Tracklist
01. Chants Beneath The Shunned Shrines
02. The Devouring Fire Of Demonic Doctrine
Besetzung
Lord Svart – Guitars, Vocals
Anubis – Lead Guitars
Nocturnal Silence – Bass
Bestia – Drums
Die italienischen Atmospheric Doom-Death Metaller PRISON OF MIRRORS sind sechs Jahre nach ihrem Debüt mit dem zweiten Album „De Sepulchris Occultis et Igne Profanationis“ zurückgekehrt. Beeindruckend durch die Atmosphäre, die sie schaffen, hat das erste Release der Band Aufmerksamkeit auf sie gezogen, und dementsprechend wird das neue Release mit großen Hoffnungen auf ein weiteres herausragendes Werk erwartet.
Dissonanz und Komplexität über lange Strecken
Das Album eröffnet mit dämonischen Shrieks und chaotischer Instrumentierung. „Chants Beneath The Shunned Shrines“ stürzt Hörer sofort in eine typische Black Metal Atmosphäre, eine, die an rituelle Anbetung erinnert, mit infernalischer und meist dissonanter Musik. Die Gitarren liefern disharmonische Akkorde, die aufeinanderprallen und kontrastieren, verstärken perfekt die finstere Stimmung.
Über fünfzehn Minuten entwickelt sich der Song, mit Rhythmuswechseln, die die melodische Linie wiederholt transformieren. Trotzdem bleiben die erdrückende Atmosphäre und Stimmung konstant. Der Bass beeindruckt in einzelnen Passagen, während die Rhythmusgitarre cleane Riffs einführt und verschiedene Stile und Ansätze vermischt. Die Lead-Gitarre fügt eindringliche Akkorde hinzu, melodisch aber unheimlich. Kurze ruhige Momente bereiten auf die nächste Energiewelle vor. Ein besonders seltsamer Abschnitt, fast ohne Aktion, mit spärlichen Bassnoten und kaum hörbaren Drums. Diese abrupte Unterbrechung stört den guten Flow, aber insgesamt ist der Song komplex, streckt seine Länge mit ein paar herausragenden Passagen. Während dissonant und ohne Melodie für den größten Teil der Dauer, behält er kontrolliertes Chaos und eine komplexe Komposition. Obwohl nicht immer das Inspirierteste durchgehend, ist es ein fesselndes Hörerlebnis.
Dunkle Musik aus dem sonnigen Süden
PRISON OF MIRRORS kommen aus Montecorvino Rovella, Kampanien im Süden Italiens, und anstatt helle und leuchtende Musik zu bringen, wie das Land inspiriert, haben wir dunkle und erdrückende. Aber nach einem Xasthur-Song benannt, gibt das eine ziemlich klare Indikation, welche musikalischen Einflüsse die vier Mitglieder in die Band bringen. Lord Svart an Gitarren und Vocals und Nocturnal Silence am Bass sind die zwei originalen Mitglieder, der dritte, Anubis an Lead-Gitarren, war an der Aufnahme von „De Sepulchris Occultis et Igne Profanationis“ beteiligt, hat die Band aber seitdem verlassen. Das vierte Mitglied an Drums ist seit 2019 Bestia (Marco Dal Pastro).
Die Produktion ist eine gute, die die Band-Intentionen sehr gut einfängt – roh auf Teilen, besonders für Vocals, die noch diabolischer klingen mit den distanzierten, fast gesprochenen Growls. Drums werden im Hintergrund gehalten und bleiben nur eine Begleitung zu den Hauptinstrumenten, aber gute und interessante Drums, besonders für ein Album, das sicher näher an Black Metal ist als an anderen Genres.
Melodischer Kontrast im zweiten Song
Der zweite Song „The Devouring Fire Of Demonic Doctrine“ bringt einen schönen Akkord, der in verschiedenen Tönen wiederholt wird und eine noch dunklere Atmosphäre schafft. Melodischer, mit einer gut konstruierten Spannung, die sich langsam entwickelt, verdoppelt durch infernalische, trostlose Shrieks. Es gibt bestimmte Passagen im Song, die so gut an den Sound von Mgła erinnern, mit sehr gut konstruierter melodischer Linie und verdoppelt mit einem simplen konstanten Rhythmus – ein Song, der sich komplett vom vorherigen unterscheidet. Immer noch atmosphärisch, aber alles mehr zentriert darauf, eine kohärente Melodie zu machen.
Und wieder kommt eine fast stille Passage, um die gesamte Klanglandschaft zu verändern, Musik, die sich langsam ins Nichts auflöst. Man sollte erwarten, dass die erdrückende Musik zurückkehrt, aber das war tatsächlich ein Outro des Albums. Ein gut konstruierter Song mit viel Gewicht auf atmosphärischem Konzept, aber gut.
Atmosphäre wichtiger als Struktur
Mit nur zwei Songs, aber jedem tatsächlich in mehr distinkte Teile geteilt, die derselben Melodie und Atmosphäre folgen, ein Werk, das absichtlich alle Teile verschmolz, um eine komplexere Songstruktur und Konstruktion zu schaffen. Die zwei Songs sind sehr unterschiedlich im Sound und musikalischen Ansatz, sicher mit gemeinsamen Elementen – der zweite melodischer und offener nach dem dunklen und disharmonischen ersten.
Dieses Album fokussiert sich mehr darauf, eine reiche Atmosphäre zu schaffen. Fans, die eingängige Melodien und direkte Strukturen erwarten, könnten enttäuscht sein. Jedoch bietet es ein interessantes Konzept und etwas großartige Musik mit bestimmten Qualitäten.
Fazit: PRISON OF MIRRORS bieten mit „De Sepulchris Occultis et Inge Profanationis“ zwei komplexe Songs – atmosphärisch reich und konzeptuell interessant.

