Tracklist
01. The Regicide (Intro)
02. Guillotine Walk
03. Breaking Seals (feat. Udo Dirkschneider)
04. Ghost Town
05. Holy Water
06. The Enemy Within
07. Hurricane
08. Sanity
09. Towards The Shore
10. Steps Of Stone
11. Higher Call
Besetzung
Axel Rudi Pell – guitars
Johnny Gioeli – vocals
Volker Krawczak – bass
Ferdy Doernberg – keyboards
Bobby Rondinelli – drums
Seit den späten Achtzigern steht der Name AXEL RUDI PELL für melodischen Heavy- und Hard Rock mit epischem Einschlag. Der Bochumer Gitarrist hat sich über Jahrzehnte eine feste musikalische Identität aufgebaut. Kraftvolle Riffs, große Refrains und lange, melodische Gitarrensoli. Mit Sänger Johnny Gioeli an der Front sowie den langjährigen Weggefährten Volker Krawczak (Bass), Ferdy Doernberg (Keyboards) und Bobby Rondinelli (Drums) arbeitet Pell seit Jahren mit einer eingespielten Formation, die seinen Sound zuverlässig trägt.
Mit dem Album »Ghost Town« legt die Band ein weiteres Kapitel ihrer Diskografie vor. Produziert wurde das Werk von Pell selbst, unterstützt von Toningenieur Tommy Geiger. Die Aufnahmen entstanden in den Studios der Metal-Institution BLIND GUARDIAN in Grefrath, wo Geiger auch für den Mix verantwortlich war. Das Ergebnis, elf Songs, die zwischen klassischem Hard-Rock und melodischem Power-Metal pendeln.
Atmosphärischer Einstieg
Das kurze Intro »The Regicide« öffnet das Album mit orchestraler Dramatik. Streicherflächen, dunkle Akkorde und ein filmischer Aufbau schaffen eine Stimmung, die perfekt zu Pells Hang zu Fantasy- und Mystik-Motiven passt. Es ist ein Auftakt, der weniger überraschen will als vielmehr das vertraute Klangbild vorbereitet.
Direkt danach folgt »Guillotine Walk«, ein klassischer Pell-Stampfer. Die Gitarrenarbeit ist druckvoll, während Rondinelli einen treibenden Groove liefert. Gioelis Stimme steht klar im Zentrum. Sein kraftvoller Tenor gehört seit Jahren zu den wichtigsten Markenzeichen der Band.
Kraftvolle Riffs und starke Gäste
Ein besonderes Highlight im Mittelteil des Albums ist »Breaking Seals«. Hier bekommt Gioeli Unterstützung von keinem Geringeren als Udo Dirkschneider. Das Duett funktioniert erstaunlich gut: Gioelis melodischer Gesang trifft auf Dirkschneiders raues Organ. Der Song selbst bewegt sich im Midtempo und lebt von einem massiven Riff sowie einem Refrain, der sofort im Ohr bleibt.
Der Titeltrack »Ghost Town« setzt stärker auf Atmosphäre. Getragene Keyboardflächen von Doernberg und eine leicht düstere Grundstimmung prägen den Song. Pell lässt sich Zeit, die Gitarrenlinien aufzubauen. Das Solo wirkt dabei weniger virtuos als emotional, fast erzählerisch.
Klassische Pell-Strukturen
Fans der Band wissen längst, was sie erwartet, strukturierte Songs mit deutlichem Fokus auf Melodie. Genau dieses Konzept zieht sich auch durch Stücke wie »Holy Water« oder »The Enemy Within«. Beide Songs kombinieren Hard-Rock-Riffs mit hymnischen Refrains.
Besonders »Hurricane« zeigt die eingespielte Dynamik der Band. Das Tempo zieht an, Rondinelli treibt das Stück energisch nach vorne, während Pell mehrere Gitarrenlinien übereinanderlegt. Der Song wirkt wie ein klassischer Konzertmoment.
»Sanity« schlägt danach ruhigere Töne an. Hier kommt die emotionale Seite der Band stärker zum Vorschein. Gioeli nutzt mehr Dynamik, während die Instrumentierung bewusst luftiger gehalten ist.
Melodie vor Geschwindigkeit
Mit »Towards The Shore« und »Steps Of Stone« kehrt die Band wieder stärker zum epischen Hard-Rock-Sound zurück, der seit Jahren ihr Markenzeichen ist. Beide Songs setzen auf große Refrains und breite Arrangements.
Dabei zeigt sich erneut Pells Gespür für Melodien. Statt auf extreme Geschwindigkeit oder technische Spielereien zu setzen, baut er seine Songs über Stimmungen und Gitarrenharmonien auf. Das erinnert stellenweise an klassischen Achtziger-Hard-Rock, ohne altmodisch zu wirken.
Ein würdiger Abschluss
Den Schlusspunkt setzt »Higher Call«. Der Song beginnt ruhig, fast balladesk, bevor er sich langsam steigert. Im Finale entfaltet sich noch einmal das ganze Klangspektrum der Band. Kraftvolle Vocals, hymnische Keyboards und ein langes, emotionales Gitarrensolo. Gerade dieser Track zeigt, warum Pell seit Jahrzehnten eine feste Größe im melodischen Metal geblieben ist. Er versteht es, Spannung aufzubauen und Songs über mehrere Minuten hinweg organisch wachsen zu lassen.
Produktion und Sound
Klanglich wirkt »Ghost Town« sehr rund. Die Gitarren stehen präsent im Mix, ohne die Keyboards zu verdrängen. Die Rhythmussektion arbeitet druckvoll und präzise. Vor allem Rondinellis Schlagzeug sorgt für eine solide Grundlage.
Der Mix von Tommy Geiger bringt die klassischen Pell-Elemente klar zur Geltung. Breite Gitarrenwände, warme Keyboardflächen und eine Stimme, die jederzeit im Mittelpunkt bleibt.
»Ghost Town« liefert genau das, was Fans von AXEL RUDI PELL erwarten. Große Melodien, kraftvolle Riffs und eine Band, die ihr Handwerk perfekt beherrscht. Überraschungen gibt es kaum, dafür aber ein konstant hohes Niveau und mehrere starke Songs. Die Kombination aus Erfahrung, eingespielter Besetzung und melodischem Gespür sorgt für ein Album, das im klassischen Heavy- und Hard-Rock-Kosmos bestens funktioniert.
Fazit: »Ghost Town« ist ein kraftvolles, gut produziertes Album, das die Stärken von AXEL RUDI PELL und seiner Band in den Vordergrund stellt.






