Band: Blood Of Angels 🇺🇸
Titel: Les Agnst Ov Thanatou
Label: Eigenveröffentlichung
VÖ: 21.06.2026
Format: Digital
Genre: Melodic Death Metal / Death Metal / Thrash Metal / Groove Metal

Tracklist

01. Transitional Portal
02. Beating You
03. The Last Rites
04. Red, River, Death
05. The Pain Inside
06. Spillage
07. Minds Of The Broken
08. Nevermore
09. Eulogy

Besetzung

Randy Reyes – Gesang, Akustikgitarre
Aaron Robinson – Gitarre
The Maggot – Bass, Hintergrundgesang
Jonathan Rushford – Schlagzeug, Keyboards

Produktion:
Aufgenommen in den Underground Studios, Tampa, Florida
Produktion – Bob Noxious, Preston DiCarlo und Blood Of Angels
Mixing – Preston DiCarlo
Mastering – Soundlab Studios, New York City

Bewertung:

4 von 5 Punkten

Mit »Les Agnst Ov Thanatou« veröffentlichen die aus Tampa, Florida, stammenden Blood Of Angels ihr zweites vollständiges Studioalbum und widmen sich einem geschlossenen Konzept über Sterblichkeit, Trauer, Verlust und die unterschiedlichen Formen menschlicher Abschiedsrituale. Das Quartett verbindet melodischen Death Metal mit Thrash, Groove, Black-Metal-Einflüssen, langsameren Doom-Passagen und einzelnen modernen Metal-Elementen. Im Vergleich zu »Failure Of Faith« entstand das Material stärker als Gemeinschaftsarbeit der seit mehreren Jahren zusammenspielenden Besetzung. Die neun Titel bilden einen nachvollziehbaren Verlauf von der unmittelbaren Konfrontation mit dem Tod über Wut, psychische Belastung und Erinnerung bis zur abschließenden Akzeptanz. Musikalisch überzeugen vor allem die aggressiveren und kompakteren Stücke, während die längeren, stärker atmosphärisch ausgerichteten Kompositionen nicht durchgehend dieselbe Spannung halten.

Albumstream:

DER ÜBERGANG ZWISCHEN LEBEN UND TOD

»Transitional Portal« eröffnet das Album als instrumentale Einleitung. Keyboards, Geräusche und zurückhaltende musikalische Motive schaffen eine angespannte Atmosphäre, bevor die eigentlichen Metal-Kompositionen beginnen. Das Stück ist weniger als eigenständiger Song zu verstehen, sondern als Einführung in das übergeordnete Konzept.

Inhaltlich beschreibt das Album keinen konkreten religiösen Jenseitsentwurf. Im Mittelpunkt steht vielmehr der psychologische Übergang zwischen dem Wissen um einen Todesfall und der emotionalen Verarbeitung dieses Verlustes. Das Intro deutet diesen Zustand an, ohne ihn mit gesprochenen Erklärungen oder einer umfangreichen orchestralen Inszenierung festzulegen.

Mit etwas mehr als zwei Minuten ist »Transitional Portal« länger als viele übliche Albumintros. Die Atmosphäre wird sorgfältig aufgebaut, doch eine kürzere Fassung hätte denselben Zweck erfüllt. Da »Eulogy« am Ende eine ähnliche Funktion übernimmt, entsteht ein klarer Rahmen, der allerdings einen vergleichsweise großen Teil der Albumlaufzeit beansprucht.

AGGRESSION OHNE LANGE VORBEREITUNG

»Beating You« stellt die aggressive Seite von Blood Of Angels in den Vordergrund. Jonathan Rushford arbeitet mit schnellen Bassdrums, präzisen Schlägen und kurzen Tempowechseln, während Aaron Robinson kompakte Death- und Thrash-Metal-Riffs einsetzt. Der Song besitzt eine klare Struktur und verzichtet auf einen langen Aufbau.

