Tracklist
01. The Revenant
02. Neon Frontiers
03. The Black Star
04. Darkest Chest
05. Constellation Zero
06. The Way Of The Voice
07. Lost Divinity
Besetzung
Tommi Takkunen – Guitar & Vocals
Mirko Byman – Guitar
Eetu Kovapohja – Bass
Antti Ikonen – Drums
Zwischen Sternenstaub und Finsternis
Mit »Constellation Zero« legen die Finnen von INTHRACED ihr erstes vollständiges Album vor und verbinden darauf melodischen Death-Metal mit symphonischen Elementen, futuristischen Klangflächen und einer düsteren Science-Fiction-Atmosphäre. Die Band wurde bereits 2011 gegründet und machte mit den frühen Veröffentlichungen »The New Awakening« (2012) und »The Rising Chaos« (2014) erstmals auf sich aufmerksam. Spätestens mit der Single »Interstellar« aus dem Jahr 2019 war klar, dass hier keine gewöhnliche Melodic-Death-Metal-Kapelle am Werk ist.
Nach mehreren Umbesetzungen fand die Gruppe 2022 zu neuer Stärke zurück. Mit Gitarrist Mirko Byman und Bassist Eetu Kovapohja entstand frischer kreativer Schwung, der nun in »Constellation Zero« kulminiert. Komplettiert wird das Quartett von Sänger und Gitarrist Tommi Takkunen sowie Schlagzeuger Antti Ikonen. Produziert wurde das Album in Finnland, gemischt von Janne Korpela in den JK Mixing Studios und gemastert von Mika Jussila in den legendären Finnvox Studios, ein Qualitätsmerkmal, das man dem Sound in jeder Minute anhört.
Kosmische Atmosphäre mit scharfem Death-Metal-Kern
Schon der Opener »The Revenant« macht deutlich, wohin die Reise geht. Rasende Drums, melodische Leads und ein dichtes Keyboardfundament treffen auf aggressive Vocals, ohne jemals in kitschige Symphonic-Gefilde abzurutschen. INTHRACED schaffen den schwierigen Balanceakt zwischen Härte und Atmosphäre erstaunlich souverän.
Dabei erinnert die Grundstimmung stellenweise an die finnische Schule des Melodic-Death-Metal, allerdings ergänzt um moderne Science-Fiction-Klanglandschaften und fast cineastische Übergänge. Besonders die Gitarrenarbeit überzeugt. Takkunen und Byman liefern sich immer wieder harmonische Lead-Duelle, die den Songs Größe verleihen, ohne sich im Selbstzweck zu verlieren.
»Neon Frontiers« geht anschließend direkter nach vorne. Der Song verbindet treibende Riffs mit futuristischen Synths und besitzt beinahe industrielle Untertöne. Hier zeigt sich auch die Stärke von Schlagzeuger Antti Ikonen, dessen präzises Spiel den Stücken Druck verleiht, ohne sie zu überladen. Die Rhythmussektion hält die komplexeren Arrangements konstant zusammen.
Zwischen Melodie und Dunkelheit
Einer der stärksten Tracks des Albums ist »The Black Star«. Der Song entwickelt eine bedrückende, fast apokalyptische Stimmung und lebt von seinem starken Spannungsaufbau. Besonders die Wechsel zwischen aggressiven Passagen und melodischen Gitarrenlinien funktionieren hervorragend. Statt permanent auf Geschwindigkeit zu setzen, arbeitet die Band bewusst mit Dynamik. Dadurch bleiben die Stücke abwechslungsreich und entwickeln eine eigene Dramaturgie.
Auch »Darkest Chest« überzeugt mit massiven Riffs und einem gelungenen Zusammenspiel aus orchestralen Elementen und klassischem Death-Metal. Hier zeigt sich deutlich, dass INTHRACED ihre symphonischen Einflüsse gezielt einsetzen. Die Keyboards unterstützen die Atmosphäre, drängen sich aber nie unangenehm in den Vordergrund.
Der Titeltrack »Constellation Zero« bildet das emotionale Zentrum der Platte. Der Song wirkt größer, epischer und gleichzeitig melancholischer als die übrigen Stücke. Gerade in den melodischen Passagen entfaltet das Album seine größte Stärke. Die Band erzeugt Bilder von endlosen Sternenfeldern, zerstörten Welten und kalter Leere, ohne dabei den Fokus auf harte Gitarren zu verlieren.
Kleine Schwächen im letzten Drittel
Trotz vieler starker Momente bleibt »Constellation Zero« nicht völlig frei von Schwächen. Manche Arrangements wirken etwas zu vertraut, besonders für Hörer, die regelmäßig modernen Melodic-Death-Metal konsumieren. Einzelne Songstrukturen ähneln sich im späteren Verlauf des Albums stärker als nötig.
»The Way Of The Voice« und »Lost Divinity« sind zwar solide komponiert, erreichen aber nicht ganz die Intensität der stärkeren ersten Albumhälfte. Vor allem die Refrains hätten stellenweise markanter ausfallen dürfen. Hier fehlt manchmal jener letzte Funke Wiedererkennungswert, der aus guten Songs wirklich große Songs macht.
Dennoch bleibt die Qualität konstant hoch. Selbst die schwächeren Momente bewegen sich klar über Durchschnittsniveau. Zudem sorgt die starke Produktion dafür, dass das Album jederzeit kraftvoll und detailreich klingt. Besonders das Mastering von Mika Jussila verleiht den Songs eine beeindruckende Klarheit, ohne die notwendige Härte zu opfern.
Gelungener Einstieg mit viel Potenzial
Mit »Constellation Zero« gelingt INTHRACED ein überzeugendes Debütalbum, das Melodic-Symphonic Death-Metal mit futurischer Atmosphäre und dunkler Science-Fiction-Ästhetik verbindet. Die Finnen setzen nicht ausschließlich auf technische Spielereien oder sterile Perfektion, sondern erschaffen ein Werk mit Charakter und eigener Stimmung.
Vor allem Fans von melodischem Death-Metal mit atmosphärischem Tiefgang dürften hier auf ihre Kosten kommen. Die Mischung aus aggressiven Vocals, starken Gitarrenmelodien und sphärischen Elementen funktioniert über weite Strecken ausgezeichnet. Auch wenn nicht jeder Song gleich stark zündet, besitzt das Album genügend Highlights, um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen.
INTHRACED zeigen mit diesem Werk, dass sie deutlich mehr sind als eine weitere Genreband aus Finnland. »Constellation Zero« ist ein ambitioniertes Album voller kosmischer Dunkelheit, melodischer Wucht und emotionaler Intensität. Der Blick in die Sterne fällt hier verdammt finster aus und genau das macht den Reiz dieser Platte aus.
Fazit: »Constellation Zero« ist ein Meilenstein für INTHRACED, das die Grenzen des Melodic-Symphonic-Death-Metal auslotet und dabei eine kosmische Atmosphäre schafft.






