Megaherz, Stoneman, Krankheit, One Mile To Nowhere 07.11.2014 Rockhouse, Salzburg

Written by Robert. Posted in Live Berichte 2014, Live-Berichte

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Published on November 09, 2014 with No Comments

Bands: Megaherz, Stoneman, Krankheit, One Mile To Nowhere Date: 07.11.2014 Venue: Rockhouse, Salzburg


20 Jahre Bandgeschichte sind wohl ein guter Grund sich auf Tour zu begeben. Doch auch die durchaus gut aufgenommene Scheibe Zombieland war ein weiterer Grund die Bretter, die die Welt bedeuten aufzusuchen, um ihren Fans die volle Breitseite zu bieten. Von wen man hier spricht? Nun ganz einfach von Megaherz, welche ich wohl in der NDH breit gefächerten Szene niemanden mehr so richtig vorstellen muss. Gelten die Jungs schon seit Jahren als Dauerbrenner und das man auch weitab vom Metal/Rock Geschehen die Massen mitreißen kann, hätte mich durchaus dazu verleiten lassen Blind zu sagen, dass das Rockhouse massig besucht wird. Denn genau an diesem Freitag (07.11.14) war jener Stopp, welchen man als letztes Drittel bezeichnen kann. Etwas früher, aufgrund eines Interviews mit Alex von Megaherz, begaben wir uns in Richtung Rockhouse. Dort angekommen musste man gleich die schlechte Nachricht vernehmen, dass der Veranstalter von der Halle in die Bar ausgewichen ist. Nun ist für mich doch etwas unbegreiflich, denn so oft ist nun Rock/Metal technisch in unserer Landeshauptstadt auch nicht was los. Kommt dann was gehen nur wenige hin. Nun ja scheint wohl in letzter Zeit immer mehr der Fall zu sein. Kann aber auch am Preis oder der Werbung gelegen haben, denn AK 26€ sind ja wirklich nicht unbedingt ein Pappenstiel. Nach absolviertem Interview unterhielt man sich mit den Bands recht gut und musste gleich feststellen, dass während des Soundchecks die ersten Besucher in die Bar gelassen wurden, ein etwas unbegreiflicher Schritt des Veranstalters und so mussten sich die beiden Support Bands mit einem Quickie Soundcheck begnügen.

01-one-mile-to-nowhere-10Die erste Band des Abends, waren One Mile To Nowhere. Vom Stil her passten sie zu den restlichen Acts nicht wirklich, dennoch konnte man zur früheren Stunde einige Fans mit dem Heavy Rock/Metal begeistern. Die sehr schlichten Stücke waren sicherlich eine gute Vorstellung und die Jungs hatten sichtlich Spaß an ihrem Material und auch am Live-Spiel. Hatte es ja in meinem Bericht zur Scheibe vergessen, dass man eine Keyboarderin hat. Wurde mir aber auch gleich bewusst warum, denn so richtig beteiligt ist die Dame auf den Tasten nicht. Könnte man durchaus auch im Background abspielen lassen. Die Jungs selbst beübten sich gegenseitig und absolvierten für mich persönlich einen sehr energetischen Auftritt. Sicherlich ist der Sound der Truppe nicht unbedingt spektakulär und passte genau in das Flair einer Rockbar, aber sie machten einen koordinierten Haufen aus, der gegenüber der Tastendame die Instrumente beherrscht. Selbige hatte wohl auch nicht unbedingt die Kraft und spielte ab gut 5 min im Sitzen, ich meine das geht ja bei einer Rock/Metal Band ja nun wirklich nicht. Während die Formation weiterhin für viel Energie und eine gute Stimmung sorgte, beteiligte sich die Keyboarderin immer weniger am gemeinsamen Spiel. Ein etwas überdenkbarer Posten, denn im gesamten Blickt man drauf und das passt dann einfach nicht und schmälerte sehr stark den Gesamteindruck einer harmonisierenden Band. Alleine schon das Können ist ja schon sehr spärlich und zog vor allem Kollegin Ronja ein Grausen auf, welche ja das Klavier in ihrer Schulausbildung (klassisch) erlernt hatte. Vor allem beim Solostück von Beethovens Feder war es einfach nur schrecklich zuzuhören, sorry, aber Eli hat definitiv noch etliche Stunden zu lernen, vorliegende Leistung macht eine schlichte Abspielbontempiorgel auch. Hätte man aber auch kein Insider sein müssen, um zu wissen, dass die Dame einfach wirklich umsonst da im Line Up ist. Sorry aber das hat den Eindruck für mich als Live Berichterstatter schon merklich irritiert. Der restliche Tross gab wirklich alles und somit war man nach gut 25 min Schweiß gebadet. Ein merkliches Defizit war auch der Sound, denn über den ganzen Auftritt hinweg war ein arges, störendes Knacksen aus den Boxen zu vernehmen, was bis zum Ende hin nicht behoben werden konnte, schade für den agierenden Act. War den Besuchern wirklich egal und schmälerte die Feierlauen zu keinem Zeitpunkt und man bejubelte die Songs und das kann man durchwegs als Bonus verbuchen. Der Sänger kommt live definitiv besser zur Geltung, als auf Scheibe und hatte ein gut geöltes Reibeisenorgan. Über das Material an sich könnte man sicherlich streiten, für mich etwas zu langwierig-eintönig auf die Dauer, aber für einen Warm Up Act ging das in Ordnung. Dass die Feiermeute vor der Bühne noch um eine Zugabe bettelte war sicherlich seitens der Männer an den Instrumenten legitim, hätte aber aufgrund des engen Zeitplans nicht abgehalten werden dürfen. Ist halt leider so bei Warm Up Bands und demgegenüber kamen die folgenden Acts in Zeitverzug und mussten ihre Set kürzen.

