SEVENDUST - One - album cover

Band: SEVENDUST 🇺🇸
Titel: One
Label: Napalm Records
VÖ: 01/05/26
Genre: Alternative Metal, Alternative Rock, Nu Metal

Tracklist

01. One
02. Unbreakable
03. Is This The Real You
04. Threshold
05. We Won
06. Construct
07. Bright Side
08. The Drop
09. Blood Price
10. Misdirection

 

Besetzung

Lajon Witherspoon – Vocals
Clint Lowery – Guitar
John Connolly – Guitar
Vincent „Vinnie“ Hornsby – Bass
Morgan Rose – Drums/Vocals

 

Bewertung:

4,5/5

Eine Band mit Geschichte und Hunger nach vorne

Seit mehr als drei Jahrzehnten gehören SEVENDUST zu den festen Größen im modernen Metal- und Rockspektrum. Die Band aus Atlanta hat sich früh einen Ruf als verlässliche Live-Macht und als Studioformation mit klarem Profil erarbeitet. Ihr Mix aus Alternative-Metal, Alternative-Rock und Nu-Metal war nie reine Nostalgie, sondern stets in Bewegung. Auch auf ihrem 15. Studioalbum »One«, das am 1. Mai 2026 über Napalm Records erscheint, bleibt dieses Selbstverständnis spürbar.

Die aktuelle Besetzung wirkt dabei so eingespielt wie lange nicht, Lajon Witherspoon prägt mit seiner markanten Stimme das Zentrum, Clint Lowery und John Connolly liefern das Gitarren-Fundament. Vincent „Vinnie“ Hornsby sorgt am Bass für Tiefe, während Morgan Rose am Schlagzeug nicht nur rhythmisch antreibt, sondern punktuell auch gesanglich Akzente setzt.

»One« als klares Statement

Der Titel des Albums wirkt bewusst gewählt. »One« klingt nach Konzentration, nach Bündelung von Erfahrung und Energie. Genau das zieht sich durch die zehn Songs, die ohne Umwege auf den Punkt kommen. Gigantische Riffs treffen auf seismische Grooves, darüber liegen Hooks, die sich schnell festsetzen, ohne billig zu wirken.

Produziert wurde das Album erneut von Michael „Elvis“ Baskette, der in den vergangenen Jahren unter anderem mit ALTER BRIDGE, FALLING IN REVERSE und MAMMOTH gearbeitet hat. Sein Einfluss ist hörbar, aber nicht dominierend. Der Sound bleibt roh genug, um die Identität der Band nicht zu glätten, gleichzeitig aber klar und druckvoll im modernen Sinne.

Zwischen Härte und Melodie

»One« bewegt sich souverän zwischen Druck und Eingängigkeit. Der eröffnende Titeltrack setzt direkt ein Ausrufezeichen. „Unbreakable“ arbeitet mit klassischer SEVENDUST-Intensität, während »Is This The Real You« eine etwas düsterere, fast nachdenkliche Note einbringt. Gerade diese Mischung aus Aggression und Melodie war schon immer eine Stärke der Band, wirkt hier aber gereifter und kontrollierter.

Mit »Threshold« und »We Won« zeigt sich die rhythmische Seite besonders präsent. Die Songs leben von ihrem Groove, der weniger auf Geschwindigkeit als auf Gewicht setzt. »Construct« und »Bright Side« öffnen dagegen melodischere Räume, ohne die Schwere komplett abzulegen. Besonders interessant ist »The Drop«, das mit dynamischen Wechseln arbeitet und Spannung über Struktur aufbaut statt über reine Lautstärke.

Im späteren Verlauf verdichtet sich das Album erneut. »Blood Price« gehört zu den härteren Momenten der Platte, während »Misdirection« einen letzten, leicht unruhigen Akzent setzt und das Album nicht glatt auslaufen lässt, sondern bewusst mit Kanten beendet.

Produktion mit Kontrolle und Druck

Die Produktion von Baskette ist ein zentraler Baustein des Albums. Gitarren sind breit, aber nicht überladen, das Schlagzeug hat Körper und Raum, ohne klinisch zu wirken. Besonders auffällig ist, wie gut die Stimme von Lajon Witherspoon im Mix sitzt. Sie steht nie isoliert über dem Sound, sondern ist eingebettet in das Gesamtbild der Band.

Diese Balance sorgt dafür, dass »One« trotz seiner Klarheit nicht steril klingt. Es bleibt ein Album mit Ecken, das sich nicht ausschließlich auf Radiotauglichkeit ausrichtet, sondern die Live-Energie der Band mittransportiert.

Ein gereiftes Kapitel statt Neuanfang

SEVENDUST erfinden sich auf »One« nicht neu, und genau das wirkt hier wie eine bewusste Entscheidung. Statt Brüche zu suchen, setzt die Band auf Verdichtung. Erfahrung wird nicht als Routine ausgespielt, sondern als Grundlage für präzisere Songs.

Gerade im Kontext ihrer langen Karriere wirkt das Album wie eine Standortbestimmung. Nicht laut um Veränderung bemüht, sondern sicher in dem, was funktioniert. Gleichzeitig bleibt genug Spannung, um nicht in Selbstzitat zu kippen.

»One« ist kein radikaler Schritt, sondern ein konsequent ausgearbeitetes Album einer Band, die ihre Sprache gefunden hat. SEVENDUST liefern zehn Songs, die zwischen Härte, Groove und Melodie sauber austariert sind. Die Produktion unterstützt das ohne Übergewicht, die Band selbst wirkt fokussiert und geschlossen.

Mit 4,5 von 5 Punkten zeigt sich das Album als starkes Kapitel in einer langen Diskografie, das weniger überraschen will, als überzeugen. Und genau das gelingt ihm ziemlich zuverlässig.

Fazit: »One« ist ein starkes Comeback und ein Beweis dafür, dass SEVENDUST auch nach über drei Jahrzehnten nichts von ihrer Kraft eingebüßt haben.

Internet

SEVENDUST - One - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.