SOLNEGRE – Anthems For The Grand Collapse

SOLNEGRE - Anthems For The Grand Collapse - album cover

Band: SOLNEGRE 🇪🇸
Titel: Anthems For The Grand Collapse
Label: MEUSE MUSIC RECORDS
VÖ: 03/04/26
Genre: Doom/Death Metal

Tracklist

01. The Axiom / Song For The Inert Part II
02. The Hollow Inside
03. For All That Could Have Been
04. In The Stillness Of The Womb
05. A Path Of Aloneness (I & II)

 

Besetzung

Ûkh – Vocals
Gebre – Bass & Keys
Rigel – Guitars
Tom – Drums

 

Bewertung:

4/5

Wenn man das Line-up von SOLNEGRE betrachtet, fällt sofort die Vielseitigkeit ins Auge. Ûkh an den Vocals, Gebre am Bass und Keys, Rigel an den Gitarren und Tom am Schlagzeug bilden das Grundgerüst dieser Formation. Doch das Album »Anthems For The Grand Collapse« lebt nicht nur von dieser Kernbesetzung, sondern auch von einer Reihe Gastmusiker, die den Klangteppich verdichten. Mike Le Rosetti steuert Gitarrensoli auf dem Opener bei, Pedro Inglés ergänzt Interlude-Vocals, Gadea es Ineseta und Carmen Jaime bereichern die Gesangsparts, während Núria Luis mit ihren Violinen für dramatische Akzente sorgt. Aufgenommen wurde das Werk im Diorama Sound Studio auf Mallorca.

Eine düstere Klangwelt

»Anthems For The Grand Collapse« setzt dort an, wo Doom- und Death-Metal aufeinander treffen. Die Musik ist schwer, atmosphärisch und zugleich präzise arrangiert. SOLNEGRE verstehen es, zwischen lähmender Schwere und explosiver Intensität zu wechseln, ohne dass der Fluss der Songs darunter leidet. Das Opening, »The Axiom / Song For The Inert Part II«, zeigt gleich, wie geschickt die Band verschiedene Ebenen kombiniert. Gebres Basslinien und Toms drückende Drums bilden das Fundament, Rigels Gitarren und die Soli von Le Rosetti erzeugen eine bedrückende, fast orchestrale Dichte, während Ûkhs Gesang den inneren Zusammenbruch thematisiert.

Zwischen Leere und Melancholie

Track zwei, »The Hollow Inside«, arbeitet stark mit Dynamik. Der Song beginnt fast sphärisch, bevor Pedro Inglés mit seinen Interlude-Vocals neue Spannung erzeugt. Der Klang schwankt zwischen introspektiver Leere und eruptiver Wut. Dies ist ein wiederkehrendes Motiv des Albums! Momente der Stille, die die Intensität des nächsten Ausbruchs nur verstärken. Besonders deutlich wird dies bei »For All That Could Have Been«, wo SOLNEGRE eine Melancholie erzeugen, die sich tief ins Bewusstsein einbrennt.

Klangliche Details und Experimente

Das Album nimmt sich Zeit für Experimente. »In The Stillness Of The Womb« ist ein Paradebeispiel dafür. Gadea es Ineseta und Núria Luis tragen hier entscheidend zur Atmosphäre bei. Die Violinen verweben sich mit den Gitarren und Keys, während Ûkhs Stimme wie ein dunkler Chor über allem schwebt. Es entsteht ein Moment, der sich von klassischem Doom-Metal abhebt und beinahe avantgardistische Züge annimmt.

Ebenfalls hervorzuheben ist der Abschluss, »A Path Of Aloneness (I & II)«. Hier brilliert nicht nur Edu mit einem Gitarrensolo, sondern auch Carmen Jaime ergänzt die Vocals und verstärkt die dramatische Wirkung. SOLNEGRE zeigen hier, wie man Spannung und Melancholie über fast zehn Minuten trägt, ohne dass der Song seine innere Logik verliert.

Produktion und Sound

Die Produktion im Diorama Sound Studio ist dicht und klar zugleich. Jeder Musiker ist hörbar, und trotzdem verschmelzen die Elemente zu einer einheitlichen, erdrückenden Klangwelt. Besonders die Bass-Drum- und Gitarrenarbeit überzeugt durch Präzision und Druck, während die Keys und Violinen atmosphärische Tiefe schaffen. SOLNEGRE verstehen es, Räume zu schaffen, in denen der Hörer die musikalische Dunkelheit förmlich spüren kann.

»Anthems For The Grand Collapse« ist ein Album für Liebhaber von Doom- und Death-Metal, die Wert auf Atmosphäre, ausgefeilte Arrangements und emotionale Tiefe legen. SOLNEGRE kombinieren Schwere, Melancholie und experimentelle Ansätze zu einem kohärenten Werk, das sich sowohl für intensives Hören als auch für Momente der Reflexion eignet. Trotz kleiner Längen an einigen Stellen überzeugt das Album durch handwerkliche Präzision und emotionale Intensität.

SOLNEGRE liefern hier ein starkes Statement ab! Kein schneller, einfacher Metal, sondern ein dichter, vielschichtiger Sound, der den Hörer fordert und belohnt. Wer sich auf diese Art von musikalischem Untergang einlässt, wird belohnt mit einem eindringlichen, nachklingenden Erlebnis.

Fazit: SOLNEGRE beweisen mit »Anthems For The Grand Collapse«, dass Doom- und Death-Metal mehr sein können als nur schwere Riffs und düstere Texte.

Internet

SOLNEGRE - Anthems For The Grand Collapse CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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