Tracklist
01. WWH8
02. AMOK : KOMA
03. Hypochristian
04. High Sobriety
05. Win-Windustry
06. Hallowed Be The Game
07. Losing
08. Magnum Innominandum (Instrumental)
09. Scream! (Misfits Cover)
Besetzung
Frank – Guitars & Vocals
Marcel – Bass
Andreas – Drums
BITTERNESS sind ein Trio aus Süddeutschland und bewegen sich stilistisch irgendwo zwischen Melodic-Death- und Thrash-Metal. Frank Urschler übernimmt Gitarren und Vocals, Marcel Konz ist am Bass zu hören, Andreas Kiechle sitzt hinter dem Schlagzeug. BITTERNESS wurden 2001 gegründet und haben sich mit mehr als 300 Auftritten im In- und Ausland einen Ruf als verdammt heftige Live-Band erarbeitet. Der typische Sound der Band besteht aus klassischen Thrash-Attacken, kombiniert mit düsteren Death-Metal-Elementen und Anklängen an den melodischen Death-Metal aus Göteborg. Mit »Hallowed Be The Game« legt die Band ihr aktuelles Album vor und positioniert sich klar in der Schnittmenge aus melodischer Härte, moderner Produktion und einer spürbaren Liebe zu klassischen Metal-Strukturen.
Zwischen Melodie und Abriss
Schon nach den ersten Minuten wird deutlich, dass BITTERNESS keinen reinen Oldschool-Ansatz verfolgen. Zwar sind die Wurzeln im Thrash- und Death- klar hörbar, doch das Songwriting ist stark auf Hooks, Refrains und eingängige Leads ausgelegt. Die Band arbeitet viel mit Kontrasten: harte Riffs treffen auf melodische Gitarrenlinien, aggressive Strophen werden von annähernd hymnischen Refrains aufgefangen.
Der Opener »WWH8« fungiert eher als kurzes Intro, bevor »AMOK : KOMA« direkt Tempo aufnimmt. Hier zeigt sich das Grundprinzip des Albums: treibende Drums, ein trocken produzierter Gitarrensound und Vocals, die da und dort zwischen Thrash-Shouts und melodischem Death-Growl liegen. Besonders auffällig ist, wie sauber die Band ihre Riffs strukturiert. Kaum ein Part wirkt zufällig oder überladen.
Songwriting mit klarer Handschrift
Mit »Hypochristian« folgt einer der stärkeren Tracks der Platte. Der Song lebt von einem prägnanten Hauptmotiv und einem Refrain, der sofort hängen bleibt. BITTERNESS schaffen es hier, Härte und Eingängigkeit so zu verbinden, dass nichts verwässert wirkt. »High Sobriety« schlägt ebenfalls in diese Kerbe, etwas grooviger, mit einem rockigen Unterton im Refrain.
»Win-Windustry« bringt eine leichte stilistische Verschiebung ins Spiel. Der Song wirkt technischer, teilweise progressiv, ohne die Grundstruktur zu verlassen. Gerade hier wird deutlich, dass die Band nicht nur auf Geschwindigkeit setzt, sondern daneben auf Dynamik und Spannungsbögen. Kleine Breaks, Tempowechsel und gezielt eingesetzte Melodien sorgen dafür, dass der Song über seine Laufzeit trägt.
Der Titeltrack als Zentrum
»Hallowed Be The Game« ist das Herzstück des Albums und zugleich der Song, der das Konzept am besten zusammenfasst. Der Track startet klassisch, baut sich dann aber zu einem epischen Midtempo-Monster auf. Besonders die Gitarrenarbeit sticht hier hervor: zweistimmige Leads, sauber gesetzte Harmonien und ein Refrain, der beinahe Stadionformat hat.
Textlich bleibt die Band im metaphorischen Bereich, viel Spiel mit religiösen Motiven, Machtstrukturen und inneren Konflikten. Das passt gut zur leicht düsteren Grundstimmung des Albums, ohne ins Klischee abzurutschen. Man merkt, dass BITTERNESS eher Atmosphäre erzeugen wollen, als konkrete Geschichten zu erzählen.
Kleine Experimente und ein klarer Abschluss
Mit »Losing« wird das Tempo noch einmal annähernd zurückgenommen. Der Song ist emotionaler angelegt, fast melancholisch, ohne angrenzend seine metallische Grundhaltung zu verlieren. Gerade die Gitarrenmelodien tragen hier viel zur Wirkung bei und zeigen, dass die Band desgleichen im ruhigeren Bereich überzeugend arbeitet.
»Magnum Innominandum« ist ein rein instrumentaler Track und funktioniert als atmosphärische Verschnaufpause. Kein überambitioniertes Gitarren-Gefrickel, sondern eher ein stimmiger Übergang zum Abschluss. Dieser kommt in Form von »Scream!«, einer Coverversion des MISFITS-Klassikers. BITTERNESS interpretieren den Song deutlich härter als das Original, ohne ihm den Punk-Charakter komplett zu nehmen. Eine gute Wahl, die zum Stil der Band passt und das Album mit einem Augenzwinkern beendet.
Produktion und Gesamtbild
Soundtechnisch ist »Hallowed Be The Game« modern, im Kontrast hierzu nicht steril. Die Gitarren sind druckvoll, der Bass bleibt hörbar präsent und das Schlagzeug klingt organisch, ohne an Durchsetzungskraft zu verlieren. Gerade im Vergleich zu vielen überproduzierten Metal-Releases wirkt das Album angenehm direkt.
Was BITTERNESS auszeichnet, ist vor allem die Balance. Die Band versucht nicht, jedes Genre-Element bis ins Extrem zu treiben. Stattdessen setzen sie auf klare Strukturen, starke Refrains und ein solides Gespür für Dramaturgie. Das Album wirkt in sich geschlossen, ohne monoton zu werden.
»Hallowed Be The Game« ist ein starkes Album für Fans von melodischem, zeitlosem Metal mit Thrash- und Death-Einflüssen. BITTERNESS liefern keine Revolution, im Gegensatz hierzu ein durchdachtes, gut produziertes Werk mit eigener Handschrift. Besonders das Songwriting überzeugt durch Klarheit und Wiedererkennungswert. »Hallowed Be The Game« ist kein Album für den Hintergrund, sondern eines, das bewusst gehört werden will und dabei konstant auf hohem Niveau bleibt.
Fazit: Mit »Hallowed Be The Game« liefern BITTERNESS ein Album, das sowohl Melodic-Death- als auch Thrash-Metal Fans begeistern dürfte.

