Band: NEGATIVE FRAME 🇬🇧
Titel: Break The Ice
Label: Blood Blast Distribution
VÖ: 07/08/26
Genre: Metalcore/Hardcore

Tracklist

01. Samsara
02. 9 Circles
03. New Lows
04. Sorrow & Solitude
05. Cut Throat
06. Cold Nights
07. Pay To Play
08. Rat Trap
09. Heavens Blue
10. Part Of Me
11. Another Way

 

Besetzung

Kesari Gorin – Vocals
Olly Coyne – Lead Guitar
George Evil – Guitar
Mark Maccutchan – Bass
Luke Walker – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Aus dem Londoner Underground mit klarer Haltung

Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 haben sich NEGATIVE FRAME in der britischen Hardcore-Szene einen Namen gemacht. Die fünf Musiker stammen aus Londons DIY-Underground und fanden über das Skateboarden und ihre gemeinsame Collegezeit zusammen. Was zunächst als Ventil gegen den eintönigen Alltag begann, entwickelte sich schnell zu einer Band, die ihre Wut und ihre Erfahrungen in kompromisslosen Metallic Hardcore verwandelt.

Die Besetzung mit Sänger Kesari Gorin, den Gitarristen Olly Coyne und George Evil, Bassist Mark Maccutchan sowie Schlagzeuger Luke Walker setzt auf eine Mischung aus Hardcore, Metalcore und Groove Metal. Einflüsse von ACID BATH, DISEMBODIED oder LAMB OF GOD sind zwar unverkennbar, dennoch versucht die Band nicht, diese Vorbilder zu kopieren. Stattdessen entsteht ein direkter, ehrlicher Sound, der vor allem von seiner Intensität lebt.

Ein Album ohne lange Anlaufzeit

Schon das kurze „Samsara“ erzeugt eine düstere Grundstimmung. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht, denn „9 Circles“ übernimmt sofort das Kommando. Schwere Gitarren, ein treibendes Schlagzeug und die markanten Shouts von Kesari Gorin geben die Richtung für das gesamte Album vor.

Seine Stimme passt hervorragend zum musikalischen Konzept. Sie klingt rau, kraftvoll und transportiert die Emotionen glaubwürdig, ohne ins Beliebige abzurutschen. Dabei geht es weniger um technische Perfektion als um Ausdruck. Genau das verleiht den Songs ihre Glaubwürdigkeit.

Grooves stehen im Mittelpunkt

Das Herzstück von „Break The Ice“ sind eindeutig die Gitarren. Statt auf übertrieben komplexe Arrangements setzt die Band auf massive Riffs und einen Groove, der sich sofort festsetzt. Besonders „New Lows“ zeigt, wie wirkungsvoll diese Herangehensweise sein kann. Der Song entwickelt eine enorme Dynamik und dürfte vor allem live für ordentlich Bewegung sorgen.

Mit „Sorrow & Solitude“ nimmt die Band das Tempo leicht zurück und schafft mehr Raum für Atmosphäre. Dadurch wirkt der Titel abwechslungsreicher und zeigt, dass NEGATIVE FRAME mehr können, als nur kompromisslos nach vorne zu spielen.

Ganz anders präsentiert sich „Cut Throat“. Hier dominieren aggressive Breakdowns und eine fast schon unbändige Energie. Das Zusammenspiel der beiden Gitarren funktioniert hervorragend, während Luke Walker am Schlagzeug den nötigen Druck konstant hochhält.

Nicht jeder Song bleibt gleich stark im Gedächtnis

So überzeugend die Energie des Albums auch ist, im Verlauf der Spielzeit schleichen sich kleinere Schwächen ein. Einige Songs folgen einem sehr ähnlichen Aufbau und unterscheiden sich nur in Nuancen. Dadurch verschwimmen einzelne Stücke etwas miteinander, obwohl sie handwerklich auf einem guten Niveau liegen.

„Cold Nights“ gehört zu den Songs, die sich davon positiv abheben. Hier erlaubt sich die Band einige melodische Momente, ohne ihre Härte aufzugeben. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass der Titel länger nachwirkt.

Auch „Pay To Play“ überzeugt mit seinem schweren Groove und einer direkten, unverfälschten Ausstrahlung. Inhaltlich wirkt der Song authentisch und greift die Frustration auf, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht.

Mit „Rat Trap“ wird das Gaspedal erneut durchgedrückt. Der Song ist kurz, intensiv und erinnert stark an die Wurzeln des klassischen Hardcore. Viel Schnickschnack gibt es hier nicht, stattdessen zählt ausschließlich die rohe Energie.

Die stärksten Momente kommen zum Schluss

Gegen Ende zeigt „Break The Ice“ noch einmal eine andere Seite. „Heavens Blue“ und vor allem „Part Of Me“ verbinden Härte mit mehr Atmosphäre und emotionaler Tiefe. Gerade diese Stücke besitzen den größten Wiedererkennungswert und zeigen, welches Potenzial in der Band steckt, wenn sie ihren Sound etwas breiter aufstellt.

Mit „Another Way“ endet das Album konsequent. Der Song vereint noch einmal alle Stärken der Platte, druckvolle Riffs, wuchtige Breakdowns und eine ehrliche Intensität, die sich durch das gesamte Album zieht.

Auch klanglich gibt es wenig zu beanstanden. Die Produktion wirkt modern, ohne steril zu klingen. Gitarren und Bass besitzen genügend Druck, das Schlagzeug klingt kräftig und organisch. Gleichzeitig bleibt die rohe Note erhalten, die zu dieser Art von Musik einfach dazugehört.

NEGATIVE FRAME liefern mit „Break The Ice“ ein Album ab, das genau weiß, was es sein möchte. Die Band setzt konsequent auf schwere Grooves, aggressive Vocals und eine direkte Hardcore-Attitüde. Wer modernen Metallic Hardcore mit deutlichen Groove-Metal-Einflüssen schätzt, wird hier einiges für sich entdecken.

Dennoch bleibt Luft nach oben. Vor allem im Songwriting hätte etwas mehr Mut zur Abwechslung dafür gesorgt, dass sich einzelne Stücke stärker voneinander abheben. Gerade die atmosphärischeren Momente beweisen, dass NEGATIVE FRAME deutlich vielseitiger sein können, als sie es über weite Strecken zeigen.

Unterm Strich ist „Break The Ice“ ein ehrliches, kraftvolles Album, das seine Stärken vor allem in seiner Authentizität und seiner Live-Energie besitzt. Kein Meilenstein des Genres, aber eine solide Veröffentlichung einer Band, die ihren eigenen Weg konsequent weitergeht und auf der Bühne vermutlich noch eindrucksvoller wirkt als im Studio.

Fazit: NEGATIVE FRAME präsentieren mit „Break The Ice“ ein Album, das vor roher Energie nur so strotzt.

Internet

NEGATIVE FRAME - Break The Ice - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.