CARRION VAEL – Slay Utterly

CARRION VAEL - Slay Utterly - album cover

Band: CARRION VAEL 🇺🇸
Titel: Slay Utterly
Label: Unique Leader Records
VÖ: 16/01/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. 19(fucking)78
02. Truth or Consequences
03. 1912
04. 30 on 9
05. 40 Echoes Upon the Parlor
06. Lord of 74
07. Bisection 47
08. Black Chariot

 

Besetzung

Travis Lawson Purcell – Vocals
Alex Arford – Bass
Trenton Limburg – Guitar
Ryan Kurder – Guitar
Matt Behner – Drums

 

Bewertung:

3/5

CARRION VAEL stammen aus den USA und bewegen sich seit Jahren zwischen modernem Melodic-Death-Metal, klassischem Thrash-Drive und einer ordentlichen Portion Death-Metal-Wucht. Die Band setzt auf ein technisch versiertes, im Kontrast hierzu nie völlig verkopftes Songwriting. Im aktuellen Line-up stehen Travis Lawson Purcell am Gesang, Alex Arford am Bass, Trenton Limburg und Ryan Kurder an den Gitarren sowie Matt Behner am Schlagzeug. Mit »Slay Utterly« legt das Quintett nun ein Album vor, das mehr auf Direktheit als auf große Experimente setzt.

Erster Eindruck

Schon der Opener »19(fucking)78« macht klar, wohin die Reise geht. Harte Riffs, schnelles Drumming und ein aggressiver Einstieg ohne Umschweife. CARRION VAEL verschwenden keine Zeit mit langen Intros oder atmosphärischem Aufbau. Stattdessen knallen sie dem Hörer ihr Riffmaterial direkt vor den Kopf. Das wirkt zunächst roh und ungefiltert, was dem Album einen gewissen Old-School-Charme gibt. Gleichzeitig merkt man desgleichen, dass hier eher auf Druck als auf feine Details gesetzt wird.

Die Produktion ist solide, wenngleich nicht übermäßig poliert. Die Gitarren stehen klar im Vordergrund, das Schlagzeug klingt trocken und direkt, der Bass bleibt vorwiegend im Hintergrund, ist im Gegensatz hierzu hörbar präsent. Purcells Gesang bewegt sich im typischen Melodic-Death-Metal-Rahmen, mal kehlig und aggressiv, mal nahezu tiefer und schleppender. Große melodische Bögen sucht man hier eher selten, dafür gibt es konstanten Vorwärtsdrang.

Songs und Struktur

Die Tracklist wirkt auf den ersten Blick kryptisch. Titel wie »1912«, »30 on 9« oder »Bisection 47« geben kaum Hinweise auf Inhalte oder Stimmungen. Musikalisch folgt das Album jedoch einer klaren Linie. Die meisten Songs bewegen sich im mittleren bis hohen Tempo, unterbrochen von gelegentlichen Groove-Passagen, die etwas Luft verschaffen.

»Truth or Consequences« sticht mit seinem eingängigen Hauptriff hervor. Hier gelingt der Band eine gute Balance zwischen Härte und Wiedererkennungswert. »40 Echoes Upon the Parlor« geht einen Schritt weiter und arbeitet mit leicht düsteren Harmonien, die dem Song mehr Tiefe geben. In diesen Momenten zeigt sich, dass CARRION VAEL durchaus mehr können als bloß Drauflos-Geballer.

»Lord of 74« bringt einen leicht thrashigen Einschlag ins Spiel. Die Gitarrenarbeit wirkt hier kantiger, das Schlagzeug treibt mit mehr Groove. Auch »Black Chariot« am Ende des Albums bleibt im Gedächtnis, weil er das Tempo nahezu variiert und nicht nur auf Dauerfeuer setzt.

Andere Stücke wie »30 on 9« oder »Bisection 47« erfüllen eher eine funktionale Rolle. Sie halten das Album am Laufen, liefern allerdings wenig eigene Akzente. Das führt dazu, dass sich in der Mitte von »Slay Utterly« eine gewisse Gleichförmigkeit einschleicht.

Gitarren, Rhythmus und Gesang

Das Herzstück des Albums ist eindeutig die beiden Gitarren. Limburg und Kurder liefern ein dichtes Riffgeflecht, das stark auf klassischen Melodic-Death-Metal der frühen 2000er verweist. Harmonien tauchen immer wieder auf, bleiben hingegen größtenteils kurz und werden schnell von vorn von aggressiveren Passagen verdrängt. Soli gibt es, sie stehen demgegenüber nicht im Mittelpunkt, sondern dienen eher als kurze Highlights zwischen den Riffs.

Matt Behners Schlagzeugarbeit ist präzise und kraftvoll. Blastbeats werden gezielt eingesetzt, ohne das komplette Album zu dominieren. In den langsameren Passagen zeigt er ein gutes Gespür für Groove, was den Songs mehr Bodenhaftung gibt. Alex Arfords Bass ist zwar nicht spektakulär abgemischt, trägt aber spürbar zur Wucht bei.

Purcells Stimme ist rau, durchsetzungsfähig und ziemlich konstant. Er variiert wenig, was einerseits für Wiedererkennung sorgt, andererseits dazu führt, dass die Songs stimmlich spärlich eigene Charaktere entwickeln.

Stärken und Schwächen

»Slay Utterly« punktet vor allem durch seine Energie. Das Album wirkt wie ein Live-Set, das ohne große Pausen durchgespielt wird. Wer schnörkellosen Melodic-Death-Metal mit ordentlich Druck sucht, bekommt hier genau das. Die Band klingt eingespielt und sicher in dem, was sie tut.

Die Kehrseite ist die fehlende Abwechslung. Nach etwa der Hälfte der Spielzeit hat man das Gefühl, die wichtigsten Ideen bereits gehört zu haben. Es fehlt an Songs, die wirklich herausragen oder eine andere Stimmung ins Spiel bringen. Ebenfalls tragen die Songtitel wenig zur Orientierung bei, was das Wiederfinden einzelner Tracks erschwert.

Fazit: »Slay Utterly« von CARRION VAEL ist ein hörenswertes Werk für Fans des Melodic-Death-Metal, die Wert auf dunkle Atmosphäre und technische Finesse legen.

Internet

CARRION VAEL - Slay Utterly - CD Review

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Related Articles

- Advertisement -spot_img

Latest Articles