EDENBRIDGE – Set The Dark On Fire

EDENBRIDGE - Set The Dark On Fire - album cover

Band: EDENBRIDGE 🇦🇹
Titel: Set The Dark On Fire
Label: Steamhammer
VÖ: 16/01/26
Genre: Symphonic Power Metal

Tracklist

01. The Ghosthip Diarues
02. Cosmic Embrace
03. Where The Wild Things Are
04. Tears Of The Prophets
05. Our Place Among The Stars
06. Set The Dark On Fire
07. Bonded By The Light
08. Divine Dawn Reveal
09. Lighthouse
10. Spark Of The Everflame – Let Time Begin
11. Spark Of The Everflame – The Winding Road To Evermore
12. Spark Of The Everflame – Per Aspera Ad Astra
13. Spark Of The Everflame – Where It Ends, Is Where It Starts

 

Besetzung

Sabine Edelsbacher – Vocals
Lanvall – Guitars, Keys, Orchestration
Sven Sevens – Guitars
Steven Hall – Bass
Johannes Jungreithmeier – Drums

 

Bewertung:

4,5/5

EDENBRIDGE gehören seit über zwei Jahrzehnten zu den festen Größen im europäischen Symphonic-Metal. Gegründet von Multiinstrumentalist und Songwriter Lanvall, steht die Band für große Melodien, orchestrale Weite und die unverkennbare Stimme von Sabine Edelsbacher. Das aktuelle Line-up bringt viel Erfahrung und Präzision zusammen: Sabine Edelsbacher am Gesang, Lanvall an Gitarre, Keyboard und Orchestration, Sven Sevens an der zweiten Gitarre, Steven Hall am Bass und Johannes Jungreithmeier am Schlagzeug.

Mit »Set The Dark On Fire« knüpft die Band nicht nur an ihre eigene Geschichte an, sondern setzt sie mit frischem Schwung fort.

Ein Album wie eine Reise

Schon der Opener »The Ghostship Diaries« zieht den Hörer in eine Welt aus schwebenden Keyboards, dramatischen Chören und treibenden Gitarren. EDENBRIDGE machen hier direkt klar, dass sie nichts von ihrer epischen Erzählkunst eingebüßt haben. Die Produktion ist klar, breit und druckvoll, ohne steril zu wirken. Alles atmet, alles hat Raum, insbesondere Sabine Edelsbachers Stimme, die sich mühelos über das dichte Arrangement legt.

»Cosmic Embrace« führt diese Stimmung weiter, wirkt im Kontrast hierzu etwas hymnischer. Die Refrains sind so gebaut, dass sie sich sofort festsetzen, ohne auf billige Eingängigkeit zu setzen. Lanvalls Handschrift ist überall zu spüren: große Harmonien, viele kleine Details im Hintergrund, die man erst beim zweiten oder dritten Durchlauf richtig wahrnimmt.

Zwischen Härte und Gefühl

Mit »Where The Wild Things Are« wird es kantiger. Die Gitarren treten stärker in den Vordergrund, das Schlagzeug arbeitet mit mehr Druck, ohne die symphonische Basis zu verlieren. Gerade hier zeigt sich die Stärke des aktuellen Line-ups. Johannes Jungreithmeier spielt präzise und dynamisch, während Steven Hall dem Ganzen eine warme, erdige Basis gibt.

»Tears Of The Prophets« ist eines der emotionalen Zentren des Albums. Sabine Edelsbacher klingt hier besonders nahbar, annähernd verletzlich. Die Melodie trägt eine gewisse Melancholie, die sich langsam zu einem kraftvollen Finale aufbaut. EDENBRIDGE verstehen es nach wie vor, Pathos einzusetzen, ohne ins Kitschige zu rutschen.

Der Titeltrack als Statement

»Set The Dark On Fire« ist mehr als bloß der Namensgeber. Der Song bündelt vieles, wofür die Band steht. Große Chöre, ein treibender Rhythmus und ein Refrain, der nach Bühne und Publikum schreit. Hier wird deutlich, wie sehr EDENBRIDGE für das Live-Gefühl schreiben. Das Stück wirkt wie ein Aufruf, sich dem Licht entgegenzustellen, musikalisch wie inhaltlich.

»Bonded By The Light« und »Divine Dawn Reveal« halten das Tempo hoch, wirken dabei im Gegensatz hierzu unterschiedlich in ihrer Ausrichtung. Während ersterer eher hymnisch und geradeaus kommt, spielt letzterer stärker mit Atmosphäre und schichtweisen Arrangements. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass das Album desgleichen in der zweiten Hälfte nicht an Spannung verliert.

Ruhepunkte und große Gesten

Mit »Lighthouse« gönnt sich die Platte einen Moment zum Durchatmen. Der Song ist ruhiger, fast balladesk, aber zu keinem Zeitpunkt belanglos. Die Melodie trägt viel Sehnsucht in sich, und genau darin liegt seine Stärke. EDENBRIDGE zeigen hier, dass sie nicht allein laut und groß können, sondern daneben leise und intensiv.

Das große Finale bildet die vierteilige »Suite Spark Of The Everflame«. Diese Sequenz ist ein eigenes kleines Album im Album. Von »Let Time Begin« über »The Winding Road To Evermore« bis hin zu »Per Aspera Ad Astra« und »Where It Ends, Is Where It Starts« entfaltet sich eine musikalische Erzählung, die alle Stärken der Band bündelt. Epische Bögen, progressive Elemente, ruhige Passagen und wuchtige Höhepunkte greifen hier ineinander. Besonders beeindruckend ist, wie organisch die Teile miteinander verbunden sind, ohne sich zu wiederholen.

Klang und Identität

Die Produktion von »Set The Dark On Fire« wirkt modern, wenngleich nicht glattgebügelt. Die Orchestrierungen stehen nie im Weg der Rockinstrumente, sondern ergänzen sie. Gerade im Symphonic-Metal ist das keine Selbstverständlichkeit. Hier fühlt sich alles ausbalanciert an. Lanvall beweist erneut, dass er nicht nahezu ein guter Songwriter, sondern auch ein feiner Arrangeur ist.

Sabine Edelsbachers Stimme bleibt das emotionale Zentrum. Sie trägt die Texte mit Klarheit und Ausdruck, ohne in übertriebene Dramatik abzurutschen. Man hört, dass sie diese Songs lebt.

»Set The Dark On Fire« ist ein starkes Album, das EDENBRIDGE auf der Höhe ihres Könnens zeigt. Es vereint alles, was Fans an der Band schätzen, und bringt genug frische Ideen mit, um nicht wie eine bloße Wiederholung früherer Erfolge zu wirken. Die Mischung aus Härte, Melodie und orchestraler Weite geht hier angelegentlich gut auf.

Fazit: EDENBRIDGE‘s »Set The Dark On Fire« ist ein beeindruckendes Album, das die Grenzen des Genres auslotet und neue Maßstäbe setzt.

Internet

EDENBRIDGE - Set The Dark On Fire - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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