Tracklist
01. Graveyard Dreams And Bonehouse Screams (feat. Kam Lee of Massacre)
02. Corpses Below (feat. Felix Stass of Crematory)
03. Exploding Casket Syndrome (feat. Erik Rundqvist of Vomitory)
04. Heading For The Furnace (feat. Max Otero of Mercyless)
05. A World Of Fire And Brimstone (feat. Dave Ingram of Benediction)
06. Fleshburner Yearner (feat. Michael H. Andersen of Thorium)
07. As Purgatory Ascends (feat. Jan Bergman Jepsen of Maceration)
08. Toxic Noxious Undeath (feat. Silvester Koorvaar of Fondlecorpse)
09. Shallow Grave Overflow (feat. Dave Rotten of Avulsed)
10. The Morbid Rides Again (feat. Peter Svensson of Void Moon)
Besetzung
Rogga Johansson – Guitars
Johan Berglund – Bass
Thomas Ohlsson – Drums
Wenn der Name Rogga Johansson auf einem Albumcover steht, wissen Death-Metal-Fans meist schon, was sie erwartet. Der Schwede gehört seit Jahren zu den produktivsten Musikern der Szene und hat mit Projekten wie PAGANIZER, RIBSPREADER, PUTREVORE oder BLOODGUT einen gewaltigen Katalog an Veröffentlichungen aufgebaut. Trotz dieser beeindruckenden Masse bleibt seine Handschrift unverkennbar. Mit MEGASCAVENGER widmet er sich einmal mehr dem klassischen Death Metal und legt nach sechs Jahren Pause das neue Album „Toxic Noxious Undeath“ vor. Dass jeder Song von einem anderen Gastsänger eingesungen wird, macht die Platte zusätzlich spannend.
Ein Bekenntnis zum klassischen Death Metal
Schon die ersten Sekunden von „Graveyard Dreams And Bonehouse Screams“, bei dem MASSACRE-Legende Kam Lee das Mikro übernimmt, lassen keinen Zweifel daran, wohin die Reise geht. Das Album setzt nicht auf moderne Trends oder technische Selbstdarstellung. Stattdessen regieren sägende Gitarren, schwere Grooves und ein Sound, der angenehm roh wirkt, ohne an Durchsetzungskraft einzubüßen. Die Produktion besitzt genau den richtigen Grad an Schmutz, um authentisch zu klingen, bleibt dabei aber jederzeit druckvoll und transparent.
Rogga Johansson versteht es nach wie vor, eingängige Riffs zu schreiben. Seine Gitarrenarbeit steht klar im Mittelpunkt und sorgt dafür, dass sich die zehn Songs trotz ähnlicher Grundausrichtung nie gegenseitig im Weg stehen. Immer wieder tauchen kleine Melodien oder markante Rhythmuswechsel auf, die den einzelnen Stücken ihren eigenen Charakter verleihen.
Viele Stimmen, ein gemeinsamer Geist
Das Konzept mit zehn unterschiedlichen Sängern hätte leicht wie eine lose Sammlung einzelner Gastbeiträge wirken können. Tatsächlich passiert genau das Gegenteil. Jeder Vocalist bringt seine Persönlichkeit mit ein, ohne den roten Faden des Albums zu gefährden.
Felix Stass verleiht „Corpses Below“ seine markante Tiefe, während Erik Rundqvist bei „Exploding Casket Syndrome“ ordentlich Druck entwickelt. Dave Ingram sorgt mit seiner unverwechselbaren Stimme auf „A World Of Fire And Brimstone“ für einen der stärksten Momente der Platte. Auch Max Otero, Michael H. Andersen, Jan Bergmann Jepsen, Silvester Koorevaar, Dave Rotten und Peter Svensson liefern überzeugende Leistungen ab und verleihen ihren Songs jeweils eine ganz eigene Note.
