Tracklist
- Extremt jävla vansinne
- Domare och bödel
- Döbygd
- Skarprättare Jansson
- Korsfäst och dömd
- Dödsbringaren
- Inte ditt jävla val
- Deprimerad
- 1789
- Stilla natt, blodiga natt
- Nio ars träning i likgiltighet
- Ängel af död
Besetzung
Leya Teike-Rasmussen – Vocals
Mattias „Arvid“ Rasmussen – Guitars, Backing Vocals
Henke Bromander – Bass, Backing Vocals
Micke Norén – Drums
Zum Jahresbeginn meldet sich mit Bödel ein Name zu Wort, den man bislang kaum auf dem Radar hatte – und legt mit einem ersten Longplayer nach. „Dödsbringaren“, zu Deutsch etwa „Todesbringer“, trägt den programmatischen Gestus bereits im Titel. Subtilität ist hier nicht das erklärte Ziel.
Das Quartett aus dem Herzen Schwedens – drei Männer und eine Frontfrau – serviert ein üppig bestücktes Paket aus insgesamt 23 Songs. Zwölf davon sind neu, elf stammen aus früheren Veröffentlichungen und fungieren als Bonusmaterial. Ich konzentriere mich auf die frischen Stücke, die in gut zweiundzwanzig Minuten keinen Zweifel daran lassen, wohin die Reise geht.
Hier wird nicht lange gefackelt. In klassischer Crust-Punk-Manier prügelt sich die Band durch kurze, grelle, kompromisslose Tracks. Alles ist laut, alles ist direkt, nichts hält sich mit Umwegen auf. Bödel verkörpern jene DIY-Haltung, die im Genre nicht nur Pose, sondern Grundvoraussetzung ist: roh produziert, düster im Ton, schmutzig im Klangbild. Die Texte nehmen sich erwartungsgemäß alles vor, was im Dunstkreis des Punk anklagbar scheint – Machthaber, Krieg gegen Zivilisten, Pharmakonzerne, Bildungssysteme, die allgemeine Weltmisere. Man könnte sagen: alle Kästchen sauber abgehakt.
Selbst das Artwork schlägt in dieselbe Kerbe und bleibt eher plakativ als vielschichtig. Doch wir sprechen hier von Crust. Überdeutlichkeit gehört zur DNA dieses Sounds. Trotzdem bleibt ein leiser Wunsch nach einer eigenen Handschrift. Bödel bedienen die gängigen Stereotype mit bemerkenswerter Treffsicherheit – und sind damit zweifellos authentisch im Rahmen des Genres. Die spannendere Frage lautet jedoch: Wie viel unverwechselbare Identität schimmert bereits durch? Wie viel Bödel steckt wirklich in „Dödsbringaren“? Mit diesen zwölf neuen Tracks lässt sich das nur erahnen.
Mein Fazit: Unterm Strich ist „Dödsbringaren“ ein solides, genretreues Gesamtpaket. Der Sound ist rau, schroff, kantig und kompromisslos. Nichts wirkt geglättet, nichts auf Konsens gebürstet. Dieses Album sucht die Konfrontation, nicht die Versöhnung. Knapp 45 Minuten wuchtiger Crust, der genau das liefert, was er verspricht. Man darf hoffen, dass beim nächsten Output neben all der stilistischen Treue noch mehr Eigenständigkeit durchbricht – ein Moment, in dem Bödelnicht nur das Genre bedienen, sondern ihm ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken.