Randy Reyes verwendet überwiegend tiefe, raue Vocals. Seine Stimme bleibt verständlich genug, um die thematische Ausrichtung zu transportieren, ohne die Härte der Komposition zu reduzieren. Die Gesangslinien folgen häufig dem Rhythmus der Gitarren, wodurch ein geschlossener und direkter Eindruck entsteht.

Die Strophen basieren auf kurzen Riffsequenzen, die durch schnellere Schlagzeugpassagen ergänzt werden. Dazwischen setzt die Band langsamere Groove-Abschnitte ein. Diese Wechsel verleihen dem Song Dynamik, wirken aber nicht überladen. Die einzelnen Elemente bleiben klar voneinander unterscheidbar.

Der Bass von The Maggot unterstützt die tiefen Gitarren und wird besonders während der rhythmisch reduzierten Passagen hörbar. Er übernimmt keine dominante melodische Funktion, sorgt jedoch dafür, dass das Stück auch unterhalb der Gitarren ausreichend Druck entwickelt.

»Beating You« gehört zu den geradlinigeren Titeln des Albums. Die Komposition zeigt, dass Blood Of Angels am stärksten wirken, wenn die unterschiedlichen Einflüsse innerhalb einer übersichtlichen Songstruktur eingesetzt werden.

RITUAL UND ABSCHIED

»The Last Rites« beschäftigt sich mit den letzten Ritualen nach dem Tod eines Menschen. Der Text behandelt die Ruhe nach dem letzten Atemzug, die Bedeutung gemeinschaftlicher Zeremonien und den Versuch, einem endgültigen Verlust eine nachvollziehbare Form zu geben.

Musikalisch verbindet das Stück melodischen Death Metal mit deutlichen Thrash- und Groove-Metal-Elementen. Robinsons Gitarrenarbeit besteht aus schweren Rhythmusriffs und melodischen Leadlinien, die nicht nur als kurzes Solo eingesetzt werden. Sie begleiten mehrere Abschnitte und schaffen einen Gegenpol zu Reyes’ tiefem Gesang.

Rushford wechselt zwischen schnellen Doublebass-Passagen und kontrollierteren Rhythmen. Dadurch erhält der Song ausreichend Bewegung, ohne die ernste Grundstimmung zu unterbrechen. Das Schlagzeug klingt kraftvoll und präzise, bleibt jedoch innerhalb der Produktion teilweise sehr stark komprimiert.

Die Melodien erinnern an skandinavischen Melodic Death Metal, während die tieferen Riffs deutlich in der amerikanischen Death- und Groove-Metal-Tradition stehen. Blood Of Angels verbinden diese Einflüsse überzeugend, weil sie nicht versuchen, aus jedem Abschnitt eine technische Demonstration zu machen.

Der Song gehört zu den ausgewogensten Titeln des Albums. Aggression, Melodie und das inhaltliche Konzept stehen in einem nachvollziehbaren Verhältnis. Trotz seiner Laufzeit wirkt »The Last Rites« konzentriert und enthält nur wenige unnötige Wiederholungen.

DEATH UND THRASH IM MITTELPUNKT

»Red, River, Death« erhöht das Tempo und richtet den Schwerpunkt stärker auf Death und Thrash Metal. Die Gitarren verwenden schnelle Anschläge, kurze rhythmische Unterbrechungen und melodische Akzente. Rushford unterstützt diese Ausrichtung mit einem variablen Schlagzeugspiel, das zwischen kontrolliertem Groove und höherer Geschwindigkeit wechselt.

Reyes liefert eine seiner intensivsten Gesangsleistungen des Albums. Seine tiefen Vocals bleiben durchgehend präsent, wirken aber nicht gleichförmig. Unterschiede in Betonung und Rhythmus sorgen dafür, dass sich die einzelnen Textabschnitte voneinander abheben.

Die Komposition verwendet mehrere Riffvariationen, ohne den zentralen Charakter des Songs zu verlieren. Besonders gelungen ist die Verbindung aus schnellen Gitarren und klar erkennbaren melodischen Leads. Die Melodien schwächen die Härte nicht ab, sondern geben dem Stück zusätzliche Wiedererkennbarkeit.