Gerade weil die Stimmen wechseln, bleibt das Album bis zum Schluss abwechslungsreich. Dennoch klingt alles wie aus einem Guss, denn Johanssons Gitarrenarbeit hält sämtliche Stücke zusammen.
Riffs statt technischer Spielereien
Während viele aktuelle Death-Metal-Veröffentlichungen auf maximale Geschwindigkeit oder extreme Komplexität setzen, verfolgt „Toxic Noxious Undeath“ einen anderen Ansatz. Hier stehen Songwriting und Atmosphäre klar im Vordergrund. Natürlich gibt es Blastbeats und aggressive Passagen, doch genauso häufig lässt Johansson seinen Riffs Raum zum Atmen. Viele Songs entwickeln dadurch einen kräftigen Groove, der sofort hängen bleibt.
Auch die Rhythmussektion trägt ihren Teil dazu bei. Johan Berglunds Bass ist angenehm präsent und sorgt für zusätzliches Gewicht, während Thomas Ohlsson die Songs mit druckvollem, präzisem Schlagzeugspiel zusammenhält. Niemand versucht hier, sich in den Vordergrund zu spielen. Alles dient dem Song und genau das macht den Reiz dieser Platte aus.
Durchgehend hohes Niveau
Zu den stärksten Titeln gehören ohne Frage „Exploding Casket Syndrome“, „A World Of Fire And Brimstone“ und der Titeltrack „Toxic Noxious Undeath“. Vor allem letzterer bringt viele Stärken des Albums auf den Punkt. Ein prägnantes Hauptriff, eingängige Songstrukturen und eine düstere Atmosphäre, die sich konsequent bis zum Ende durchzieht.
Ebenso überzeugt „Shallow Grave Overflow“, das mit Dave Rotten eine Extraportion Biss erhält und stilistisch an die Hochphase des europäischen Death Metals erinnert. Den Abschluss bildet „The Morbid Rides Again“, das noch einmal alle Trademarks des Albums vereint und einen gelungenen Schlusspunkt setzt.
Musik ohne Kompromisse
Das Album erhebt nie den Anspruch, das Genre neu zu definieren. Genau das macht seinen Charme aus. Rogga Johansson konzentriert sich auf das, was er seit Jahrzehnten besonders gut kann. Starke Riffs schreiben, düstere Stimmung erzeugen und klassischen Death Metal mit spürbarer Leidenschaft spielen. Nichts wirkt konstruiert oder kalkuliert. Stattdessen hört man einer Band zu, die genau weiß, welche Wirkung sie erzielen möchte.
Gerade in einer Zeit, in der viele Produktionen möglichst modern oder technisch wirken wollen, fühlt sich „Toxic Noxious Undeath“ angenehm ehrlich an. Das Album erinnert daran, warum der ursprüngliche Death Metal bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.
Mit „Toxic Noxious Undeath“ gelingt MEGASCAVENGER ein starkes Comeback. Rogga Johansson zeigt einmal mehr, dass er nicht nur fleißig Platten produziert, sondern auch nach all den Jahren noch ein gutes Gespür für eingängige Death-Metal-Songs hat. Das Gastsänger-Konzept bringt Abwechslung ins Album, sorgt aber nicht dafür, dass der musikalische Fluss darunter leidet. Am Ende bleibt eine Veröffentlichung, die sich bewusst den Wurzeln des Genres verschreibt und gerade deshalb so überzeugend ausfällt.
Wer schwedischen Death Metal liebt, der auf harte Riffs, düstere Atmosphäre und ehrliches Songwriting setzt, wird an dieser Platte viel Freude haben. Sie ist kein nostalgischer Rückblick, sondern der Beweis dafür, dass klassischer Death Metal auch heute noch kraftvoll, mitreißend und lebendig klingen kann.
Fazit: „Toxic Noxious Undeath“ von MEGASCAVENGER ist ein Muss für alle Liebhaber des echten, rohen Death Metals.






