Band: Angband
Titel: Visions of the Seeker
Label: Pure Steel Records
VÖ: 2010
Genre: Power/Progressive Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Dass der Iran nicht unbedingt der beste Nährboden für Metal Bands ist hat euch meine Wenigkeit beim ersten Bericht der Truppe Angband bereits berichtet. Tapfer und wacker halten die Jungs weiterhin die Stirn gegen die ganzen Mullahs entgegen und wer sich vor nicht allzu langer Zeit die Artikeln im Rock Hard zum Thema Metal und Islam bzw. im speziellen zu Iran durchgelesen hat ist somit im Bilde. Andererseits muss man der ganzen Sache wieder zu gute führen, dass genau solche Situationen ein komplett anderes Gefühl hervor rufen. Während in der restlichen Welt eher mittlerweile schon Saloon fähig ist, so ist Metal in islamistischen Staaten noch etwas Rebellisches und dadurch und da kann man sagen was man will ein komplett anderes Gefühl. Wo die Bands auf den Globus nach Geld heischen ist in solchen Ländern eher wichtig dass man spielt und das Lebensgefühl authentisch wieder gibt. Doch nun zurück zum eigentlichen Punkt der Rezension. Angband stehen nach zwei Jahren wieder auf der Matte und haben den zweiten Release mit „Visions of the Seeker“ in der Hand. Weiterhin bauen Ashkan Yazdani (voc), Mahyar Dean (guit), M. Halaji (bass) und Ramin Rahimi (drums) auf ein Iced Earth Frühwerkephase Mischung. Natürlich aufgrund der Lebenssituation darf man nicht erwarten dass es sich hierbei um eine funkelnde, bestens produzierte Perle handelt. Dies nicht und dennoch bestechen die Jungs mit so viel Underground Charakter und könne sich locker mit den Bands aus dem Bereich Power Metal messen. Zusätzlich und das lässt sich kaum vermeiden hat man auf ein Neues orientalischen Einfluss mit scharfen Power Metal Trademarks verwerkt. Das Mischverhältnis lässt laut aufhorchen und wer sich etwas Gutes tun will, natürlich nur wer diesem Genre hold ist der sollte seinen Horizont erweitern und sich mal den Output dieser Truppe genehmigen.

„Forgotten Glory“ ist ein sehr melodischer, längerer Eingang. Das Intro wurde eben wie schon erwähnt in der sehr tollen Mischung eingestanzt. Leichte Marschrhythmen wurden mit satten Solis verstärkt und somit führt man uns etwas verspielter ins Album ein. Doch auch nachdenklichere Passagen sind im Intro und somit müsste man eigentlich eher von einem Instrumental, als von einem Intro reden, da ja auch die Spielzeit 2:17 Minuten beträgt.

Nach einem Trommelwirbel prescht die Mannschaft bei „Blind Anger“ recht flott los. Irgendwie erinnert man mich hierbei, was auch am Gesang liegt an das erste Werk der türkischen Truppe Knight Errant. Sehr gelungen finde ich auch die Verweise in Richtung Iced Earth, welche eben sehr melancholisch klingt. Man verspürt und nimmt den Jungs einfach ohne langes zögern ab, das man hier Alltagssituationen aus dem Leben im Islam musikalisch rüber bringt.

Etwas kantiger und zackiger bringt man das Programm mit „Battle For…“ shakig zum Laufen. Vermehrt baut man hier auf eine Art Abgehthematik. Etwas anstrengend sind hierbei leider die Vocals ausgefallen, denn durchgehend wagt sich der Sänger in so hohe Tonlagen vor, wo er einfach nicht hinpasst und selbige Passagen nicht halten kann. Ganz anders verhält es sich mit den bodenständigeren Phasen, in diesen glänzt der Bursche und klingt dabei wie der kleine Bruder von Mathew Barlow.

Ein melodisches Soli läutet nun „The Seeker“ im hymnischen Spiel ein. Dennoch ist hierbei keine Power Metal Hymne entstanden. Nein, denn die Fortsetzung wurde einmal mehr in Richtung knackiger Power ausgerichtet. Leichte melancholische Soundgefühle hat man gelungen mit scharfen, stampfenden, als auch bretternde Genreelemente unter einen Hut gebracht. Abgerundet wird das Ganze durch traurige, hymnische Passagen. Gute Mixtur, die vor allem, wenn man sich die jüngste Geschichte in den islamistischen Ländern mal unter die Lupe genommen hat sehr unter die Haut gehen.

Mit mehr fetziger Rhythmik fegt man mit „Easy to Believe“ dahin. Hierbei tendiert man ganz stark in Richtung Iced Earth. Schroffe ungehobelte Gitarrenriffs knallt man uns am laufenden Band um die Ohren. Dabei zeigt sich die Mannschaft oftmals von einer etwas progressiveren Seite. Zwar führt man uns in diese Passagen etwas ruckartiger hinüber, aber schmälert den Gesamteindruck zu keinem Zeitpunkt.

Sehr netter Ruhepol ist der Anfang von „Forsaken Dreams“. Leichte genüssliche, melancholisch – ruhige Klänge schallen sehr idyllisch durch die Boxen. Auch hier bedient man sich etlicher Elemente welche von Jon Schaffer zur „Something Wicked This Way Comes“ bzw. „Dark Saga“ bereits verwendet wurden. Man darf allerdings glauben dass es sich dabei um eine billige Bedienung handelt. Nein, vielmehr baut man auf viel eigenständige Einflüsse, die man eben mit den Roots der genannten Truppe sehr beachtlich verstärkt hat.

Auch beim nun gebotenen „Truth of Lies“ hält man an der eingeschlagenen Richtung fest. Diesmal zwar flotter und treibender, dennoch verbleibt man im Iced Earth Lager und das ganz stark. Auch kurze nachdenklichere Passagen zaubert man gelungen hervor, welche die Abwechslung zu diesem flotten Melodic Stück bieten.

Sehr thrashig schiebt man nun „Fate & the Fear“ im groovig – shakigen Rhythmus nach. Doch auch viele dunkle, als auch raue Passagen machen diesen Track zu einer guten Abgehnummer. Vor allem die tiefgründigen – dunklen Melancholie Passagen sind ein absoluter Hammer.

Abgerundet und vollendet wird das Album mit „Astral Hallucinations“. Ein kurzer, nachdenklich stimmender Track, bei dem man uns sogar einige Hintergrundarrangements der orchestralen Art bietet. Die Streichereinlagen passen sich zum romantischen Rhythmus wie die Faust aufs Auge und dadurch ist eine sehr stattliche, farbenprächtige, wenn auch ruhige Mischung für Beendigung des Albums entstanden.

Fazit: Wie schon vor zwei Jahren muss ich noch einmal Herrn Ahmadinedschad und seine Mullahs anprangern, sie sollen sich doch vermehrt um die Musik, als um die Anprangerung des Westens kümmern. Soll aber heißen in positiver Form und nicht dies als Anlass nehmen weiterhin Metal/Rock Bands aus ihrem Land zu verfolgen. Zur Band selbst hat man einen guten Nachleger parat, der auf keinen Fall in der Power Metal Sammlung fehlen sollte. Vor allem Iced Earth Fans der Frühphase werden ihre Freude mit dem Album haben.

Tracklist:

01. Forgotten Glory
02. Blind Anger
03. Battle For…
04. The Seeker
05. Easy to Believe
06. Forsaken Dreams
07. Truth of Lies
08. Fate & the Fear
09. Astral Hallucinations

Besetzung:

Ashkan Yazdani (voc)
Mahyar Dean (guit)
M. Halaji (bass)
Ramin Rahimi (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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