APOLAUSTIC – No Plenitude Without Suffering

APOLAUSTIC - No Plenitude Without Suffering - album cover

Band: APOLAUSTIC 🇨🇭
Titel: No Plenitude Without Suffering
Label: Transcending Obscurity Records
VÖ: 03/04/26
Genre: Melodic Black/Death Metal

Tracklist

01. Devouring the Past
02. Fragments from a Misty Journey
03. Testimony of an Obsolescent World
04. Shining Amidst the Lights
05. Smells Like Dead Autumn Fire
06. Black Flame Reviver
07. De Feu et de Cendre
08. Peregrination Towards Childhood Memories

 

Besetzung

Romain Negro – Vocals, Songwriting
Merlin Bogado – Session Guitars & Bass
Nicolas Muller – Session Drums

 

Bewertung:

4/5

APOLAUSTIC, das Solo-Projekt von Romain Negro (Vocals, Songwriting), bringt mit »No Plenitude Without Suffering« sein erstes vollständiges Album auf den Markt. Unterstützung erhielt er dabei von Merlin Bogado an Gitarre und Bass sowie Nicolas Muller an den Drums, beide als Session-Musiker engagiert. Das Line-up zeigt, dass Negro hier klare Visionen umsetzt, die musikalisch von einem Mix aus melodischem Black- und Death-Metal geprägt sind. Die acht Tracks sind dabei keine bloße Aneinanderreihung von Songs, sondern ein stringentes Konzept, das Schmerz, Reflexion und Vergänglichkeit thematisiert.

Ein Einstieg in Dunkelheit

Das eröffnende Stück »Devouring the Past« legt sofort die Richtung fest! Dichter Gitarrensound, treibende Drums, aggressive Vocals. Die Produktion ist sauber, ohne die rohe Intensität zu verwässern, was besonders in den dynamischen Wechseln zwischen Blastbeats und melodischen Riffs auffällt. APOLAUSTIC zeigt hier schon, dass die Vergangenheit nicht nur Thema, sondern auch Klangfarbe ist. Nostalgische Melodien treffen auf brutale Passagen, die wie ein innerer Kampf wirken.

»Fragments from a Misty Journey«, der zweite Track, greift diese Stimmung auf, baut sie aber atmosphärisch aus. Nebelartige Gitarrenflächen verschmelzen mit melancholischem Lead und erzeugen einen introspektiven Tonfall. Die Drums bleiben punktuell aggressiv, während die Vocals zwischen kehligem Schreien und gelegentlichem Growlen variieren. Hier wird deutlich, dass Negro ein feines Gespür für Balance zwischen Melodie und Härte besitzt.

Konzeptuelle Tiefe

»Testimony of an Obsolescent World« ist thematisch das Herzstück des Albums. Der Song entfaltet eine narrative Struktur, die von Verfall, Vergänglichkeit und existenzieller Reflexion handelt. Die Gitarren wechseln zwischen hypnotischen Tremolo-Passagen und schweren, doomartigen Riffs, die das Gefühl von Endlichkeit untermalen. Die Produktion erlaubt jedem Instrument Raum, sodass der Song trotz dichter Arrangements transparent bleibt. Besonders hervorzuheben ist hier die Stimme von Negro, die nicht nur Aggression transportiert, sondern auch verletzliche Momente offenbart.

»Shining Amidst the Lights« setzt danach einen Gegenpol, heller, melodischer, beinahe hymnisch im Aufbau. Die Gitarrenarbeit von Bogado sticht durch melodische Leads hervor, während die Rhythmussektion das Stück antreibt, ohne die Leichtigkeit zu stören. Dieser Track zeigt, dass APOLAUSTIC nicht nur dunkle, bedrückende Stimmungen transportiert, sondern auch Hoffnung und Schönheit innerhalb der Schwere zulässt.

Herbstliche Melancholie

Mit »Smells Like Dead Autumn Fire« taucht das Album erneut in melancholische Gefilde ein. Die Drums von Muller treiben den Song mit stoischer Konsequenz voran, während die Gitarren ein herbstliches, fast cinematic Gefühl erzeugen. Negro nutzt hier sein volles vokales Spektrum von tiefen Growls über klare, fast gesprochene Passagen bis hin zu schrillen Schreien. Der Song hat einen introspektiven Charakter, der sich zwischen Tod und Erinnerungen bewegt, und verleiht dem Album narrative Tiefe.

»Black Flame Reviver« ist dann wieder kompromisslos härter. Das Zusammenspiel von Blastbeats, verzerrten Gitarren und aggressiven Vocals erzeugt ein Gefühl von entfesselter Energie. Der Track erinnert daran, dass APOLAUSTIC nicht nur atmosphärische Momente beherrscht, sondern auch rohe Kraft und Intensität ohne Kompromisse präsentiert.

Französischer Akzent

»De Feu et de Cendre« bringt einen französischen Einfluss ins Spiel. Hier verschmilzt poetische Sprache mit düsterem Metal, und die Melodieführung wirkt beinahe klassisch, was den Song aus dem restlichen Material heraushebt. Die Melancholie der Lyrics verbindet sich mit komplexen Gitarrenstrukturen, die den Song sowohl emotional als auch technisch spannend machen.

Das Album schließt mit »Peregrination Towards Childhood Memories«, einem epischen Stück, das noch einmal sämtliche Facetten der Platte bündelt. Atmosphärische Passagen, dramatische Leads, kraftvolle Drums und Negros variabler Gesang erzeugen einen runden Abschluss. Es ist, als würde die Reise durch Schmerz, Erinnerung und Reflexion mit einem Hauch von Erlösung enden.

»No Plenitude Without Suffering« ist ein Album, das sowohl für Fans des melodischen Black- als auch des Death-Metal viel zu bieten hat. APOLAUSTIC überzeugt durch ein klares musikalisches Konzept, atmosphärische Dichte und technische Präzision. Die Mischung aus düsteren, introspektiven Passagen und aggressiven, energiegeladenen Momenten sorgt für Abwechslung und Spannung. Trotz kleinerer Längenunterschiede zwischen den Tracks wirkt das Album nie gestreckt, jeder Song trägt zur Gesamtstimmung bei.

Mit 4 von 5 Punkten zeigt sich, dass APOLAUSTIC ein starkes Debüt gelungen ist. Wer bereit ist, sich auf intensive Soundlandschaften und emotionale Tiefe einzulassen, findet hier viel mehr als nur harte Musik. Eine Reise durch Schmerz, Erinnerung und die Suche nach einem inneren Gleichgewicht.

Fazit: APOLAUSTIC gelingt es mit »No Plenitude Without Suffering«, den Spagat zwischen Härte und Melodie zu meistern.

Internet

APOLAUSTIC - No Plenitude Without Suffering CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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