konzerte und Touren. Ich will, dass Tryglav eine tourende Band wird und so warte ich nur auf Anfragen, überall zu spielen!

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Headbanger and bedhanger.

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