BLUTSAUGER – Nocturnal Blood Tyrants

cover artwork BLUTSAUGER Nocturnal Blood Tyrants

Band: BLUTSAUGER 🇮🇹
Titel: Nocturnal Blood Tyrants
Label: De Tenebrarum Principio / ATMF
VÖ: 29/08/25
Genre: Black Metal

Bewertung:

3/5

Die italienische trve Black-Metal-Formation BLUTSAUGER präsentiert ihr Debütalbum Nocturnal Blood Tyrants. Ganz dem rohen, atmosphärischen und echten Black Metal verpflichtet, halten sie sich an die Regeln des Old School, authentischen Black Metal.

Aggressive Riffs, dichter Sound und höllische Schreie

Eine höllische Atmosphäre empfängt den Hörer mit „Blood Solstice“ – ferne, rituelle Intonationen, aggressive Riffs, ein dichter und roher Sound. Dazu infernalische, unirdische Schreie, nicht melodisch, sondern im Old-School-Stil. Mit einer Serie sehr rhythmischer Riffs bringen sie eine gewisse Ordnung in den Song. Ein starker, kraftvoller Auftakt.

BLUTSAUGER wurde 2021 von H. Škrat (Elvis Masut – u. a. Aganis, Akroterion, Grim Landscape, ex-Nuclear Aggressor, ex-Eerie Sin) ins Leben gerufen. Er übernahm Gitarre, Bass und Gesang, während Aasimar für Keyboards und Schlagzeug verantwortlich war. Sie verließ die Band 2025; auch wenn es nicht erwähnt ist, kann man davon ausgehen, dass jemand anderes die Drums für das Album übernommen hat. 2024 stieß Hörske als zweiter Gitarrist hinzu, und diese beiden bilden nun das feste Line-up. Nach einem ersten Demo 2021 markiert das Full-Length-Debüt Nocturnal Blood Tyrants den Beginn eines komplexeren, konzeptionellen Werks.

Lo-Fi-Produktion

Noch höheres Tempo bringt „The Black Hunters“, eine reine Demonstration aggressiver Musik: Schreie, ein rauer, massiver Gitarrensound. Blasphemische Texte, typische und direkte Form des Black Metal – durchgehend dicht, massiv, verzerrte Riffs, gnadenloses Schlagzeug, eine völlige Immersion in den rohen, abgründigen Klang. In derselben Atmosphäre geht es weiter mit „Black Shroud Ritual“: infernalisch und unheilvoll, mit massiven verzerrten Akkorden und schnellen, hämmernden Drums. Darüber thronen die Stimmen aus der Hölle.

Die Produktion ist, wie erwähnt, sehr roh. „Lo-Fi“ beschreibt es besser. Die Melodien, soweit vorhanden, sind zwar noch hörbar, doch die Gitarren sind stark verzerrt und als kontinuierliche Klangwand abgemischt. Die Drums liegen eher im Hintergrund, während die Vocals klarer, höllisch und verstörend hervortreten. Alles in allem klingt es genauso, wie man es von einer puristischen Black-Metal-Band erwartet. In manchen Passagen ist es schwer, die Instrumente auseinanderzuhalten, so eng ist alles zusammengefügt. Aber als Gesamtergebnis liefert die Produktion genau das, was roher Black Metal sein soll.

Unheilvolle Atmosphäre, komplexe Kompositionen

A Plague Of Iron And Dust“ führt die bereits etablierte Stimmung fort, mit stärkerem Fokus auf die Riffs und Tempowechseln, die eine unheilvolle, rituelle, dunkle Atmosphäre schaffen. „Wrath Of The Banshee“ wiederum massiv, dicht und aggressiv. Der Titeltrack „Nocturnal Blood Tyrants“ zeigt sich kompositorisch komplexer, vielfältiger im Ausdruck. Ein anderes Schlagzeugspiel, aber ebenfalls extrem schnell, dazu dämonische Schreie; ein Tempowechsel verlangsamt den Song deutlich. Eine klare Hommage an den alten norwegischen Black Metal – roh und in seiner reinsten Form. Ein Höhepunkt.

BLUTSAUGER schöpfen ihre Inspiration aus transsilvanischer und österreichisch-ungarischer Folklore, in der die Gestalt des Nosferatu als Symbol nächtlichen Schreckens und ewiger Finsternis erscheint. Ihre Musik spiegelt diesen düsteren, uralten Mythos wider – ohne jede Verklärung, voller beklemmender Intensität.

Wash Them With Fire“ setzt den Angriff mit Nachdruck fort, aggressiv und rhythmisch. Eine präsenter auftretende Leadgitarre sorgt für einen atmosphärischen Wechsel, während ein chorartiges Schreien den Song beendet. Ein guter, abwechslungsreicher Moment. Das letzte Stück „Ausgeblutet“ beginnt mit einem filmischen Intro, von einer Aura des Alten getragen, wird aggressiv und endet in dramatisch gequältem Gesang. Mit einem Hauch von Melodie und einem erneuten cineastischen Ausklang.

Roh und authentisch – eine Verkörperung des Black Metal

Ein Paradebeispiel für rohen Black Metal, geschaffen aus reiner Hingabe an den Kult. Keine Melodien, nur peitschende Gitarren, ein unterproduzierter Sound, gekrönt von infernalischen Schreien. Ein Rezept, das funktioniert, seit die Urväter es erfanden. Und BLUTSAUGER wissen, wie man diese Traditionen bewahrt und dabei einfache, aber aggressive Musik erschafft. Ebenso tief verwurzelt wirken sie in Mythen und in der dunklen, ritualistischen Seite des Black Metal.

Nichts Neues, aber ein Album für Puristen und eingefleischte Fans. Genau das, was sie suchen: ein ununterbrochenes Riffgewitter von Anfang bis Ende, finstere Atmosphäre, dunkle Stimmung, okkulte, mystische Texte. BLUTSAUGER verkörpern mit voller Hingabe den rohen, dunklen Geist des Black Metal – ohne jede Schönfärberei. Ein purer Angriff, seltene Ruhepunkte, vollständig in eine sinistere Aura gehüllt.

Fazit: Mit ihrem Debütalbum “Nocturnal Blood Tyrants” liefern BLUTSAUGER traditionellen Black Metal – roh, lo-fi und direkt.

Tracklist

01. Blood Solstice
02. The Black Hunters
03. Black Shroud Ritual
04. A Plague Of Iron And Dust
05. Wrath Of The Banshee
06. Nocturnal Blood Tyrants
07. Wash Them With Fire
08. Ausgeblutet

Besetzung

H. Škrat – Guitars, Bass, Vocals
Hörske – Guitars

Internet

BLUTSAUGER – Nocturnal Blood Tyrants CD Review

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