Bands: Kissin‘ Dynamite, UMC (Ultimate Music Covers), Rocquette, Go! Go! Gorillo Date: 16.10.2014 Venue: Viper Room, Wien

Donnerstag, 16.10.2014 – Viper Room Wien – 20 Uhr – ein Abend voll toller Musik und mit der ein oder anderen Überraschung beginnt.

Auf dem Plan für diesen Abend standen die wiener Combo – Go! Go! Gorillo, die niederösterreischische Band Rocquette und zwei Vertreter aus Deutschland –
UMC als unmittelbarer Anheizer für den Headliner Kissin‘ Dynamite.

Kurz nach 20 Uhr legten auch schon die Mannen von Go! Go! Gorillo los. Brutal Boogie – wie die Band selber ihren Stil betitelt – vom allerfeinsten dröhnte aus den Boxen. Trotz sehr mangelhaft vorhandenem Publikum ließen sich die Jungs aus Wien nicht verunsichern und gaben ordentlich Gas. Wie man es, zugegebenermaßen unverständlicherweise, am Anfang eines Konzertes gewohnt ist, waren die Gäste noch sehr verhalten. Nichts desto Trotz zelebrierten Go! Go! Gorillo ihren Mix aus Rock, Brachial-Blues und satanistischem Surftango regelrecht. Die Songs der Combo haben auf alle Fälle megamäßigen Drive, rocken wie Sau und haben obendrein noch sehr ansprechende Melodien und Rhythmen. Schade, dass man ihren Auftritt nicht gebührender honoriert hatte. Auf alle Fälle kann man sich Go! Go! Gorillo live ansehen – man wird absolut nicht enttäuscht.

ROCQUETTE @ Viper RoomAls zweites versuchten dann Rocquette das Eis zu brechen und die Stimmung für die weiteren Acts anzuheizen. Bei der Tatsache, dass sie es leider nur versuchten, blieb es dann aber auch schon. Unzählige Rückkopplungen der E-Gitarre begannen so ziemlich jeden Track der Niederösterreicher. Auch die Einstellungen der Vocalgeräte hat bei diesem Auftritt nicht wirklich gestimmt. Leider war die Head-Stimme sehr oft fast nicht hörbar. Zwar war bei Rocquettes Show schon deutlich mehr Publikum anwesend, jedoch wollte der Funke der Begeisterung irgendwie ums verrecken nicht überspringen.
Ich will hier niemandem mangelnde Kenntnis der Tontechnik unterstellen (ganz im Gegenteil, zuvor bei Go! Go! Gorillo hat es auch wunderbar funktioniert) oder an Rocquettes Qualitäten als Rockband zweifeln. Aber entweder lag das eher lahme Publikum an den gerade erwähnten Tonstörungen oder an Rocquettes Songauswahl für diesen Abend – die nicht gerade mit Ruhm bekleckert war. Irgendwie klang alles monoton und einfallslos. Bei den Vocals fehlte etwas Tiefgang und die Explosivität. An den Melodien könnte man auch etwas feilen. Insgesamt fehlten diesem Gig der Schwung und die Höhepunkte. Eventuell hatten die Niederösterreicher auch einen nicht so guten Tag. Das Ganze gipfelte dann in einem – sorry, für diesen Ausdruck – unhörbarem Cover von Jimmy Eat Worlds – The Middle. Bei Coversongs gibt es zwei Möglichkeiten – entweder man covert ihn Eins-Zu-Eins runter, oder man baut die eigene Note ein. Leider konnte man bei diesem Stück garnichts von beidem erkennen. Dieser Versuch ging leider komplett in die Hosen. Am Ende hatte man sogar das Gefühl, dass die Band froh war, dass dieser Auftritt zu Ende war.

UMC @ Viper RoomAls Dritte und Vorletzte Band des Abends gingen UMC (Ultimate Music Covers) an den Start. Die Band aus Deutschland besteht aus nur zwei ziemlich coolen Typen – einem Gitarristen und einem Drummer.
Gleich vom ersten Song weg, wusste man, dass dies ein Auftritt wird, den man so schnell nicht vergessen werden würde. Die Jungs covern restlos ihr ganzes Programm aus aktuellen Chartstürmern. Von R’n’b-Nummern angefangen über Dance-Krachern bis hin zu Schlagersongs haben die Beiden alles im Repertoire. Die Vocals werden von der Dose eingespielt und dazu gibt es von UMC Metalbegleitung aller erster Sahne. Der Viper Room war bei UMC’s Show am besten gefüllt. Auch die Stimmung war vorzüglich. Jeder Track wurde beklatscht und bepfiffen. Sogar die Metal-Horns wurden in die Höhe geragt. Ja, keine Frage – UMC’s Show wurde mit Begeisterung angenommen und die Jungs wurden gebührend gefeiert. Im Kalenderblattstil wurden alle Originalinterpreten nach und nach abgerissen. UMC präsentierte alle aktuellen Songs aus den Charts. Songs von Pharell Wiliams, Shakira, Pitbull, Will.I.Am oder gar Avicii oder zum Abschluss Helene Fischers „Atemlos“.

