SYLOSIS – The New Flesh

SYLOSIS – The New Flesh

Band: SYLOSIS 🇬🇧
Titel: The New Flesh
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 20/02/26
Genre: Melodic Death/Thrash Metal

Tracklist

01. Beneath The Surface
02. Erased
03. All Glory, No Valour
04. Lacerations
05. Mirror Mirror
06. Spared From The Guillotine
07. Adorn My Throne
08. The New Flesh
09. Everywhere At Once
10. Circle Of Swords
11. Seeds In The River

 

Besetzung

Josh Middleton – Guitar, Vocals
Alex Bailey – Guitar
Ali Richardson – Drums
Conor Marshall – Bass

 

Bewertung:

4,5/5

SYLOSIS liefern seit über zwei Jahrzehnten qualitativ hochwertige Kompositionen im Extreme-Metal-Sektor. „The New Flesh“ gliedert sich als siebtes Album reibungslos in die Diskografie der Briten ein. Das technische Niveau bleibt weiterhin hoch und sorgt für eine abwechslungsreiche, kraftvolle Produktion.

Originelle Songstrukturen

Eine klare Stärke von SYLOSIS ist ihr Zugang zum Aufbau von Songstrukturen. Sie ergreifen altbekannte, gut bewährte Stilmittel und machen daraus etwas Originelles, indem sie viel Variation einbringen. Auf „The New Flesh“ ist das häufig zu beobachten. In „Erased“ werden z. B. alle Kernelemente bis einschließlich des Refrains vorgestellt, um sie danach laufend zu adaptieren. In der zweiten Strophe wird der Schlagzeugbeat schneller, thrashiger, während die Bridge gleich bleibt. Das sorgt für eine dynamische, schrittweise Steigerung, die sich immer weiter fortsetzt. Der Marsch-Beat in der Mitte, der zuerst für sich alleine steht und dann synchron von den Gitarren begleitet wird, fetzt am Ende noch einmal heftig rein. Das funktioniert zuhause über Kopfhörer schon grandios und sorgt live für das reinste Mosh- und Headbang-Massaker!

Beeindruckende Gesangsvariation

Neben den abwechslungsreichen Schlagzeugrhythmen und Gitarrentechniken ist insbesondere Josh Middletons Gesang hervorzuheben. Seine Spannweite und Kontrolle sind der Wahnsinn. In „Seeds In The River“ offenbart er sein gesamtes Können: von gefühlvollem Gesang bis hin zu tiefem Grölen und giftigem Schreien ist alles dabei. Alleine dieses Angebot an Gesangstechniken macht das Lied zu einem unglaublich emotionsgeladenen und fesselnden Stück. Obwohl SYLOSIS bereits Lieder veröffentlicht haben, in denen Josh ausschließlich singt, sticht ein solches Exemplar trotzdem aus der Menge hervor. „Everywhere At Once“ könnte man als Power Ballade bezeichnen, aber dafür ist die Nummer nicht kitschig genug. Das Lied hat jedoch einen sehr drastischen, gefühlvollen Text, der durch das sanfte Schlagzeug und die Akustikgitarre weiter betont wird. Inmitten der Fülle an Brutalität dient es als willkommene Verschnaufpause vor dem großen Finale.

Kontraste werden nicht nur mithilfe von Melodik geschaffen

SYLOSIS bauen zwar gerne melodische Refrains als Kontrast zu den härteren, aggressiveren Strophen ein (z. B. „Erased“, „Lacerations“), aber sie beschränken sich nicht darauf. Die Band nutzt stille Momente, um den anknüpfenden, brachialen Segmenten zusätzliche Vehemenz zu verleihen. „All Glory, No Valour“ fährt z. B. ein durchgehend hartes Programm und bremst erst kurz vor der Mitte ab – eine Vollbremsung, die mit schwerfälliger Brutalität und einem angrenzenden, knackigen Solo belohnt wird. Der Titel von „Spared From The Guillotine“ lässt bereits Böses erahnen. Erdige Grooves, schmetternde Blast- und Polka-Beats jagen einander mit spürbarer Aggression. Der Refrain erinnert bei der „cut down to size“-Passage ziemlich an Phil Anselmo von PANTERA. Am Schluss runden die Gitarren das Lied mit geilen, kreischenden Effekten ab.

Meckern auf hohem Niveau

Jegliche Kritik ist Meckern auf hohem Niveau und wohl nur mit persönlichen Vorlieben abzutun. So haben mich z. B. zwei Lieder („Beneath the Surface“ und „Circle Of Swords“) etwas weniger mitgerissen. Der Opener hat zwar viel Druck, aber mir fehlt das gewisse Etwas. Ich kann es nicht genau deuten. Bei „Circle Of Swords“ zündet bei mir der Refrain nicht. Da sind alle anderen Bestandteile des Liedes viel stärker und stellen ihn ganz einfach in den Schatten.

Starke Fortsetzung

„The New Flesh“ setzt die Linie der Band mühelos fort. Der Sound ist sowohl kraftvoll als auch frisch, ohne überproduziert zu klingen. Nach nur drei Jahren Abstand zum Vorgänger „A Sign Of Things To Come“ haben SYLOSIS immer noch nicht ihren Zenit erreicht. Sie überraschen weiterhin mit kreativen Songwriting-Impulsen und einer authentischen Härte, die ihre Lieder ehrlich und lebendig machen.

Fazit: SYLOSIS überzeugen auf „The New Flesh“ erneut mit originellem Songwriting, kraftvollem Sound und einer Menge Abwechslung, die gerne öfter gehört werden möchte.  

Internet

SYLOSIS – The New Flesh

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