WHITE SKIES – Shouting At The Hurricane

WHITE SKIES - Shouting At The Hurricane - album cover

Band: WHITE SKIES 🇬🇧
Titel: Shouting At The Hurricane
Label: Metalapolis Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Melodic Rock

Tracklist

01. If This Is It (Get Ready)
02. 88 Crash03. Money To Burn
04. I Can’t
Make This Alone
05. The Girl’s In Love
06. Shouting At The Hurricane
07. Those Days
08. One Life
09. Righteous Zone
10. Control
11. So Sweet
12. I Kissed The Rain

 

Besetzung

Mick White – Vocals
Ray Callcut – Guitar, backing vocals
Pete Lakin – Keyboard, backing vocals
Rob Naylor – Bass, backing vocals
Daz Lamberton – Drums, backing vocals

 

Bewertung:

3,5/5

Band mit klarer Vision

WHITE SKIES kommen aus der melodischen Rock-Ecke, die große Refrains, klare Strukturen und eine gewisse emotionale Direktheit schätzt. Die Besetzung ist klassisch, aber eingespielt, Mick White am Mikrofon, Ray Callcut an der Gitarre, Pete Lakin an den Keyboards, Rob Naylor am Bass und Daz Lamberton am Schlagzeug. Alle fünf liefern zusätzlich Backing Vocals, was dem Sound von Anfang an diese dichte, fast hymnische Qualität gibt. Mit »Shouting At The Hurricane« legen sie nun ihr aktuelles Album vor, das den nächsten Schritt markieren soll.

Zwischen Aufbruch und Routine

Schon nach den ersten Takten wird klar, wohin die Reise geht. Der Opener »If This Is It (Get Ready)« setzt auf treibende Gitarren und einen Refrain, der sich sofort festsetzt. Das funktioniert gut, auch wenn man das Gefühl nicht ganz loswird, Ähnliches schon oft gehört zu haben. Genau hier bewegt sich das Album insgesamt. Zwischen solider Handwerkskunst und dem Wunsch, mehr zu sein als nur ein weiterer Beitrag im Melodic-Rock-Regal.

»88 Crash« und »Money To Burn«, beide mit Unterstützung von Gastmusiker Jake T. White bei den Backing Vocals, bringen etwas mehr Druck rein. Vor allem »88 Crash« hat diese leicht rauere Kante, die dem Album gutsteht. Die Gitarren dürfen hier etwas schärfer sein, ohne dass die Melodie verloren geht.

Stärken im Detail

Richtig stark wird es immer dann, wenn die Band das Tempo leicht rausnimmt. »I Can’t Make This Alone« zeigt, dass Mick White nicht nur kraftvoll, sondern auch gefühlvoll singen kann. Der Song baut sich langsam auf und lebt von seiner Dynamik. Ähnlich funktioniert »The Girl’s In Love«, das mit einem fast schon poppigen Ansatz überrascht, ohne ins Belanglose abzurutschen.

Der Titelsong »Shouting At The Hurricane« ist dann so etwas wie das Herzstück der Platte. Hier stimmt die Balance aus Pathos und Energie. Der Refrain ist groß, fast schon stadiontauglich, und bleibt hängen, ohne zu kitschig zu wirken. Genau solche Momente sind es, die zeigen, welches Potenzial in der Band steckt.

Kleine Längen und bekannte Muster

Im Mittelteil schleichen sich allerdings auch ein paar Längen ein. »Those Days« und »One Life« sind ordentlich geschrieben, aber ihnen fehlt der letzte Funke. Man hört saubere Arrangements und durchdachte Strukturen, doch die Songs bleiben weniger hängen als die stärkeren Momente zuvor.

»Righteous Zone« und »Control« ziehen das Tempo wieder an, wirken aber stellenweise etwas formelhaft. Hier greift die Band sehr stark auf Genre-Standards zurück, ohne ihnen eine eigene Note zu geben. Das ist nicht schlecht, aber eben auch nicht besonders aufregend.

Produktion mit klarem Fokus

Produziert wurde das Album von Mick White, Ray Callcut und Pete Lakin, der auch für Mix und Mastering verantwortlich war. Das hört man. Der Sound ist klar, druckvoll und sehr sauber. Jedes Instrument hat seinen Platz, nichts wirkt überladen. Gerade die mehrstimmigen Gesänge profitieren davon, weil sie sich schön entfalten können.

Manchmal hätte man sich vielleicht etwas mehr Mut zur Unschärfe gewünscht. Alles klingt sehr kontrolliert, fast schon geschniegelt. Ein bisschen mehr Ecken und Kanten hätten einigen Songs gutgetan und ihnen mehr Charakter verliehen.

Starkes Finale

Gegen Ende zieht das Album noch einmal an. »So Sweet« bringt eine gewisse Leichtigkeit zurück, während »I Kissed The Rain« als Abschluss erstaunlich gut funktioniert. Der Song setzt auf Atmosphäre statt auf große Gesten und bleibt genau dadurch im Kopf. Ein ruhiger, fast nachdenklicher Ausklang, der das Album besser abrundet, als man es nach dem Mittelteil erwarten würde.

»Shouting At The Hurricane« ist ein Album, das viel richtig macht, ohne durchgehend zu begeistern. WHITE SKIES zeigen, dass sie ihr Handwerk beherrschen und ein gutes Gespür für Melodien haben. Vor allem in den stärkeren Momenten blitzt auf, dass hier mehr möglich ist als solides Mittelmaß.

Gleichzeitig fehlt es dem Album stellenweise an Eigenständigkeit. Zu oft bewegt man sich in vertrauten Bahnen, ohne den entscheidenden Schritt darüber hinauszugehen. Das schmälert den Gesamteindruck ein wenig, auch wenn einzelne Songs klar herausstechen.

Unterm Strich bleibt eine Platte, die Fans des Genres gut abholen wird und genug Qualität mitbringt, um im Gedächtnis zu bleiben. Der große Sprung nach ganz oben ist es noch nicht, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Fazit: »Shouting At The Hurricane« ist für WHITE SKIES ein bedeutender Meilenstein, der die Band auf dem Weg nach oben weiter voranbringt.

Internet

WHITE SKIES - Shouting At The Hurricane CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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