An einem wunderschön, heißen Abend traf ich mich virtuell mit Sorath – seines Zeichens „Saitenschneider“ der Bayern THORNGOTH, mit dem ich mich über ihren aktuellen Silberling „SCHWARZ – KARG – KALT“ etwas näher unterhielt.

Hey Sorath, danke dass du dir trotz dem herrlichen Wetter Zeit genommen hast, um vor dem PC zu sitzen und dich meinen blöden Fragen stellen möchtest 😉 Zu aller erst, Schande über jeden, der von THORNGOTH bis dato nichts gehört hat, stell eure Truppe mal etwas näher vor bitte!

Hey!
Thorngoth wurden 2003 gegründet. Seitdem haben wir eine Demo-CD und vier Alben veröffentlicht, wobei „SCHWARZ-KARG-KALT“ unser aktuellstes ist. Auf unseren ersten Alben haben wir rohen Black Metal gespielt. Seit dem „Leere“ Album haben wir uns anderen Richtungen des extremen Metals geöffnet, was auf dem „SCHWARZ-KARG-KALT“ Album mehr denn je zu hören ist.

10 Jahre, eine verdammt lange Zeit! Immer mit der selben Besetzung oder gab es da doch Schwierigkeiten? Ist nicht immer leicht, Leute im Undergroundbereich, doch so lange motivieren zu können. Leider träumen da einige „Musiker“ doch zu schnell vom großen Geld.

Also wegen dem Geld macht das sicher keiner. Tatsache ist, dass man zwei-drei Jahre nach Albumveröffentlichung mit Glück auf Null rauskommt. Gerade wenn man wie wir ein Album selbst veröffentlicht, muss man einiges investieren. Die Besetzung blieb bisher fast identisch. Nephesus von Lost Life hat uns von 2005 bis 2007 live an der Gitarre unterstützt. Seit 2008 wurde dieser Posten von Vulgrim besetzt, welcher 2010 für die Aufnahmen des „Leere“ Albums zum festen Mitglied wurde.

Ja, wenn man des Geldes wegen Musik macht, befinden wir uns ja im falschen Genre 😉
Da steckt natürlich eine Menge Geld, und vor allem Herzblut drin in so einem Album. Das richtige Label zu finden, welches sich auch für die Band positiv auswirkt und einsetzt, ist heutzutage – trotz der Unmenge an Labels – sehr schwierig. Verzichtet ihr bewusst auf ein Label oder habt ihr einfach noch nicht das richtige gefunden, welches zu euch und eurer Musik passt?

Unsere bisherigen Labels Northern Silence und Folter Records haben wir hauptsächlich wegen der leichten Stiländerung von Album zu Album gewechselt. So auch jetzt bei der Eigenveröffentlichung. Bei „SCHWARZ-KARG-KALT“ spielen wir keinen typischen Underground Black Metal. Die Hauptgründe für die Eigenveröffentlichung sind die absolute Kontrolle und Übersicht über die Veröffentlichung des Albums. Wir haben über Metal Promotions einen CD- sowie einen digitalen Vertrieb. Metal Promotions selbst kümmert sich, wie der Name schon verrät, um die Promotion. So sind die wichtigsten Tätigkeiten eines Labels abgedeckt. Wir haben dieses Mal also bewusst auf ein Label verzichtet und wollten es über diesen Weg versuchen.

Ist ja im Prinzip eine gute Idee, wie du schon sagst, die vollkommene Kontrolle und Übersicht behälst du eh nur im Eigenverlag. Wie du schon sagtest, spielt ihr auf euerm aktuellen Album keinen typischen „Underground-Black-Metal“. Meiner Meinung nach können sich einige Genre-Größen von „Schwarz-Karg-Kalt“ eine Scheibe abschneiden und dort ansetzen, was ihr mit dem Album geschaffen habt. Die Scheibe ist verdammt professionell und verbreitet eine herrliche Atmosphäre. Beim Durchhören der Stücke wurde mir zeitenweise richtig eisig kalt. Wie geht ihr ans Songwriting? Was entsteht zuerst – Text oder Musik? Schreibt ihr gemeinsam, trefft ihr euch im Proberaum und sagt: „Lass uns neue Songs schreiben“?

Wegen der unterschiedlichen Arbeitszeiten der einzelnen Bandmitglieder haben wir leider nicht so viel Zeit, um gemeinsam die Songs zu schreiben. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, die Riffs und die Grundstruktur der Songs zuerst am Rechner aufzunehmen und dann im Proberaum einzustudieren. So gehen wir seit dem „Leere“ Album vor. Der Qualität der Songs hat das jedenfalls nicht geschadet. Die Details der Songs werden jedoch nach wie vor im Proberaum erarbeitet. Wir schreiben generell immer zuerst die Musik, da letztendlich die Musik für die Erschaffung der passenden Atmosphäre sorgt. Wir verfassen teilweise parallel dazu die Texte. Oft steht aber beim Songwriting zuerst nur das Konzept für die Texte, so wie es auch bei SCHWARZ-KARG-KALT der Fall war. Wir wussten, was die Texte beinhalten sollten, haben sie jedoch erst ausformliert, als die Musik fertig komponiert war.