Im Vergleich zu den längeren Titeln des Albums zeigt »Red, River, Death« eine straffere Dramaturgie. Jeder Abschnitt erfüllt eine erkennbare Funktion. Auch das Solo bleibt in die Komposition eingebunden und wirkt nicht wie ein nachträglich ergänzter Pflichtbestandteil.

Der Titel zählt gemeinsam mit »Spillage« und »Minds Of The Broken« zu den deutlichsten Höhepunkten. Die Band setzt ihre stilistische Vielfalt ein, ohne dass der Song dadurch uneinheitlich wird.

DIE SCHWÄCHERE MITTE DES ALBUMS

»The Pain Inside« beginnt ruhiger und gibt akustischen beziehungsweise zurückhaltender gespielten Gitarren mehr Raum. Reyes verwendet zunächst einen weniger aggressiven Vortrag, bevor die Komposition in schwerere Metal-Passagen übergeht. Der Song soll innere Schmerzen und die langfristige Belastung durch Verlust darstellen.

Der Kontrast zwischen ruhigem Einstieg und späterer Härte ist grundsätzlich sinnvoll. Die Umsetzung wirkt jedoch weniger geschlossen als bei den übrigen Titeln. Mehrere Übergänge benötigen vergleichsweise lange, während einzelne Motive wiederholt werden, ohne sich wesentlich weiterzuentwickeln.

Robinsons melodische Gitarrenarbeit gehört zu den stärkeren Elementen. Besonders gegen Ende erhält die Leadgitarre ausreichend Raum und trägt einen großen Teil der emotionalen Wirkung. Bass und Schlagzeug bleiben währenddessen kontrolliert und verzichten auf unnötige Verdichtungen.

Mit mehr als sieben Minuten ist »The Pain Inside« einer der längsten Songs des Albums. Diese Laufzeit wird nicht vollständig durch unterschiedliche musikalische Ideen gerechtfertigt. Eine kompaktere Fassung hätte den Gegensatz zwischen Verletzlichkeit und Aggression deutlicher herausarbeiten können.

Der Titel ist nicht misslungen, erreicht aber weder die unmittelbare Wirkung der schnellen Stücke noch die konsequente Schwere des späteren »Nevermore«. Dadurch entsteht in der Albummitte ein kleiner Spannungsverlust.

VERFALL ALS MUSIKALISCHES THEMA

»Spillage« wurde bereits vor dem Album als Single veröffentlicht und thematisiert den körperlichen Verfall nach dem Tod. Der Ausgangspunkt des Textes war laut Band die Beobachtung eines toten Tieres und die daraus entstandene Beschäftigung mit den biologischen Vorgängen nach dem Lebensende.

Die Musik ist schnell, aggressiv und deutlich stärker am Death Metal orientiert. Blastbeats, tiefe Vocals und kompakte Riffs bestimmen den größten Teil des Songs. Gleichzeitig setzt Robinson melodische Leads ein, die der Komposition eine klare Identität geben.

Der Titel zeigt, wie gut Blood Of Angels Zugänglichkeit und technische Details miteinander verbinden können. Die Struktur bleibt übersichtlich, obwohl Schlagzeug und Gitarre mit zahlreichen rhythmischen Veränderungen arbeiten. Der Refrain beziehungsweise das wiederkehrende Hauptmotiv ist eindeutig erkennbar.

The Maggots Bass trägt den schnellen Rhythmus und bleibt auch während der dichteren Abschnitte wahrnehmbar. Die Produktion verhindert, dass er vollständig von Gitarren und Bassdrum überdeckt wird. Gerade für einen stark komprimierten Death-Metal-Mix ist diese Trennung positiv.

»Spillage« erhielt 2023 einen Hollywood Independent Music Award in der Kategorie Rock/Metal. Unabhängig von dieser Auszeichnung gehört der Song zu den stärksten Albumtiteln, weil er seine musikalische Aussage in kurzer Zeit vollständig entwickelt.

