Bands: Paddy Murphy, Tuxedo, Glasgow Smile, Glory Dead Date: 19.07.13 Venue: Kunstmühle, Bad Goisern

Da liegt man so im Schwimmbad, chillt vor sich hin und bekommt urplötzlich via Facebook eine Einladung. Gut das bekommen ja heutzutage eh schon fast alle, in diesem Falle war dies aber eine Einladung die nach mehr schrie. Nicht einfach zu sagen ja vielleicht, nein definitiv. Es ging um das Kunstmue Festival, welches unserer Redaktion schon längere Jahre bekannt war, aber wir es noch nie geschafft hatten es ins entfernte Bad Goisern deswegen zu schaffen. Gut eine Zehnjahresfeier ist ja nicht so selten und so wurde der Freitag aufgrund der für unseren, musikalischen Geschmack angesteuert. Die Anreiße zur Location war gut beschildert sodass man auch ohne langes studieren von Karten und Navigationsgerät gut hin fand. Wirklich tolle Location die man sich hier unter den Nagel gerissen hat, diese alte Mühle und das ganze drum herum muss mal ordentlich hervorgehoben werden. Auch der Eintritt (freiwillige Spende) ist ja mal nicht alltäglich und alleine schon die Preise in Sachen kulinarischen Geschmacks unglaublich Fan-freundlich. Das ist mal ein Festival wo sich wirklich viele achsogerne Veranstalter mal was abgucken sollten. Man merkte von Anfang an auch ohne langes Nachfragen bei den Bands, dass man hier von hinten bis vorne bestens durchorganisiert ist und so etwas verdient nicht nur absoluten Respekt, nein vielmehr muss man den Machern und Helfern auf Lebenszeit den ewigen Support als Tribut zollen.

Als wir beim Festival ankamen spielte sich bereits die erste Band warm. Glory Dead sind bei unserer Redaktion komplett unbekannt und binnen Sekunden erspielte man sich gleich einen ordentlich Stein im OLYMPUS DIGITAL CAMERABrett bei uns. Die 70er Sludge Szene erfreut sich, wie man anhand vieler aufstrebender Bands, sowie auch von etlichen Releases in den letzten Monaten immer mehr an Popularität. Vor allem Orchid, Black Sabbath (early Ozzy Ära), wie auch viele andere Bands dürften Pate für die Formation aus Ebensee gestanden haben. Man kann schon wirklich von einer nicht mehr zu übersehenden Flut dieser Richtung sprechen, doch die Formation kann bei vielen Kollegen, als auch bei größeren Acts locker mithalten. Diesen Spirit so erstklassige rüber zu bringen vermögen wohl nur viele, denn als diese Richtung modern war, waren die Jungs noch nicht mal in Vorbereitung. Wie auch immer, sie werden wohl dieses musikalische Flair mitbekommen haben und so verwunderte es keinen dass man vollends und vom Fleck weg begeistern konnte. Zwar war die Besucherzahl vor der Bühne noch etwas spärlich, allerdings gaben diese ordentlich Gas und huldigten der aufgeigenden Band. Das dies die Burschen nicht kalt ließ war gleich zu sehen und somit legten sie sich umso mehr ins Zeug. Ob nun posing, Sound, wie auch die Stücke an sich, alles war richtig platziert und so konnte man merken dass die Band nicht nur Spaß am Spielen hat, nein sich ganz einfach auch mit der Mucke identifiziert und so griff jedes Rädchen ins nächste. Man mag sich zwar zu so einer frühen Stunde vom Sound etwas überfahren fühlen, allerdings war die Qualität dermaßen gut sodass man hierbei davon absehen konnte zu meckern. Sicherlich etwas später platziert wäre das Flair wesentlich besser rüber gekommen, doch auch so waren die Ebenseer vollends damit beschäftigt die Meute vor der Bühne zu unterhalten, was ihnen auch bestens gelang. Somit wurde selbstredend jeder Song bejubelt und auch zu zwei Zugabesongs wurden geboten und dann dürfte wohl jeder von den Fans, wie auch Begutachtern zufrieden gestellt worden sein. Die Truppe gilt es länger nicht aus den Augen zu verlieren, denn hier entwickelt sich etwas wirklich ganz großes, wenn man weiterhin so geile Liveauftritte absolviert wie an diesem Abend. Hut ab und alle Daumen hoch für Glory Dead, ihren Sound, wie auch Qualitäten, als auch ihrer Show.