Die Qualität hat sich bei euch ja von Album zu Album gesteigert, so kann man annehmen, dass ihr bei eurem Songwriting die richtige Taktik verfolgt 😉 Textlich bewegt ihr euch ja beim aktuellen Werk im Bereich des (nahenden) Universumunterganges. Wie kommt ihr darauf? Verfolgt ihr bei „Schwarz-Karg-Kalt“ ein Konzept oder sind das alles eigenständige Songs?

Bei SCHWARZ-KARG-KALT handeln alle Songs vom Universum.
Dabei haben die Texte unterschiedliche Themen. Um mal zwei Songs rauszunehmen:
Der Titelsong „SCHWARZ-KARG-KALT“ handelt davon, dass sich in vielen Milliarden Jahren die Materie im Universum so weit verteilt hat, dass keine neuen Sterne mehr entstehen können. Es gibt kein Licht und keine Wärme mehr. Es ist alles schwarz, karg und kalt. „Lavaplanet“ handelt davon, dass sich die Erde in einigen Milliarden Jahren in einen flüssigen Lavaball verwandeln wird, wenn die Sonne am Ende ihres Daseins extrem aufbläht. Diese Themen faszinieren uns, da sie so viel beeindruckender und endgültiger sind als alles andere.

Habt ihr solche bzw. ähnliche Themen auch auf euren Vorgängeralben verfolgt? Eurer Bandname stammt ja auch aus dem „J.R. Tolkien’schen“. „Der gehörte Feind“ – wessen Feindbild seid ihr?

Nein, über solche Themen haben wir bisher nicht geschrieben. Das Album „Leere“ handelte von sämtlichen Formen der Leere. Die physikalische Leere, welche wohl am ehesten das Vakuum im All darstellt, haben wir am Rande dort auch behandelt, wobei wir uns hauptsächlich auf die psychische Leere konzentriert haben. Wobei wir das alles sehr in Metaphern umschreiben. Ich denke nicht, dass wir ein Feindbild darstellen. Auf den ersten Alben hatten wir noch mehr die Weltreligionen und den dort teilweise vorherrschenden Fanatismus und die Blindgläubigkeit der Anhänger als Thema, wobei wir diese nicht zum Feind erklärt haben sondern mehr über die Sinnlosigkeit des Ganzen schrieben.

Ok, dann sind in euren Vorgängern durchaus auch Metal-typische Themen behandelt worden. Aber warum bezeichnet ihr euch als „den gehörten Feind“?

Die Namensgebung der Band fand zur Anfangsphase der Band statt. Namensgeber war unser Sänger Akhorahil. Er hat den Namen vorgeschlagen und die anderen Bandmitglieder haben ihn akzeptiert. Eine tiefgründigere Intention als schon in der vorigen Frage beschrieben steckt dahinter auch nicht.

Ok 😉
In 10 Jahren Bandgeschichte gibt es natürlich sicherlich einige Höhepunkte. Was kannst du da besonders hervorheben?

Was Live-Gigs angeht, war das Under the Black Sun Festival 2009 sicher ein Highlight. Einer der coolsten Club-Gigs war wohl im K17 in Berlin 2008 mit Negura Bunget.
Ansonsten ist jede Album-Veröffentlichung für uns ein Highlight, so wie jetzt auch 2013 mit SCHWARZ-KARG-KALT.

Und Tiefpunkte?

Es gibt immer wieder mal Durchhänger, bei denen man sich innerhalb der Band nicht einig ist, wie das neue Album klingen soll oder wie die generelle Ausrichtung der Band künftig aussehen soll. Sowas hat immer Konfliktpotential. Aber das gibt es wohl in jeder Band.

Wahre Worte.
Nun, bevor wir zum Schluss kommen, welche Konzerthighlights stehen denn 2013 an bzw. wo können wir THORNGOTH live bewundern und mit ihnen feiern?

Bisher haben wir bei uns in Bad Tölz ein Konzert geplant, welches voraussichtlich im September statt finden wird.
Eventuell wird sich im Oktober/November was in Innsbruck ergeben, aber das ist alles noch nicht sicher.
Sonst haben wir leider keine weiteren ausstehenden Konzerte bisher. Veranstalter dürfen uns daher gerne kontaktieren!

Das werd ich gleich an unsere befreundeten Veranstalter weiterleiten. Ich möchte mich recht herzlich für die Zeit und für dieses Interview bedanken, ich hoffe wir treffen uns mal persönlich auf ein gemeinsames Bier oder einen Jägermeister. Die letzten Worte gehören dir 😉

Danke für das Interview! Ich hoffe, dass wir mit Thorngoth bald mal wieder in Österreich spielen werden!

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