Tracklist
01. Rest Impending
02. Souls to Mourn
03. Draped in Sorrow’s Cloth…
04. An Elegy Unfolds
05. Of Where I Reside
06. Faceless
07. His Shrouded Gaze
08. …And Aged in Embers
09. Disbelief
10. Memorial Cries
Besetzung
Gustav Ryderfelt – Rhythm guitar & lead vocals
Birk Castenmalm – Bass & lead vocals
Pavel Lindegren – Lead guitar & backing vocals
Alphonse Bouquelon – Drums
Death-Metal aus Stockholm mit klarer Kante und rauem Kern
XORSIST stammen aus Stockholm, einer Stadt, die im Death-Metal seit den frühen Neunzigern eine feste Größe ist. Namen wie ENTOMBED, DISMEMBER oder UNLEASHED haben den Sound geprägt, auf dem viele heutige Bands aufbauen. Das Elchtodesbleigeschwader bewegt sich bewusst in dieser Tradition, ohne sich komplett darin zu verlieren. Seit ihrer Gründung haben Gustav Ryderfelt (Rhythmusgitarre, Gesang) und Birk Castenmalm (Bass, Gesang) gemeinsam mit Schlagzeuger Alphonse Bouquelon und Leadgitarrist Pavel Lindegre eine klare Richtung verfolgt. Rohheit, Tempo und eine düstere Grundstimmung stehen im Mittelpunkt, ergänzt durch kleinere moderne Akzente, die dem Ganzen mehr Kontur geben.
Mit »Aberrations« legt die Band ihr drittes Studioalbum vor und führt den Weg fort, den sie mit »Deadly Possession« (2022) und »At the Somber Steps of Serenity« (2023) eingeschlagen haben. Der Anspruch bleibt gleich, doch die Umsetzung wirkt fokussierter und stellenweise mutiger.
Klangbild zwischen Tradition und Druck
Der Sound des Albums orientiert sich deutlich am klassischen schwedischen Death-Metal. Verzerrte, sägende Gitarren, ein druckvoller Bass und ein Schlagzeug, das selten zur Ruhe kommt, bilden das Fundament. Die Produktion ist bewusst nicht glattgezogen. Stattdessen bleibt eine gewisse Rauheit erhalten, die dem Material Glaubwürdigkeit verleiht.
Gleichzeitig wirkt das Songwriting strukturierter als auf den Vorgängern. XORSIST setzen stärker auf nachvollziehbare Spannungsbögen, ohne die Aggression zu zähmen. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel der beiden Sänger Ryderfelt und Castenmalm, das den Songs zusätzliche Tiefe gibt. Growls werden nicht nur als rhythmisches Element eingesetzt, sondern oft gegeneinander gestellt, was den Tracks mehr Dynamik verleiht.
Stück für Stück durch die Dunkelheit
Der Einstieg mit »Rest Impending« macht sofort klar, wohin die Reise geht. Ein schnelles Riff, viel Schlagzeugdruck und ein direkter Einstieg ohne lange Einleitung. »Souls to Mourn« bleibt im hohen Tempo, wirkt aber strukturierter und setzt erste kleinere melodische Akzente in den Gitarren.
Mit »Draped in Sorrow’s Cloth…« und »An Elegy Unfolds« zeigt sich die Band etwas variabler. Hier werden Tempowechsel stärker genutzt, wodurch die Songs weniger eindimensional wirken. Besonders »An Elegy Unfolds« bleibt hängen, da es trotz aller Härte einen gewissen atmosphärischen Sog entwickelt.
»Of Where I Reside« und »Faceless« gehören zu den kompromissloseren Momenten der Platte. Hier dominiert Geschwindigkeit, begleitet von einem sehr trockenen, fast schneidenden Gitarrensound. Die Songs setzen weniger auf Atmosphäre und mehr auf unmittelbare Wucht.
Im Mittelteil sticht »His Shrouded Gaze« hervor, das mit einem etwas düstereren Grundriff arbeitet und mehr Raum für einzelne Leads lässt. Pavel Lindegre zeigt hier deutlicher Präsenz an der Leadgitarre, ohne in klassische Solo-Strukturen zu verfallen.
»…And Aged in Embers« und »Disbelief« treiben das Tempo erneut nach oben, bevor »Memorial Cries« das Album abschließt. Der letzte Track wirkt dabei weniger wie ein klassischer Abschluss, sondern eher wie ein Ausklang in Schutt und Asche, ohne klare Auflösung.
Leistung und Zusammenspiel
Musikalisch funktioniert »Aberrations« vor allem durch das Zusammenspiel der Bandmitglieder. Die Rhythmussektion arbeitet präzise, ohne steril zu wirken. Das Schlagzeug von Alphonse Bouquelon ist variabel genug, um auch längere Passagen interessant zu halten, während der Bass von Castenmalm nicht nur mitläuft, sondern hörbar eigene Linien setzt.
Die Gitarrenarbeit bleibt das Zentrum der Platte. Ryderfelt und Lindegre ergänzen sich gut, wobei der Fokus klar auf dichten Riffs liegt. Technische Spielereien werden bewusst dosiert eingesetzt und nie überbetont.
»Aberrations« ist kein Album, das den Death-Metal neu definiert. XORSIST zeigen aber, dass sie ihr Handwerk verstehen und ihren Stil weiter schärfen. Die Platte bewegt sich sicher im Rahmen des klassischen schwedischen Sounds, wirkt dabei aber konzentrierter als frühere Veröffentlichungen der Band.
Nicht jeder Song bleibt langfristig hängen, und gegen Ende macht sich eine gewisse Gleichförmigkeit bemerkbar. Dennoch gelingt es der Band, über weite Strecken eine intensive Atmosphäre zu halten.
Fazit: XORSIST beweisen mit »Aberrations«, dass sie die Essenz des schwedischen Death Metal verinnerlicht haben und dennoch ihren eigenen Weg gehen.