Auch die aus demselben Landkreis stammenden Glasgow Smile sagten uns gar nichts. Die Truppe zelebriert einen sehr coolen Sound, welcher mich etwas an die fiktiven Lone Rangers (aus dem Film OLYMPUS DIGITAL CAMERAAirheads) erinnerte. Sound, wie auch der Gesang war sehr mit parallelen behaften. Nicht schlecht wie meine Wenigkeit meinen will, denn solche Sachen stacheln immer gut an sich freigiebig mitreißen zu lassen und ordentlich mit zu rocken, was auch die Leute vor der Bühne getan haben. Mit etwas hatten die Jungs leider zu Beginn ihres Sets zu kämpfen, mit dem Sound, vor allem Fronter Christof konnte eben beim Start nur vage wahrgenommen werden. Dies änderte sich doch recht schnell und somit konnte auch der Sänger zeigen dass er durchaus imstande ist von sich ein mehr als nur gutes Bild zu zaubern. Die Jungs waren wirklich erste Sahne, auch wenn man hie und da einige kleinere Patzer hörte, was aber nicht wirklich schlimm war. Schroffe Rocksongs wurden wie Granaten dem feiernden Partyvolk vorgeworfen und diese sog diese auf und feierte die Burschen auf der Stage ordentlich ab. Wirklich cooles Bild und dies beweist, dass die ländlichen Fans aus dieser Gegend wirklich wissen wie man eine gute Audience bilden kann und muss. Auch hier wurde der Spirit im ständigen hin und her von und ins Publikum gefeuert. Somit auch hier alle Daumen hoch für die Band, ihre Songs, wie auch dem zum Schluss sehr gut gewordenen Sound.

Tuxedo sind meiner Meinung nach wohl jene österreichische Metalband die es kein zweites Mal gibt. Stetig und über die Jahre hinweg hat man sichtlich mit Schweiß und Blut an sich gearbeitet und tut dies immer OLYMPUS DIGITAL CAMERAnoch. Wer die Formation kennt, weiß, dass hier nicht 100% geboten werden, nein man darf durch aus von einer hoch zehn tendierenden Zahl sprechen. In dieser Konstellation hatte ich die Jungs noch nicht gesehen und der Zugang eines gewissen und unserer Redaktion wohl bekannten Kiebe war meiner Meinung nach durchaus eine gute Wahl, denn im Duo mit Johannes konnte man gleich noch mehr Druck und Spielfreude ins Publikum katapultieren. Viele Magazinkollegen haben die Jungs abgelichtet, doch wie auch wir konnten wir bis dato das Live Feeling mit dem die Truppe vorgeht noch nie auf einem Bild festhalten, dies muss man einfach miterleben. Obwohl man noch in den Vorbereitungen zum im Oktober erscheinenden Langrille steckt, merkte man nichts dass man etwas irgendwie abgespielt ist oder Energien aufspart. Nein die Jungs kennen nur ein Gas und das heißt Vollgas. Alte, wie auch die brandneuen Songs sind einfach bestens dazu gedacht die Meute zum schweißtreibenden Circle Pit Tanz zu bitten. Die Fans vor der Bühne ließen sich auch nicht wirklich lange bitten und kamen dieser Aufforderung schnellstens nach. Das so eine Aktion auch eine Reaktion verlangt ist keine Frage sondern ganz einfach ein Muss und somit wurden die Fans mit Jägermeister, wie auch Werbematerial des Hirschgetränks beschenkt. So konnte man den Pegel weiterhin nach oben hieven. Das auch eine amtliche Wall of Death nicht fehlen durfte, wie auch dem witzigen Anblick der Animation des etwas, sagen wir es so beleibteren Mitchell „Mitch“ Buchannon Klons zum Soundtrackcover ließ uns weiterhin mitfeiern und kein Auge blieb hier trocken. Immer mehr steigerte man sich in einen Spielrausch und damit beweisen Tuxedo dass sie wohl in unserer Alpenrepublik zu jenen Acts gehören die wohl alsbald zum Weltruhm gelangen könnten. Aufmachung, Bühnenoutfit wie auch Showausstattung (gleicht ja schon einem Schaufenster eines Einrichtungshaus für bäuerliches Wohnungsinventar) hier wird einfach eine Show geboten welche einfach von vorne bis in die hinteren Ränge ansteckt. Hier ging einfach die Zeit für uns persönlich am schnellsten vorüber und schon war das nahe Ende gekommen, doch auch hier ging nichts ohne Zugabe und die wurde noch wie eine alles vernichtende Massenvernichtungswaffe ins Publikum gefeuert, bevor man endgültig auf Wiedersehen sagte.

