Bands: Soulfly, King Parrot, Incite, Lody Kong Date: 22.02.2016 Venue: Rockhouse, Salzburg

Die Stadt Salzburg ist für viele immer wieder eine Reise wert. Die einen kommen wegen dem Christkindlmarkt, andere wegen den Festspielen, und auch die Altstadt lockt den einen oder anderen Touristen. Für eine gewisse Gruppe scheint jedoch das Ziel nicht sehr attraktiv zu sein: Metal-Bands. Ja, es waren in den letzten Jahren auch Größen wie Sabaton, Behemoth, Powerwolf oder auch Trivium hier, wenn man sich jedoch so ansieht welche Bands unterwegs sind, ist die Zahl der Hochkaräter in der Mozartstadt nicht gerade groß. Daher war es umso erfreulicher, als sich die Brasilianer Soulfly rund um die Legende Max Cavalera im Rockhouse ankündigten. Bereits vor dem Start der ersten Band war vor der Halle schon einiges los und im Laufe des Abends wurde sogar das Ausverkauft-Schild an die Türe gehängt. Wenn man bedenkt, dass das Konzert an einem Montag stattfindet. Eine durchaus beeindruckende Situation, die auch zeigt, dass die Salzburger Konzertwelt doch ein wenig Potenzial hätte.

Bevor jedoch der „alte“ Cavalera mit seiner Kult-Truppe auf die Bühne darf, legt schon der Nachwuchs des Brasilianers los. Lody Kong, angeführt von den Söhnen Igor an Gitarre und Gesang und dem später auch bei Soulfly engagierten Drummer Zyon, darf bereits ein gut gefülltes Rockhouse begrüßen und startet hochmotiviert in ein relativ kurzes Set. Auch wenn man beim Anblick der Jungs eher an eine Schülerband denkt, zeigen diese relativ schnell, dass sehr viel Talent vorhanden ist. Der thrashige Sound der mit ein paar Punk-Elementen vermischt wird ist zwar jetzt nicht das Gelbe vom Ei, rein musikalisch ist hier aber durchaus noch einiges möglich. Nicht umsonst hat die Band auch schon mit Musikern wie Roy Mayorga (Ex-Soulfly, mittlerweile Stone Sour Drummer) zusammengearbeitet.

Nach der ersten Cavalera-Show ist auch schon gleich Zeit für die nächste: Incite aus Amerika haben auch einen Cavalera in den Reihen – den Stiefsohn von Max, Richie, der wie schon Igor zuvor für den Gesang zuständig ist. Mit ihrem modernen Thrash Metal, der auch teilweise an Soulfly erinnert, können die Amerikaner auch ein wenig besser beim Publikum punkten als die jungen Vorgänger. Man merkt auch relativ schnell, dass eine gewisse Live-Routine bereits da ist und auch musikalische Fähigkeiten vorhanden sind, alleine wenn man den Bewegungsradius der Band sieht. Auch hier darf man sich nicht wundern, warum Logan Mader (Ex-Machine Head und Ex-Soulfly Gitarrist, Produzent bei Five Finger Death Punch oder DevilDriver) schon als Produzent für die Band gearbeitet hat.

Ganz ohne einen Cavalera muss die nächste Band auskommen. King Parrot aus Australien haben die Ehre, das Publikum noch einmal so richtig auf den Headliner einzustimmen. Mit ihrem Grindcore/Thrash Gemisch können die Jungs aber gar nicht punkten. Optisch ein wenig an die Kassierer erinnernd passt hier doch relativ wenig oder besser gesagt: es herrscht Chaos. Drummer Todd Hansen mag zwar einiges drauf haben, das alleine reicht aber nicht so ganz aus um einen gelungenen Auftritt hinzulegen. Leider ein australischer Export der nicht im Ohr bleibt.

Nach etwas längerer Umbaupause dürfen nun aber alle Fans gespannt auf die Brasilianische Legende sein. Max Cavalera, Marc Rizzo, Mike Leon und Zyon Cavalera setzen von Beginn weg zu einem wahren Triumphzug an. In der randvollen Rockhouse-Halle geht es schon zum Opener We Sold Our Souls To Metal ordentlich ab. Max ist Anfang an bestens gelaunt und fordert das Publikum schon relativ schnell zu den ersten Circle Pits auf. Man muss zu Soulfly ja nicht viel erwähnen: Marc Rizzo ist ein Ausnahmegitarrist, Max ist gesanglich in starker Verfassung und vor allem der junge Zyon zeigt bei seinem zweiten Auftritt des Tages, welch starker Drummer er ist. Spätestens beim Sepultura-Cover Refuse/Resist gibt es dann aber kein Halten mehr und das Rockhouse tobt. Mit Prohecy, Seek ‚N‘ Strike und noch weiteren Sepultura Songs wie Arise oder Roots Bloody Roots ist das reguläre Set der Brasilianer aber auch recht schnell wieder zu Ende. Natürlich lassen sich die Jungs aber nicht zweimal bitten um doch noch für Back To The Primitive, dem Motörhead Cover Ace Of Spaces (mit King Parrot zusammen) und dem Medley aus Jumpdafuckup und Eye For An Eye zurückzukommen.

Setlist:

01. We Sold Our Souls to Metal
02. Archangel
03. Ishtar Rising
04. Blood Fire War Hate
05. Carved Inside
06. Refuse/Resist (Sepultura cover)
07. Sodomites
08. Prophecy
09. Seek ‚N‘ Strike
10. Shamash
11. Bethlehem’s Blood
12. Titans
13. Tribe
14. No Hope = No Fear
15. Arise / Dead Embryonic Cells (Sepultura cover)
16. Frontlines
17. Roots Bloody Roots (Sepultura cover)

Zugabe:
18. Back to the Primitive
19. Ace of Spades (Motörhead cover)
20. Jumpdafuckup / Eye for an Eye

Was bleibt also noch zu sagen? Soulfly überzeugen, vor allem der junge Zyon Cavalera an den Drums. Mit King Parrot hat man als Support doch ein wenig ins Klo gegriffen, jedoch mit den beiden anderen Bands mit Cavalera-Beteiligung durchaus auch passendes Material dabei. Wer an einem Montag das Rockhouse ausverkauft, der hat jedoch natürlich einiges richtig gemacht.

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