02-krankheit-16Krankheit sind unserer Redaktion bis in den höchsten Norden bekannt. Erst kürzlich in Berlin aufgegeigt, konnte man diesen Abend sicherlich als Heimspiel verbuchen. Mit 30 oder sagen wir so geglaubten 30 Minuten ging man ins Rennen und hatte eher die harten Brocke ausgepackt. Ist einfach gelungener und kommt im Gesamtpacket einfach kerniger und druckvoller zum Abgehen rüber. Das Triumvirat der Krankheit war wieder in bester Manier aufgelegt und gab wirklich alles. Vor allem das Gaukel-Peitsch Duo Chris und Roy boten wieder eine harmonisierende Doppellivefront. Hätte ich mir wohl nicht gedacht, dass die Jungs so abgefeiert werden und man ordentlich zur Sache geht. War somit sichtlich gut anzusehen und die Burschen haben sich solch eine Huldigung definitiv verdient. Alle vorderen Reihen waren geschlossen und das Treiben konnte somit den Hitzepegel in der Rockhousebar weiterhin nach oben hieven. Auch die Localmatadoren kämpften mit dem Sound und dem knacksen in den Boxen, was einfach das Live Erlebnis und dem Geltung kommen der Songs merklich dezimierte. Keine unwichtigen Ansagen und dennoch die Meute fest im Griff, genau das macht den Chris an den Vocals aus. Man merkte einfach, dass es nicht viele Worte braucht und man einfach die Musik sprechen lassen will. Gute Kombination und dennoch harmonisierte der Fronter gemeinsam mit Gitarrenmiststück Roy (he knows what and how I mean). Einfach göttlich dass man die sehr kleine, verstellte Bühne vollends nutzen konnte. Die Besucher schrien um jeden Track und bejubelten jedes Stück. Wirklich cool und erfreute die Band, als auch unsere Redaktion, denn die Auswahl war gut getroffen und lies einen wütenden Mob organisieren. Eine Wall of Death bei einer Dark-Industrial Band? Funktioniert nicht, geht nicht? Nun das Publikum sah dies etwas anders und machte einfach munter drauf los. Somit konnte das Treiben einfach niemand einschränken. Eigentlich wären noch 2 Tracks zur Verfügung gestanden, wo man auch einen neuen Song präsentieren wollte. Leider Aufgrund des Voracts nicht mehr möglich und so wurde das Ende abrupt eingeläutet. Sehr schade, denn genau das neue Stücke hätte ich gerne Live erlebt.

03-stoneman-21Stoneman waren für mich im Anschluss der heimliche Überraschungsact des Abends. Vorher noch nie etwas von den Jungs gehört gingen diese auf die Bühne und hatten meine Wenigkeit völlig geflashed. Grundgütiger mit welchem Timing, Acting und einer gekonnten, sehr unterhaltsamen Mischung man aufgeigte. Die Schweizer Truppe ist mit ihrem Dark Rock sicherlich deutlich ruhiger aufzunehmen gegenüber ihren Vorgängern, allerdings passte hier jede Schraube und der Sound war einfach brillant. Die Songs, von eher schlichterer Machart, waren amtliche Partykracher und so wurde das vordere Drittel der Feierfraktion kaum gelüftet. Weiterhin wurde fiebrig abgegangen auf Teufel komm raus. Stücke wie „Goldmarie“, „an die Geräte“ (mein absolutes Highlight) oder „Mord ist kunst“ gingen von der Band runter an die Feiermeute und wurden wohlwollend aufgenommen. Sehr begeisterungswürdiger Act, welcher viel Potential nicht nur intus hat, sondern diesen ohne Hehl auf die Fans los lässt. Fürs Auge, als auch fürs Gehör wurde einiges ausgepackt und so unterstrich man mehr als nur legitim, warum man als Überraschungsact für die Tour gebucht wurde. Ein durchaus guter Griff meiner Meinung nach. Die Homage an Düsternis und klaren, teils romantisch-melancholischen Verstrebungen zog sehr gut und ließ einfach nichts anderes übrig als alle Daumen nach oben zu strecken, denn man war sichtlich routiniert und dennoch nicht zu glatt poliert. Auftreten und Showacting gingen schwer und Ordnung. Vor allem der Heino Look a Like an der Gitarre war einfach ein Brüller mit seiner Schweißerbrille. Die gezauberte, durch die Vorband vorbereitete Stimmung konnte man weiterhin ausbauen und somit nach dem letzten, für mich abermals zu frühen Ende an den Hauptact übergeben.