DIE FOLGEN DES KRIEGES

»Minds Of The Broken« behandelt die psychischen Belastungen von Soldaten, die aus den Kriegen im Irak und in Afghanistan zurückgekehrt sind. Reyes ließ Erfahrungen von Freunden einfließen, die mit posttraumatischen Belastungen, Schlaflosigkeit, Schuldgefühlen und Erinnerungen an gefallene Kameraden leben.

Die Musik greift diese Themen durch unruhige Rhythmen, abrupte Akzente und atmosphärische Passagen auf. Rushfords Schlagzeug erzeugt bewusst wechselnde Spannungszustände. Schnelle Ausbrüche stehen neben kontrollierten Abschnitten, in denen Gitarren und Keyboards stärker in den Vordergrund treten.

Robinson verbindet schwere Akkorde mit melodischen Linien, die weniger harmonisch aufgelöst wirken als bei »The Last Rites«. Dadurch erhält der Song eine beständige innere Unruhe. Die Gitarren unterstützen den Text, anstatt lediglich eine bekannte Melodic-Death-Metal-Formel zu wiederholen.

Reyes’ Gesang bleibt aggressiv, vermittelt aber ebenso Erschöpfung und Verzweiflung. Die unterschiedlichen Betonungen passen zum Wechsel zwischen äußerem Konflikt und innerer Belastung. Der Song behandelt sein Thema ernsthaft und vermeidet eine romantisierte Darstellung des Krieges.

»Minds Of The Broken« gehört zu den inhaltlich stärksten Titeln des Albums. Auch musikalisch findet die Band eine passende Verbindung aus Härte, Melodie und Atmosphäre. Die kompakte Laufzeit verhindert, dass sich einzelne Ideen unnötig wiederholen.

SLUDGE, DOOM UND LANGE RIFFPASSAGEN

»Nevermore« ist mit fast acht Minuten der längste Song des Albums und erweitert den Stil um deutlichere Sludge-, Stoner- und Doom-Metal-Einflüsse. Das Tempo wird reduziert, die Gitarren erhalten mehr Gewicht und der Bass spielt eine größere Rolle als in den schnelleren Titeln.

The Maggot nutzt die längeren Instrumentalpassagen für hörbare Basslinien, die nicht ausschließlich den Gitarren folgen. Rushford arbeitet mit schweren, klar gesetzten Schlägen und verzichtet über weite Strecken auf die schnelle Doublebass-Arbeit der vorherigen Songs.

Robinson baut die Komposition aus mehreren Riffblöcken auf. Einige davon besitzen einen klassischen Doom-Charakter, während andere stärker am Groove Metal orientiert sind. Die Übergänge funktionieren überwiegend gut, auch wenn der Song in seiner Mitte etwas an Konzentration verliert.

Reyes passt seinen Gesang an das langsamere Tempo an. Die tiefen Vocals werden länger gehalten und wirken weniger rhythmisch gedrängt. Dadurch erhält der Song eine andere Wirkung als »Spillage« oder »Red, River, Death«.

Die Länge ermöglicht eine ausführlichere Entwicklung, führt aber auch zu Wiederholungen. Nicht jedes Riff benötigt dieselbe Anzahl an Durchläufen. Dennoch ist »Nevermore« wichtig für die stilistische Breite des Albums und zeigt, dass Blood Of Angels nicht ausschließlich auf hohe Geschwindigkeit angewiesen sind.

DIE ABSCHLIESSENDE TRAUERREDE

»Eulogy« beendet das Album als kurzes Outro. Keyboards und atmosphärische Klänge greifen die Wirkung von »Transitional Portal« wieder auf. Dadurch erhält das Konzept einen klar erkennbaren Anfang und Abschluss.

Die Trauerrede steht inhaltlich für Erinnerung und Akzeptanz. Nach den vorherigen Auseinandersetzungen mit körperlichem Verfall, Ritualen, psychischer Belastung und persönlichem Schmerz endet das Album nicht mit einem weiteren aggressiven Stück.

