Tracklist
01. Twilight Song
02. My Prayer to Diana
03. Summer Storm
04. Fear Makes You Tame
05. Death of Pan
06. Meine Süße Sternenkriegerin
07. Carnivore
08. Sorry
09. Sub Janus
Besetzung
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CALVANA sind eine Band, die sich erfolgreich mit Mysterium umhüllt hat. Auf älteren Alben waren einige Initialen der Musiker bekannt, jetzt ist jede Art Information über sie verschwunden – eine vage Beschreibung kann auf offiziellen Seiten gefunden werden: „2015 am Fuß des Calvana-Massivs gegründet, existieren Italiens CALVANA ausschließlich, um die Stimme des Berges als singuläre, monolithische Entität zu verstärken. Um diesen Fokus zu bewahren, bleiben die Identitäten der Mitglieder in totaler Anonymität gehüllt.“
Guter Start mit Burzum-Resonanzen
Die Eröffnungsakkorde im Album sind ein Mix aus atmosphärischem Black Metal mit Momenten direkten Ansatzes. „Twilight Song“ bringt auch eine melancholische Note, leidenschaftliche, aber gequlte Vocals, für den größten Teil des Songs eine minimalistische Instrumentierung mit repetitiven und simplen Riffs, aber insgesamt ein melodischer Sound. Klar verankert in Old-School norwegischem Black Metal, Resonanzen von Burzum oder frühem Ulver können auf bestimmten Passagen gehört werden. Die Kombination aus melodisch und verzerrt funktioniert gut im Song. Kalt, wild, abrasiv, ein guter Start ins Album.
„My Prayer to Diana“ bringt einen aggressiveren Sound, mit Vocals, die den harschen und verzweifelten Ansatz fortsetzen, aber musikalisch ist der Song hermetischer, der melodische Teil wurde zurückgelassen. Und leider lässt das den Song mit nur einer nervösen Tremolo-gepickten Gitarre übrig, um die dünne Melodie auszudrücken, und der frostgebissene und wilde Teil wird aktiver. Nicht wirklich inspiriert, ein ziemlich uniformer Song, flach und repetitiv.
Roher Sound ohne Dynamik oder Qualität
Die Produktion ist roh, ein Ansatz, der zum Sound der Band passt, aber an Dynamik fehlt und auch daran, eine fesselnde Klanglandschaft zu schaffen. Nach den atmosphärischen ersten Akkorden, die das Album eröffnen, fallen sie in Mittelmäßigkeit und Wiederholung, ein erzwungener roher Sound, und im Fall von CALVANA bedeutet das auch meist uninteressante Musik. Der Sound ist dicht und lässt fast keine Akzente aus dieser Lärmwand entkommen, die das Fundament der Musik repräsentiert – nur Vocals stechen durch die Produktion heraus, bringen aber nicht wirklich Qualität in den Sound, zu laut und erzwungen.
Ein ruhigerer und freundlicherer Sound kommt in „Summer Storm„, aber auch ein neues Level von Verzweiflung, gebracht durch fast cleane Vocals, rau und guttural klingend wie ein Klagelied oder Gebet. Eine Energieinfusion nimmt den Song zu einem komplexeren Sound, aber dennoch bleibt er simpel und ohne neue oder herausragende Ideen. Nichts Neues in „Fear Makes You Tame„, höllische Schreie, ein kondensierter Sound, ein weiterer Song, dem Fantasie und frische Ideen fehlen, recycelt dieselben Akkorde in verschiedenen Tempos. Und der finale Teil, komponiert meist aus gequlten Schreien in verschiedenen Ansätzen, ist ohne musikalischen Wert.
Verstimmte Akustikgitarre und forcierte Vielfalt
Und traurigerweise ist „Death of Pan„, auch wenn sie eine verstimmte Akustikgitarre zur Abwechslung einbringen, keine wirkliche Verbesserung. Weniger Musik und viel Dissonanz. Auch „Meine Süße Sternenkriegerin“ bleibt in diesem Territorium. Sie versuchten, einen komplexeren Sound und mehr Melodie zu bringen, schaffen es aber nicht wirklich mit dem Ansatz. „Carnivore“ kommt mit einem seltsamen Lead-Gitarren-Sound, weinerlich und dissonanter. Rezitierte, sprechende Vocals und eine Soundmauer resultieren dennoch in einem Song, der über die meisten Songs hinausragt dank des Gitarren-Beitrags, der kreativer kommt.
Den finalen Songs nähernd, bleibt das Album enttäuschend – „Sorry“ recycelt dieselben Akkorde, und nur Vocals bleiben anständig konsistent, verzweifelt, aber leidenschaftlich, eine der besten Vocal-Performances des Albums. Final Song „Sub Janus“ ist ein Outro, gespielt auf derselben Akustikgitarre, die sich wieder verstimmt anfühlt, mit Vocals transformiert durch zu viel Verzerrung und bringt einen total anderen Sound vom Rest des Albums, aber keinen besseren. Losgelöst von allem, was das Album geboten hat, ein enttäuschendes Ende.
Mysterium als Marketing-Trick für mittelmäßige Musik
Die ganze Idee, in Mysterium gehüllt zu sein, fühlt sich erzwungen an und mehr wie ein Marketing-Trick als eine durchdachte Entscheidung. Manchmal ist es besser, anonym zu bleiben, wenn die produzierte Musik nichts ist, worauf man stolz sein kann.
Mittelmäßiger Black Metal, aggressiv, aber ohne musikalische Substanz oder atmosphärische Tiefe. Theatralische Vocals in allen Variationen – Schreie, Shrieks, infernalische Growls – stellen CALVANA in eine lange Liste von Bands, die glauben, dass nur höllische und dramatische Vocals Black Metal bedeuten. Sie konzentrieren sich ausschließlich darauf, Sounds zu imitieren, die an Horrorfilme erinnern oder was sie sich als infernalisch, gruselig und jenseitig vorstellen, statt Musik zu schaffen, die wirklich etwas übermittelt.
CALVANA zeigen, dass sie auch Musik machen können, aber außer dem Eröffnungssong von „Sub Janus“ bleiben sie unterdurchschnittlich. Und das ganze Album fühlt sich an wie eine erfolglose Kopie der älteren Werke der Band, ein klarer Tiefpunkt in ihrer Diskografie.
Fazit: CALVANA scheitern mit „Sub Janus“ an Originalität – erzwungenes Mysterium kann mittelmäßige Musik nicht retten.

