Blood of Kingu – Sun In The House Of The Scorpion

Band: Blood of Kingu
Titel: Sun In The House Of The Scorpion
Label: Candlelight Records
VÖ: 2010
Genre: Black Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Dunkle Wolken ziehen auf und eine Sturmfront braut sich im Osten zusammen. Was wie eine Wettervorhersage klingt ist die Vorwarnung auf das am 24.05.2010 erscheinende Langeisen „Sun In The House Of The Scorpion“ von Blood of Kingu. Die aus Kharkiv stammenden Black Metaller Roman Saenko (voc, guit & keys), Thurios (guit), Krechet (bass) und Yuriy Sinitsky (drums) sind schon seit 5 Jahren im Osten Europas am werkeln und mit „De Occulta Philosophia“ aus dem Jahr 2007 konnte man bereits einige Achtungserfolge verbuchen. Die Schwarzheimer sind aber nicht eine Band fürs schnelle rein hören, dazu ist ihr Material zu bunt gemischt in den Farbnuancen schwarz und grau natürlich, dafür aber umso facettenreicher.

Mit „Herald Of The Aeon Of Darkness“ schickt man gleich den einleitenden Soundstimmungsmacher ins Gefecht der einen auf brauenden Sturm vorankündigt.

Der Wirbelstorm fegt nun mit dem nun folgenden „Those That Wander Amidst The Stars“ über unsere Köpfe hinweg. Sehr blechernes Black Metal Geschretter das man uns hier mit einem sadistischen Grinsen in die Fresse knallt. Wutentbrannte Rhythmik die hier abgeht und wie eine wilde Raserei sein übriges tut. Eine wahre Nackenfräße die man uns hier bietet und dazu kann man sich locker eine Genickstarre holen. Im Hintergrund wurden als Erweiterung etliche Arrangements eingebaut, die eine gute diabolische Sounduntermalung bieten.

Sehr melodisch startet man nun den Nachfolger „Cyclopean Temples Of The Old Ones“. Klingt sehr monumental, was auch an den Hintergrundklängen liegt die hier eine gute Komplettierung sind. Voran geht es allerdings mit einem wilden Geschmetter in bester, leicht Industrial angehauchter Black Metal Manier. Hier beübt man den Fan mit vielen Wechseln und Passagen die sehr ruckartig sind. Folgen kann man diesen allerdings schon, nur braucht es einige Anläufe. Dieses Spannungsfeld wird gut ausgebaut und auch mit weiten Sprüngen verstrickt. Sehr majestätisch klingen vor allem die melodischen Riffs die eine schmucke Ausstattung sind und vom eher Blast Beat orientierten Gebolze etwas ablenken.

Sehr doomig wird das Black Stahl Epos „Incantation Of He Who Sleeps“ begonnen. Sehr ergreifende Gitarreneinlage die einem eine Gänsehaut verleiht und ordentlich runter zieht. Solche Epen sind einfach ein Hammer, Gesetz dem Fall man kann mit dieser Spieltechnik etwas anfangen. Bei dieser Nummer ziehen die Herrschaften alle Register und bieten an dieser Stelle eine sehr durchdachte Rhythmik, die facettenreicher nicht sein könnte. Selbige wird immer wieder durch wilde Prügelorgien verdrängt, bevor man konsequent ins verspielte, rabenschwarze Eck zurück drängt.

Black Metal Geschretter in bester Old School Manier, mit bitterem Beigeschmack feuert man ohne Kompromisse bei „Guardians Of Gateways To Outer Void“ ab. Hier prügelt man den Hörer mit viel Wut und Hass und unterwandert dieses Geschmetter mit kleineren Melodiebeilagen. Im Mittelteil hagelt ein eisiger Sturm in Form eines Double Bass Dauerfeuers und man denkt schon der Drummer fällt nun mit einem Herzkasper vom Hocker. Der Schlagwerker hat aber viel Energie und gibt hier merklich den Ton an, dabei treibt er die restliche Mannschaft zu einer Prügelorgie an, der man sich kaum entziehen kann.

Etwas schwermütiger wird nun wieder bei „Ceremonies To Awake Thy Ageless Hate“ begonnen. Diese Einleitung währt aber nicht lange und sogleich fegen die Ukrainer wieder auf uns, wie eine wilde Horde drüber. Mit leichtem orientalischen Touch im Hintergrundsound bietet man hier das nötige Maß an Abwechslung. Es verwundert einen dann schon wie man dieses Schretterspiel so versiert mit den Arrangements passend zusammenfügt. Das unterstreicht das Können und den Ideenreichtum dieser Blackies.
Sehr epochal klingt der regulären Ausklang den man uns mit „Morbid Black Dreams Bringing Madness“ bietet. Sehr düster und experimentell – progressiv angehaucht schafft man Stimmung der düsteren Art.

Beendet wird das Album allerdings noch durch ein Cover, das eine Hommage für einen der Wegbereiter des Black Metal ist. „Gate Of Nanna“ von den finnischen Pandabären Beherit wird uns hier geboten und das Stück ist sehr durchwachsen. Einerseits baut man auf den Old School Klang, allerdings durchsetzt man diesen eben mit den eigenen Einflüssen. Wird Traditionalisten wie ein Frevel vorkommen, überzeugt aber mit dem gewissen Maß an Eigenständigkeit ohne dabei den Bogen zu überspannen.

Fazit: Schwarzwuzel Metal mit vielen experimentellen, als auch epochalen Einflüssen der nicht schlecht klingt. Wer keine Scheuklappe hat wird mit dem Material etwas anfangen können, allerdings muss man sich etwas mit dem Material anfreunden, wie schon erwähnt kein rein/raus Album, sondern ein etwas zeitbedürftigerer Happen.

Tracklist:

01. Herald Of The Aeon Of Darkness 0:55
02. Those That Wander Amidst The Stars 4:20
03. Cyclopean Temples Of The Old Ones 4:25
04. Incantation Of He Who Sleeps 10:24
05. Guardians Of Gateways To Outer Void 5:47
06. Ceremonies To Awake Thy Ageless Hate 3:57
07. Morbid Black Dreams Bringing Madness 2:05
08. Gate Of Nanna (BEHERIT cover) 4:33

Besetzung:

Roman Saenko (voc, guit & keys)
Thurios (guit)
Krechet (bass)
Yuriy Sinitsky (drums)

Internet:

Blood of Kingu @ MySpace

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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