Mit weniger als zwei Minuten bleibt »Eulogy« bewusst knapp. Das Stück entwickelt keine eigenständige Komposition, sondern beendet die vorherige Erzählung. In Verbindung mit dem Intro funktioniert diese Entscheidung, auch wenn beide Titel zusammen eher als Rahmenelemente denn als vollwertige Songs betrachtet werden müssen.

EIN KONZEPT ÜBER TRAUER UND STERBLICHKEIT

Das zentrale Thema von »Les Agnst Ov Thanatou« ist die menschliche Reaktion auf den Tod. Die Band behandelt nicht nur den Moment des Sterbens, sondern auch körperlichen Verfall, religiöse und gesellschaftliche Rituale, Kriegstraumata, persönliche Verluste und die langfristige Wirkung von Erinnerungen.

Der Titel verbindet das deutsche Wort Angst mit Thanatos, der Personifikation des Todes aus der griechischen Mythologie. Die bewusst veränderte Schreibweise passt zur ästhetischen Ausrichtung der Band, ist sprachlich jedoch nicht als korrekte Übersetzung eines vollständigen Satzes zu verstehen.

Im Gegensatz zum Vorgänger »Failure Of Faith«, der sich mit monotheistischen Religionen und deren gesellschaftlichen Auswirkungen beschäftigte, richtet sich das neue Album stärker auf persönliche und psychologische Erfahrungen. Dadurch wirken mehrere Texte unmittelbarer und weniger theoretisch.

Besonders »The Last Rites«, »Spillage« und »Minds Of The Broken« bearbeiten klar voneinander abgegrenzte Aspekte des Konzepts. »The Pain Inside« bleibt allgemeiner und erreicht deshalb textlich nicht dieselbe Präzision.

Die Reihenfolge der Songs ist nachvollziehbar aufgebaut. Nach dem Übergang folgen Wut und Konfrontation, anschließend Rituale und körperlicher Verfall. Das letzte Drittel richtet den Blick auf psychische Folgen, Erinnerung und Akzeptanz.

MEHR ALS REINER MELODIC DEATH METAL

Blood Of Angels werden häufig dem melodischen Death Metal zugeordnet. Diese Bezeichnung beschreibt einen wichtigen Teil der Musik, reicht für das Album jedoch nicht vollständig aus.

Die schnellen Gitarren und melodischen Leadlinien erinnern an Dark Tranquillity, Amon Amarth und andere Vertreter der schwedischen Schule. Gleichzeitig sind der Thrash Metal von Slayer, die amerikanische Death-Metal-Tradition aus Florida sowie Groove-Metal-Einflüsse deutlich erkennbar.

Bei »Nevermore« kommen langsamere Elemente hinzu, die sich an Doom, Sludge und Stoner Metal orientieren. Gitarrist Aaron Robinson hat außerdem My Dying Bride und Type O Negative als wichtige Bezugspunkte für seine Vorstellung eines stilistisch offenen Albums genannt.

Diese Bandbreite ist eine Stärke, führt aber gelegentlich zu uneinheitlichen Kompositionen. Die besten Songs konzentrieren sich auf zwei oder drei miteinander vereinbare Elemente. Schwächere Abschnitte entstehen dort, wo zu viele Stilwechsel innerhalb einer langen Laufzeit untergebracht werden.

Die Band besitzt dennoch eine erkennbare eigene Identität. Reyes’ tiefer Gesang, Robinsons melodische Gitarrenarbeit und Rushfords Wechsel zwischen Blastbeats und Groove bilden einen konstanten Kern.

VIER MUSIKER ALS GEMEINSAME EINHEIT

Gitarrist Aaron Robinson prägte den Vorgänger noch wesentlich stärker allein. Bei »Les Agnst Ov Thanatou« wurde das Material nach Angaben der Band gemeinschaftlicher entwickelt. Die längere Zusammenarbeit der aktuellen Besetzung ist hörbar.

Robinson konzentriert sich nicht ausschließlich auf technische Leadarbeit. Seine Gitarren übernehmen je nach Song unterschiedliche Funktionen: schnelle Thrash-Riffs, melodische Death-Metal-Harmonien, schwere Groove-Akkorde und langsamere Doom-Passagen.

