Band: Altar of Plagues
Titel: Mammal
Label: Candlelight Records
VÖ: 2011
Genre: Black Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Much

Leider kommt es heutzutage nur noch sehr selten vor, dass ich in den Genuss wirklich anspruchsvollen Black Metals komme. Irgendwann ist einmal der Punkt erreicht, da man sich am traditionellen Black Metal satt gehört hat und sich vermehrt darüber freut, etwas experimentellere Kost von außerhalb des Tellerrands vorgesetzt zu bekommen. Dass es nicht ständig wie Marduk oder Dark Funeral klingen muss beweisen die drei Iren von Altar of Plagues mit ihrem neuen Werk „Mammal“. gibt Musik, die braucht Zeit um sich entfalten zu können. Da setzt man sich abends schon gerne einmal hin und lässt die Musik bei einem Glas Rotwein oder feinstem Whiskey auf einen wirken. Bereits der Anfang von „Neptune is Dead“ lässt den geneigten Hörer vermuten, dass es sich hierbei um den etwas anderen Black Metal handelt.
Aus einem gesichtslosen Hallen und Dröhnen geht langsam der Klang einer verzerrten Gitarre hervor. Während ebenjene noch hypnotisierend im Hintergrund summt, setzen zaghaft die Drums ein. Und dann, aus dem Nichts, wird man überrollt von einer mächtigen Klangwalze. Der bald einsetzende Gesang von James O’Ceallaigh wirkt schmerzerfüllt und dabei äußerst authentisch. Über die gesamte Länge von knapp 19 Minuten hinweg gelingt es dem Trio einen sehr starken Spannungsbogen und eine dichte Atmosphäre zu erzeugen – man wird im weiteren Verlauf immer weiter in die Tiefe hinunter gezerrt, als ob man von einem dunklen Sog erfasst worden wäre.

Minimalistische Klavierklänge bilden schlussendlich den Übergang zu „Feather and Bone“, dass über weite Strecken mit einem etwas dominanterem Schlagzeugeinsatz zu begeistern weiß. An dieser Stelle sei zudem erwähnt, dass die Drums auf „Mammal“ sehr facettenreich ausgefallen sind und hervorragend in Szene gesetzt wurden. Die zahlreichen Tempowechsel und Übergänge wirken stimmig und lassen keine Wünsche offen. Mit den klaren und gequält anmutenden Gesängen zur Mitte des Stückes hin, wird einem auch vor Augen geführt, welch breites Klangspektrum die beiden Sänger imstande sind abzudecken. Aus einem Interview mit der Band geht darüber hinaus hervor, dass die Gesangsspuren allesamt beim ersten Versuch aufgenommen worden sind, da man ein möglichst ehrliches und aufrichtiges Erlebnis schaffen wollte. Anstatt aus hunderttausend Aufnahmen nach dem „richtigen“ zu Suchen wurde eine Aufnahme gemacht und mit all seinen menschlichen Schönheitsfehlern verwendet.

„When the Sun Drowns in the Ocean“ beginnt zwar etwas befremdlich wirkend mit den Originalaufnahmen traditioneller irischer Trauergesänge, entwickelt sich dann aber zu einem Stück, das mühelos als hochqualitative musikalische Untermalung eines Horrorstreifens durchgehen könnte. Hier werden mit einigen wenigen Samples und dem spärlichen Einsatz der Instrumente wahrlich schauderhafte und unheilvolles Klänge gezaubert.

„All Life Converges to Some Center“ bildet dann den krönenden Abschluss und stellt eine Art Verbindung der ersten beiden Stücke dar. Meiner Meinung das intensivste und mit reißendste Stück des gut 50 Minuten langen Albums.

Fazit: Auch wenn die Musik von Altar of Plagues nicht immer leicht verdaulich ist und dem Hörer einiges abverlangt, so steckt in Ihr viel Leidenschaft und Herz. Sie mag für den profanen Black Metal Hardliner vielleicht unverständlich und schwer zugänglich sein, aber wer mit Bands wie Wolves in the Throne Room oder den Landsleuten von Mourning Beloveth etwas anzufangen weiß und Experimenten offen gegenübersteht, der wird bestimmt Begeisterung an „Mammal“ finden.

Tracklist:
01. Neptune Is Dead
02. Feather And Bone
03. When The Sun Drowns In The Ocean
04. All Life Converges To Some Center

Besetzung
J. O’Ceallaigh (guit, voc & synth)
D. Condon (bass & voc)
S. MacAnri (percussion)
Live Member
Eric Netto (guit)

Internet
Altar of Plagues Official Website
Altar of Plagues @ Myspace

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