WINTERFYLLETH - The Unyielding Season - album cover

Band: WINTERFYLLETH 🇬🇧
Titel: The Unyielding Season
Label: Napalm Records
VÖ: 27/03/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Heroes of a Hundred Fields
02. Echoes In The After
03. A Hollow Existence
04. Perdition’s Flame
05. The Unyielding Season
06. Unspoken Elegy
07. In Ashen Wake
08. Towards Elysium
09. Where Dreams Once Grew
10. Enchantment

 

Besetzung

Chris Naughton – Vocals, Guitars
Simon Lucas – Drums
Mark Doyle – Bass, Backing Vocals
Mark Deeks – Keyboard, Synth , Backing Vocals
Russell Dobson – Lead Guitar, Backing Vocals

 

Bewertung:

4/5

WINTERFYLLETH, die Black-Metal-Band aus England, hat mit »The Unyielding« ein Album geschaffen, das sowohl musikalisch als auch atmosphärisch vielschichtig ist. Das aktuelle Line-up setzt sich zusammen aus Chris Naughton an Gesang und Gitarre, Simon Lucas an den Drums, Mark Doyle am Bass und mit Backing Vocals, Mark Deeks an Keyboard, Synths und Backing Vocals sowie Russell Dobson an Leadgitarre und Backing Vocals. Gemeinsam entwickeln sie eine Klangwelt, die rau und zugleich melancholisch wirkt, getragen von einer klaren, fast narrativen Struktur.

Ein dunkler, atmosphärischer Einstieg

Der Opener »Heroes of a Hundred Fields« beginnt mit schleppenden Gitarrenriffs, die sofort eine dichte, unheilvolle Stimmung erzeugen. Chris Naughtons Gesang schwankt zwischen kehligem Growl und epischem Schreigesang, während das Schlagzeug von Simon Lucas die Dramatik mit präzisen Blastbeats und rhythmischen Akzenten unterstreicht. Schon hier zeigt sich, dass WINTERFYLLETH mehr sind als die Summe ihrer Parts. Jeder Ton baut die melancholische, nordisch anmutende Atmosphäre weiter aus.

»Echoes In The After« setzt diesen Ton fort, verwebt jedoch eine fast schon hymnische Melodik in den aggressiven Unterbau. Mark Deeks’ Keyboard trägt subtile Schattierungen bei, die das sonst erdige Fundament der Band aufbrechen. Das Stück wirkt wie eine Reflexion, eine Ruhepause zwischen den gewaltigen Soundwänden, die das Album prägen.

Dunkle Geschichten und emotionale Tiefe

Mit »A Hollow Existence« wird der Hörer tiefer in die Thematik von Verlust und Vergänglichkeit hineingezogen. Die Gitarren von Chris Naughton und Russell Dobson bauen langsam eine klaustrophobische Dichte auf, während Mark Doyle mit seinem Bass die dunkle Gravitation liefert. »Perdition’s Flame« hingegen bringt einen beinahe apokalyptischen Ton. Rasende Drums und verzerrte Gitarren treffen auf bedrohliche Keyboardflächen und unterstreichen die thematische Schwere des Albums.

Der Titelsong »The Unyielding« ist das Herzstück des Albums. Er verbindet sämtliche Elemente der Band zu einer dichten, fast orchestralen Komposition. Hier zeigt sich WINTERFYLLETHs Stärke, Geschichten zu erzählen, ohne Worte zu verlieren. Das Stück pendelt zwischen Melancholie und aufwühlender Wucht und markiert damit einen zentralen Höhepunkt, der das Album zusammenhält.

Variationen innerhalb der Dunkelheit

»Unspoken Elegy« und »In Ashen Wake« nehmen die Hörer auf unterschiedliche emotionale Reisen mit. Während »Unspoken Elegy« ruhige, fast balladeske Passagen bietet, arbeitet »In Ashen Wake« mit abrupten Tempowechseln und einem Drumming, das die Spannung konstant hochhält. Das Zusammenspiel der Instrumente ist hier besonders bemerkenswert! Es wirkt durchdacht, dynamisch und gleichzeitig intensiv.

»Towards Elysium« öffnet mit melancholischen Gitarrenlinien und verweilt in einer Atmosphäre des Abschieds. Das Keyboard von Deeks ergänzt die Stimmung durch sphärische Klangflächen, die das Hörerlebnis erweitern. »Where Dreams Once Grew« hingegen nimmt den Hörer in eine reflektierende Dimension mit. Das Stück ist getragen von Melodien, die die nostalgische und melancholische Seite der Band zeigen, ohne in Kitsch abzurutschen.

Das abschließende »Enchantment« rundet das Album ab. Mit einem klaren Aufbau, getragenen Gitarrenlinien und einem Wechselspiel aus Intensität und Ruhe gibt es dem Hörer die Gelegenheit, die emotionale Reise zu reflektieren. Es ist kein lauter Abschluss, sondern ein nachhallender, atmosphärischer Schlusspunkt.

Atmosphäre, die bleibt

»The Unyielding« lebt von seiner Fähigkeit, die Hörer in eine andere Welt zu transportieren. Die Instrumentierung ist abwechslungsreich und durchdacht, die Arrangements klar und gleichzeitig episch. WINTERFYLLETH schafft es, dass sich jedes Stück wie ein Kapitel in einem größeren narrativen Gefüge anfühlt. Die musikalische Umsetzung der Themen Resilienz, Vergänglichkeit und die Härte der Natur sind kompromisslos und doch poetisch.

Mit einer klaren Bewertung von 4 von 5 zeigt »The Unyielding«, dass WINTERFYLLETH sich weiterentwickelt haben. Das Album bietet keine Überraschungen im Black-Metal-Genre, punktet aber mit Dichte, Atmosphären und erzählerischer Stärke. Es ist kein leicht konsumierbares Werk, sondern eines, das Aufmerksamkeit und Durchlaufzeit verlangt und diese Investition lohnt sich.

»The Unyielding« ist kein Album für flüchtige Hörer. Es richtet sich an jene, die die Intensität, die Schwärze und die narrative Kraft von Black Metal wirklich schätzen. WINTERFYLLETH bieten hier eine musikalische Antwort auf eine Welt, die unruhig, gefährlich und chaotisch ist. Ein Album, das gleichermaßen erschüttert wie nachklingt.

Fazit: In einer Welt, die immer herausfordernder wird, schafft WINTERFYLLETH mit »The Unyielding« Season eine musikalische Zuflucht.

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WINTERFYLLETH - The Unyielding Season CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.