ATREYU - The End is Not The End - album cover

Band: ATREYU 🇺🇸
Titel: The End is Not The End
Label: Metalcore, Alternative Metal, Post-Hardcore
VÖ: 24/04/26
Genre: Spinefarm Records

Tracklist

01. The End Is Not The End
02. Dead
03. Break Me
04. All For You
05. Ghost In Me
06. Glass Eater
07. Wait My Love, I’ll Be Home Soon
08. Ego Death
09. Death Rattle
10. Children Of Light
11. In The Dark
12. Afterglow
13. Break The Glass

 

Besetzung

Brandon Saller – Lead Vocals
Dan Jacobs – Guitar
Travis Miguel – Guitar
Porter McKnight – Bass/Vocals
Kyle Rosa – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

ATREYU kehren mit ihrem Album »The End Is Not The End« zu einer Phase zurück, in der die Band ihren Sound zwischen Härte, Melodie und cineastischer Breite neu auslotet. Die Platte zeigt eine Gruppe, die ihre Wurzeln im Metalcore nicht verliert, gleichzeitig aber stärker in Alternative und Post-Hardcore Elemente greift. Das Ergebnis wirkt wie ein bewusst gesetzter Balanceakt zwischen Druck und Atmosphäre.

ATREYU bestehen aus Brandon Saller am Leadgesang, Dan Jacobs und Travis Miguel an den Gitarren, Porter McKnight am Bass sowie Kyle Rosa am Schlagzeug. Die Formation ist in dieser Besetzung eng eingespielt, was man dem Album an vielen Stellen anhört. Gerade das Zusammenspiel zwischen klaren Vocals und aggressiven Shouts trägt die Dynamik vieler Songs.

Die Band war bereits zuvor für ihren Wechsel zwischen Härte und Melodie bekannt. Hier wirkt dieser Ansatz konsequenter ausgebaut, teilweise auch filmischer gedacht. Einzelne Songs tragen eine deutlich dunklere, fast narrative Struktur in sich.

Klangbild zwischen Druck und Weite

Musikalisch bewegt sich das Album zwischen schweren Riffs, melodischen Hooks und atmosphärischen Passagen. Die Produktion setzt auf Klarheit, ohne die rohe Kante zu verlieren. Gitarrenflächen bauen sich oft schichtweise auf, bevor sie in energische Breakdowns kippen.

Auffällig ist, dass viele Stücke nicht nur auf unmittelbare Wirkung setzen, sondern Spannungsbögen entwickeln. Besonders in Songs wie »Dead«, »Ghost in Me« oder »Children of Light« entsteht eine Mischung aus Härte und emotionaler Aufladung, die über klassische Genregrenzen hinausgeht. Letzterer Track gewinnt zusätzlich durch einen Gastauftritt von Max Cavalera, der dem Stück eine rauere, fast tribal wirkende Energie gibt.

Trackstruktur und inhaltliche Linien

Der Einstieg über »The End Is Not The End« setzt ein atmosphärisches Fundament. Danach öffnet sich das Album mit »Dead« direkt in aggressivere Gefilde. »Break Me« und »All For You« greifen stärker in Richtung eingängiger Refrains, ohne die Gitarrenwand zu verlassen.

»Ghost In Me« und »Glass Eater« gehören zu den düstereren Momenten der Platte. Hier zeigt sich die Band experimentierfreudiger in Rhythmik und Stimmungswechseln. »Wait My Love, I’ll Be Home Soon« fällt durch seinen Titel bereits aus dem typischen Raster und arbeitet stärker mit emotionaler Spannung.

Im letzten Drittel verdichten sich die Eindrücke. »Ego Death«, »Death Rattle« und »Children Of Light« wirken wie ein zusammenhängender Block, bevor »In The Dark« und »Afterglow« eine etwas offenere Atmosphäre schaffen. Der Abschluss »Break The Glass« bringt das Album noch einmal auf einen harten, klaren Punkt zurück.

Stilistische Einordnung

Im Spannungsfeld von Metalcore, Alternative Metal und Post-Hardcore zeigt die Band ein breites Spektrum. Die typischen Merkmale des Genres bleiben erhalten, werden aber durch melodische Strukturen erweitert. Besonders auffällig ist der Umgang mit Dynamik! Laut und leise stehen nicht einfach nebeneinander, sondern greifen ineinander.

Die Gitarrenarbeit ist präzise, aber nicht steril. Der Bass von Porter McKnight sorgt für zusätzliche Tiefe, während das Schlagzeugspiel von Kyle Rosa die rhythmische Grundlage stabil und variabel hält. Die Vocals wechseln zwischen Aggression und Melodie, was den emotionalen Kern vieler Songs trägt.

Wirkung und Einordnung

Das Album entfaltet seine Stärke vor allem über die Gesamtheit. Einzelne Songs funktionieren gut, doch erst im Zusammenspiel entsteht das volle Bild. Die Übergänge zwischen den Tracks sind bewusst gesetzt, wodurch ein durchgehender Fluss entsteht, der fast wie ein zusammenhängendes Werk wirkt.

Gleichzeitig bleibt nicht jeder Moment gleich stark. Einige Passagen wirken vorhersehbar, gerade wenn sich typische Genrestrukturen wiederholen. Trotzdem gelingt es der Band, genügend eigene Akzente zu setzen, um die Platte interessant zu halten.

»The End Is Not The End« zeigt ATREYU in einer Phase der Konsolidierung und Erweiterung ihres Sounds. Die Mischung aus melodischer Zugänglichkeit und harter Energie funktioniert über weite Strecken gut, auch wenn nicht jeder Track gleich stark ausfällt. Die Platte erreicht damit eine solide 3,5 von 5 und bleibt vor allem als atmosphärisch dichtes Gesamtwerk im Gedächtnis, das zwischen Wucht und Emotion pendelt, ohne sich eindeutig festzulegen.

Fazit: »The End Is Not The End« ist ein solides, abwechslungsreiches Album, das die Stärken von ATREYU in Szene setzt.

Internet

ATREYU - The End is Not The End - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.