Paddy Murphy? Auch hier muss ich zu meiner Schande leider passen. Vor nicht allzu langer Zeit war ich aufgrund meiner Arbeit in Irland unterwegs und da weiß ein jeder dass man hier wie von einem Virus befleckt angesteckt wird. Die Art des Folk Rock könne wohl nur Iren zelebrieren oder? Ha überhaupt nicht OLYMPUS DIGITAL CAMERAund völlig falsch heißt hier meine Antwort. Binnen Sekunden zeigten die Jungs aus Steyr, dass man diese Art des Speed Irish Folk Rocks bestens drauf hat als wäre man tatsächlich aus Irland. Eigentlich und nach Tuxedo dachte ich das man hier etwas abschwächen würde und auch hier wurde meine Wenigkeit eines besseren belehrt das Festzelt war bis hinten gut gedrängt belegt und die Freude am Sound der Formation konnte man gut sehen. Die abschließende Feier war von viel Freude und mittanzen, wie auch shaken geprät und so wurde noch zu später Stunde amtlich der erste Tag des Zweitagesfestivals zu Ende gebracht. Man kann über den Sound streiten wie man will er ist einfach bestens dazu gedacht um sich weiterhin in einen Feierrausch zu bringen und dies tat man auch und die Band lieferte dazu einfach die geeignetsten Stücke. Unglaublich mit welcher Präzision und mit welchem Spirit man dies vollbrachte. Dies unterstreicht nicht nur die Qualität der Band, nein sie sind wohl seit 2008 in einem stetig wachsenden Lernprozess, welcher auch bei ihnen niemals endet, aber auf einer Qualitätsebene ist welcher kaum mehr zu überbieten ist. Selten erlebt man Bands dieses Genres, welche das so gut rüber bringen wie eben Paddy Murphy und eben nicht aus dem Entstehungsland stammen. Jeder Track in der Seltlist war entweder eine Hymne oder einfach eine Partynummer und so wurde eine sehr breite Masse bis zum letzten Ton unterhalten.

Unser Fazit für die Bands des ersten Tages. Absolut gut und hier hat man eine sehr gute Auswahl gebeten das Festival zu eröffnen. Der zweite Tag wäre sicherlich aufgrund von Krautschädl auch noch ein Besuch wert gewesen, doch die Mehrheit war leider einfach nicht unser Ding. Wie auch immer wir gratulieren den Veranstaltern und allen Helfern zu solch einem Festival das meiner Meinung nach nicht mehr weg zu denken ist. Hier wurde wirklich eine Latte vorgelegt welche sich andere Veranstalter mal ansehen müssten. Beim Kunstmue geht es noch um Musik und Unterhaltung für die Fans und nicht um abzocke und jedem abspenstig machen jedes Cents. Preise, Organisation, wie auch Location absolut top. Zu guter Letzt darf meine Person allen Festivalbesuchern sein Tribut zollen. Friedlich, wie auch bestens feiernd zeigten die Fans dass es noch um musikalische Gemeinschaft geht und nicht wer hört was und wie sieht wer aus hat mich wirklich gerührt und sehr beeindruckt. Kunstmue als auch Bad Goisern wir sagen einfach YOU RULE

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.