Setlist:

01. Mord ist Kunst
02. An die Geräte
03. Freundlich sein
04. Goldmarie
05. Liebe Liebe
06. Liebeslied

04-megaherz-13Die Münchner Formation hätte ja bereits vor etlichen Jahren schon einmal in Salzburg auftreten sollen. Dies war leider aufgrund eines sehr dilettantischen Veranstalters nicht möglich gewesen. Obwohl bei den letzten Auftritten vor gut 800 – 1000 Besuchern aufgeigend, ließ man das Ruder nicht aus der Hand oder man merkte irgendwie das man vor weniger Fans nicht genauso alles gibt. Keine Frage Megaherz sind Routiniers und zogen zu guter Letzt alle Register. Es war ihnen völlig egal ob dort ca. 150 Leute sind oder eine Halle mit 1000 Fans, die Truppe schöpfte aus den Vollen und die Energie brauste weiterhin weit, steil nach oben. Das Keulenmikro war einfach amtlich und passte zum Coverartwork der neuen Scheibe „Zombieland“, welches auch als erste Granate ausgepackt wurde. Vor der Bühne, obwohl schon in Dauerfeierlaune gab es nun absolut kein Halten mehr und der Mob wütete weiterhin artig und huldigte dem NDH Act auf Teufel komm raus und das bis zum letzten Exzess. So etwas sieht man gerne und das erfreute die Jungs von Megaherz, denn die Salzburger bewiesen, dass auch eine kleinere Besucherzahl ordentlich feiern kann und noch mehr. Ob nun Mitmachsachen, oder einfach nur amtliches Gebange, die Fans waren zu allem freudig aufgelegt und steigerten sich in einen wahren Feierrausch. 20 Jahre waren zu feiern und dafür hatten die Münchner einiges an Songs mitgemacht, somit ein Feierpotpourri der besonderen Art. Freudig wurde alles aufgenommen und man gierte um immer mehr. Das Set ließ für niemanden etwas offen und somit hatte man, was die Auswahl und die Umsetzung betraf alles richtig gemacht. Optisch, wie auch Soundtechnisch kann man hier einfach nur doppelt unterstreichen, das Megaherz zu den Acts des NDH gehören die man nicht unterschätzen sollte. Von vielen schon abgeschrieben, hat man wohl über die Tour verteilt, vor allem an diesem Abend den Spieß umgedreht. Blut geleckter, energetischer und mit viel Stimmung versehen könnte man nicht einen wütenden Mob zaubern, so wie es die Formation an diesem Abend getan haben. Da kann man nur sagen, auf die nächsten 20 Jahre, denn nach dem Zugabeteil wurde dann endgültig das Zombieland verlassen.

Setlist:.
01. Zombieland
02. Fanatisch
03. Prellbock
04. Dein Herz schlägt
05. Blender
06. Mann im Mond
07. Lieblingsfeind
08. 5. März
09. Hurra – Wir leben noch
10. Unter Strom
11. Schwarzer Engel
12. Augenblick (Piano-Version)
13. Gegen den Wind
14. Heuchler
15. Jordan
16. Gott sein

Zugabe:

17. Intro: Ain’t Talking About Love
18. Jagdzeit
19. Himmelsstürmer
20. Für immer
21. Miststück

Trotz der kleineren Besucherzahl für solch einen Abend ein tolles Erlebnis. Besonders bedanken möchte ich mich bei der Tourmanagerin Kayla, die sich um uns alle versiert gekümmert hatte, egal ob Band oder Pressefritze. Hoffe aufgrund der geringen Besucherzahl, das Megaherz uns schon bald mal wieder besuchen werden, wäre wirklich Schade. Alle die an diesem Abend lieber Couchsurfer gespielt haben, haben wirklich was verpasst.

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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