Jonathan Rushford gehört zu den auffälligsten Musikern des Albums. Er kann hohe Geschwindigkeit präzise halten, setzt aber auch kontrollierte Grooves und langsamere Rhythmen überzeugend um. Seine Keyboards unterstützen vor allem Intro, Outro und atmosphärische Übergänge.

The Maggot erhält im Mix mehr Raum als viele Bassisten vergleichbarer Produktionen. Besonders »Spillage« und »Nevermore« profitieren von seinem deutlich hörbaren Fundament. Die Hintergrundstimmen werden sparsam verwendet und verändern den primären Gesangscharakter nicht wesentlich.

Randy Reyes bleibt überwiegend im Bereich tiefer Growls und rauer Shouts. Seine Stimme besitzt Kraft und passt zu den aggressiven Stücken. Bei den längeren Songs könnte eine größere vokale Bandbreite für zusätzliche Abwechslung sorgen.

DRUCKVOLLE, ABER SEHR DICHTE PRODUKTION

Das Album wurde in den Underground Studios in Tampa aufgenommen. Bob Noxious, Preston DiCarlo und die Band waren an der Produktion beteiligt. DiCarlo übernahm das Mixing, während das Mastering in den Soundlab Studios in New York erfolgte.

Die Produktion ist modern, laut und druckvoll. Gitarren und Schlagzeug besitzen eine klare Kontur, während der Gesang deutlich im Zentrum steht. Trotz der hohen Dichte bleibt der Bass hörbar.

Die schnellen Passagen profitieren von der präzisen Trennung der Instrumente. Selbst während der Blastbeats lassen sich Gitarrenleads und Rhythmusspuren unterscheiden. Die langsameren Songs wirken dagegen stellenweise zu stark verdichtet.

Besonders bei »The Pain Inside« und »Nevermore« hätte mehr Dynamik zwischen leisen und lauten Abschnitten die Wirkung verbessert. Die durchgehend hohe Lautheit reduziert einige der vorgesehenen Spannungsunterschiede.

Insgesamt passt der Mix zur aggressiven Ausrichtung der Band. Er verbindet moderne Klarheit mit ausreichend rauen Gitarren, ohne in eine vollständig sterile Produktion überzugehen.

STÄRKEN UND SCHWÄCHEN DER ALBUMSTRUKTUR

Mit neun Titeln und rund 42 Minuten besitzt »Les Agnst Ov Thanatou« eine angemessene Länge. Da Intro und Outro zusammen etwas mehr als vier Minuten einnehmen, verbleiben sieben vollständige Metal-Kompositionen.

Die kompakteren Songs gehören überwiegend zu den Höhepunkten. »Beating You«, »Red, River, Death«, »Spillage« und »Minds Of The Broken« zeigen eine konzentrierte und wirkungsvolle Form des Bandstils.

»The Last Rites« verbindet diese Direktheit mit einer ausgeprägteren melodischen Seite. Die beiden längsten Stücke verfolgen dagegen unterschiedliche Ergebnisse. »Nevermore« rechtfertigt einen Großteil seiner Laufzeit durch schwere Riffs und stilistische Erweiterungen, während »The Pain Inside« hörbar gestrafft werden könnte.

Das Album besitzt einen schlüssigen konzeptionellen Verlauf. Musikalisch fällt der Mittelteil jedoch etwas ab, bevor »Spillage« die Intensität erneut erhöht. Eine kürzere Version von »The Pain Inside« hätte diesen Unterschied reduziert.

FAZIT:

»Les Agnst Ov Thanatou« ist ein durchdachtes Konzeptalbum, das besonders mit »The Last Rites«, »Red, River, Death«, »Spillage« und »Minds Of The Broken« überzeugt. Kleinere Schwächen liegen in der Länge von »The Pain Inside«, einigen Wiederholungen und der sehr dichten Produktion. 4 von 5 Punkten.

Official Lyric Video: The Last Rites

Internet

Blood Of Angels - Les Agnst Ov Thanatou - CD Review

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