Gut, Helene Fischer musste eventuell nicht sein, aber es zeigt, dass sie alle Top 10 Songs draufhaben.
Musikalisch sind UMC wahre Meister ihres Faches. Die Drums zertrümmern auf brachialste Art und Weise alles was kommt, und die Gitarrenspuren sind abartig schnell und schroff. So muss Metal. Alles in Allem ist UMC eine richtig geile, brachiale, fette Combo mit einem einzigartigen und witzigen Konzept. Wenn man die Möglichkeit hat, das Power-Duo live zu sehen, dann sollte man sich diese Chance keinesfalls entgehen lassen.

KISSIN' DYNAMITE @ Viper RoomMit etwas Verspätung kam dann der Hauptact des Abends dran. Nach einem sphärischen Intro betraten Kissin‘ Dynamite endlich die Bühne. Sie legten gleich mit ihrer Hymne „DNA“ vom neuen Megalomania-Album los.

Hier brauchte kein Eis zu brechen, kein Publikum angeheizt werden mehr. Die Leute waren von der ersten Sekunde an volle Kanne dabei. Zugegeben – auch hier einige Kritikpunkte. Zum Ersten waren wieder einige technische Probleme vorhanden – wie zum Beispiel das Aussetzen der Backing-Vocal-Mikrofone und teilweise das des Headsängermikrofons. Zweitens war die Masse des anwesenden Publikums sehr überschaubar. Man muss schon sagen, dass es fast schon peinlich war, dass sich bei einem Hauptact wie Kissin‘ Dynamite schätzungsweise 70 Leute in den Viper Room verirren. Hier wäre noch einige Luft nach oben gewesen. Unverständlicherweise hört man immer und immer wieder in der Fanszene – egal welche Art des Metal/Rocks – dass es in Wien nichts Gutes gibt, das sich lohnt anzuschauen. Wenn man dann aber auf unzähligen Konzerten die Anteilnahme dieser Fanszene sieht, fängt man schon an nachzufragen – „Was wollt ihr denn eigentlich?“

Der Viper Room ist eine vorzügliche Konzertlocation. Erschwingliche Preise sowohl bei Eintritt als auch aus gastronomischer Sicht und immer tolle und angesagte Live-Acts. Tja, dem wiener Publikum kann man es einfach nicht rechtmachen. Zurück zur Kissin‘ Dynamite-Show.

Mit Fortdauer des Auftrittes gelang es auch, die Tonprobleme in den Griff zu bekommen. Bis zu dem Zeitpunkt, als das XLR-Kabel des Gitarristen kaputt ging. Dies Tat dem Ganzen aber überhaupt keinen Abbruch. Im Gegenteil – der Sänger ging verstärkt auf sein Publikum ein, erzählte einen Schwank aus seinen Erlebnissen in Wien, und man nutzte die Zwangspause um „Fireflies“ akustisch wiederzugeben. Das war definitiv eines der vielen Highlights in der knapp über 1,5 Stunden Show. Bei „Six Feet Under“ holte man gar einen weiblichen Fan auf die Bühne. Das Mädel durfte mit Hannes mitsingen und machte ihre Sache erstaunlich gut. Kissin‘ Dynamite haben schon über 500 Gigs in ganz Europa gespielt – und das merkte man auch. Sehr professionell ihr gesamtes Auftreten und der Ablauf der Show. Alles durchdacht und doch wissen die Jungs, zu improvisieren. Man ging sehr auf das Publikum ein, führte auch die Eine oder Andere Konversation. Bestechlich war, dass Kissin‘ Dynamite live genauso gut klingt wie auf CD. Sie haben ihre Instrumente definitiv unter Kontrolle und wissen damit umzugehen. Obwohl das Publikum sehr gering an Masse war, machte es aber ordentlich Dampf. Immer und immer wieder ließ Hannes das Publikum die Refrains mitsingen und teilweise alleine singen. Die Fans dankten es schon fast auf frenetische Art und Weise. Des öfteren machten die paar Leute den Sänger fast sprachlos mit ihren Jubelstürmen. Die Band dankte es dem Publikum mit unzähligen Songs aus vier Alben quer durch die Bank. Besonders herausheben muss man einfach den Einsatz und die Freude, mit der sich die Band in diesen Auftritt geworfen hat. Sie kämpften anfängliche Tonprobleme und die wenige Fangemeinde einfach aus dem Sinn und lieferte eine großartige, leidenschaftliche und impossante Leistung ab.
Natürlich wollten es sich die Jungs nicht nehmen lassen und ließen sich nicht lange für eine Zugabe bitten. Das Publikum hätte zwar für noch mehr Zugaben gebettelt, und Kissin‘ Dynamite hätte bestimmt noch die Eine oder Andre Nummer im Repertoire gehabt, aber irgendwann findet auch der schönste Abend sein Ende.

Kissin‘ Dynamite ist auf jeden Fall einen Live-Besuch wert. Man hat definitiv einen Höhepunkt nach dem Anderen und wird absolut nicht enttäuscht sein. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs aus Deutschland noch öfter den Weg in unsere Hauptstadt finden.

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