MALEBESTE - Monestherou - cover artwork

Band: MALEBESTE 🇫🇷
Titel: Monestherou
Label: Antiq
VÖ: 25/05/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Aigre Vinasse et Chaude Populace
02. Hautefaye 1870
03. Chasse Gallery
04. Palefroi du Diable
05. Milouziena
06. Le Puits d’Enfer
07. Monestherou
08. Flamme Noir de l’Espoir
09. Nocturne (Medley Acoustique)

 

Besetzung

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Bewertung:

3,5/5

Zwischen Ruinen, Legenden und schwarzer Glut

Mit »Monestherou« legt die französische Black-Metal-Formation MALEBESTE ihr erstes Lebenszeichen vor und verankert sich dabei tief im Boden ihrer Heimatregion. Die Band wurde 2024 in einer Kleinstadt im Westen Frankreichs gegründet und schöpft ihre Inspiration aus den Legenden, historischen Abgründen und düsteren Erzählungen rund um Charente und Vendée. Dieser regionale Fokus verleiht dem Album eine greifbare Identität. Statt austauschbarer Satanismus-Klischees setzt die Gruppe auf Geschichten, die nach kalter Erde, alten Wäldern und vergessenen Dorfchroniken riechen.

Musikalisch orientiert sich das Quintett klar an der französischen und schwedischen Black-Metal-Schule. Melodische Gitarrenlinien treffen auf aggressive Raserei, ohne jemals in sterile Perfektion abzudriften. Genau dort liegt auch die Stärke von »Monestherou«! Das Album wirkt roh, lebendig und stellenweise fast unberechenbar.

Der Sound von MALEBESTE

Schon der kurze Opener »Aigre Vinasse et Chaude Populace« erzeugt eine bedrückende Atmosphäre. Das Stück dient weniger als eigenständiger Song, sondern vielmehr als düsteres Tor in die Welt des Albums. Direkt danach entfaltet »Hautefaye 1870« seine volle Wirkung. Rasende Blastbeats, gallopierende Rhythmen und messerscharfe Gitarren dominieren das Klangbild, während der französische Gesang wie eine wütende Beschwörung über allem schwebt.

Gerade die Entscheidung, konsequent in der Muttersprache zu singen, erweist sich als großer Vorteil. Die Vocals wirken nicht geschniegelt oder künstlich dramatisch, sondern besitzen Charakter und Schmutz. Dadurch entsteht eine Authentizität, die vielen modernen Produktionen fehlt.

»Chasse Gallery« führt die melodische Seite der Band stärker aus. Hier blitzen deutliche Einflüsse klassischer skandinavischer Black-Metal-Bands durch, ohne dass MALEBESTE zur bloßen Kopie verkommt. Besonders die Gitarrenarbeit überzeugt über weite Strecken. Immer wieder tauchen starke Leads auf, die sich sofort festsetzen, bevor sie wieder im Chaos verschwinden.

Zwischen Raserei und Atmosphäre

Mit »Palefroi du Diable« erreicht das Album einen seiner stärksten Momente. Der Song verbindet aggressive Geschwindigkeit mit beinahe epischen Strukturen und entwickelt dabei einen enormen Sog. Vor allem das Drumming fällt positiv auf. Die Rhythmen bleiben abwechslungsreich und verhindern, dass die Platte in monotones Dauerfeuer abgleitet.

Auch »Milouziena« und »Le Puits d’Enfer« profitieren von dieser Dynamik. Während viele junge Black-Metal-Bands ausschließlich auf rohe Gewalt setzen, versteht MALEBESTE etwas von Spannungsaufbau. Immer wieder ziehen sie das Tempo leicht an oder zurück, bauen melodische Passagen ein und lassen den Songs genug Raum zum Atmen.

Allerdings zeigt sich hier auch eine kleine Schwäche des Albums. Manche Ideen wirken noch nicht vollständig ausgearbeitet. Einzelne Übergänge erscheinen etwas abrupt, und nicht jeder Song erreicht die gleiche Intensität wie die stärksten Stücke der Platte. Gerade im Mittelteil verliert sich das Album stellenweise in bekannten Genre-Mustern.

Der Titeltrack als Zentrum

Der Titeltrack »Monestherou« bündelt viele Stärken der Band. Atmosphärische Gitarrenflächen treffen auf aggressive Attacken, während der Gesang beinahe geisterhaft wirkt. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie stark MALEBESTE mit Bildern und Stimmung arbeitet. Die Musik transportiert das Gefühl einer alten Sage, die am Lagerfeuer erzählt wird, nur eben begleitet von rasendem Black Metal.

»Flamme Noir de l’Espoir« schlägt anschließend noch einmal einen emotionaleren Ton an. Trotz aller Härte besitzt der Song eine melancholische Grundstimmung, die hervorragend funktioniert. Gerade diese Mischung aus Aggression und Melodie macht das Album interessant.

Zum Abschluss folgt mit »Nocturne (Medley Acoustique)« ein überraschend ruhiger Ausklang. Die akustischen Elemente wirken keineswegs deplatziert, sondern runden die düstere Reise sinnvoll ab. Nach den intensiven vorherigen Songs entsteht beinahe der Eindruck eines erschöpften Morgengrauens nach einer langen Nacht.

Produktion mit Charakter

Klanglich bewegt sich »Monestherou« auf einem schmalen Grat zwischen roher Underground-Ästhetik und moderner Transparenz. Die Produktion bleibt angenehm organisch und vermeidet sterile Überpolierung. Gleichzeitig sind die Instrumente klar genug voneinander getrennt, um auch feinere Details wahrnehmen zu können.

Besonders die Gitarren profitieren davon. Sie besitzen genügend Schärfe, ohne in unangenehmes Sägen abzudriften. Der Bass bleibt zwar eher im Hintergrund, sorgt aber für ein solides Fundament. Die Drums wiederum treiben die Songs konstant nach vorne und verleihen dem Album seine kämpferische Energie.

MALEBESTE liefern mit »Monestherou« ein vielversprechendes Debüt ab, das vor allem durch Atmosphäre, starke Gitarrenarbeit und seine regionale Verwurzelung überzeugt. Die Band versteht es, klassische Black-Metal-Elemente mit melodischen Ansätzen und französischer Folklore zu verbinden, ohne dabei konstruiert zu wirken.

Nicht jeder Song entfaltet dieselbe Durchschlagskraft, und an einigen Stellen fehlt noch die letzte Konsequenz im Songwriting. Dennoch besitzt das Album genug Charakter, um sich aus der Masse junger Black-Metal-Veröffentlichungen hervorzuheben.

Für Fans von melodischem, atmosphärischem Black-Metal mit historischem und folkloristischem Einschlag ist »Monestherou« definitiv einen Blick wert.

Fazit: »Monestherou« von MALEBESTE ist ein gelungenes Beispiel für die französische Black-Metal-Szene, das sowohl regionale Legenden als auch musikalische Vielfalt in den Vordergrund stellt.

Internet

MALEBESTE - Monestherou - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.