NUCLEAR WARFARE – All Hail To The Liberator

NUCLEAR WARFARE - All Hail To The Liberator - album cover

Band: NUCLEAR WARFARE 🇩🇪
Titel: All Hail To The Liberator
Label: MDD Records
VÖ: 19/03/26
Genre: Thrash Metal

Tracklist

01. Nuclear War
02. Rough Day
03. United by Thrash
04. Power of War
05. With sword and Cross
06. The Stricker
07. Trouble in the World
08. What I really Can
09. All Hail to the Liberator

 

Besetzung

Fritz – Bass/ Vocals
Sebastian Listl – Guitar
Alexandre Brito – Drums

 

Bewertung:

3,5/5

Das Trio NUCLEAR WARFARE steht für klassischen Thrash-Metal ohne Schnörkel. Die Besetzung ist kompakt und zielgerichtet. Fritz am Bass und Gesang, Sebastian Listl an der Gitarre und Alexandre Brito am Schlagzeug. Drei Musiker, die sich hörbar an der Energie der frühen Achtziger orientieren, legen dabei aber genug Druck in den Sound, um nicht wie eine bloße Nostalgieübung zu wirken. Mit ihrem Album »All Hail To The Liberator« liefern sie neun Stücke, die ganz bewusst auf Geschwindigkeit, Riffs und direkte Botschaften setzen.

Aufgenommen, gemixt und gemastert wurde das Material im Dual Noise Studio in São Paulo. Produzent Rogerio Wecko sorgt für einen Klang, der roh bleibt, ohne unfertig zu wirken. Genau diese Balance passt zu einer Band, die ihren Thrash lieber mit Schmutz unter den Fingernägeln präsentiert als mit Hochglanzpolitur.

Direkt nach vorne

Schon der Opener »Nuclear War« macht klar, wo die Reise hingeht. Ein aggressives Riff, treibendes Schlagzeug und ein Bass, der nicht im Hintergrund verschwindet. Fritz’ Stimme bewegt sich zwischen rauem Shout und klassischem Thrash-Gebrüll. Kein großes Intro, kein Aufbau über Minuten. Der Song springt sofort ins Geschehen.

Das Tempo bleibt hoch. »Rough Day« wirkt fast wie eine Fortsetzung des Openers, setzt aber stärker auf Rhythmuswechsel. Die Gitarrenarbeit von Sebastian Listl zeigt hier seine Stärke. Schnörkellose Riffs, dazu kurze Soli, die nicht nur Lücken füllen, sondern tatsächlich Spannung erzeugen.

Thrash als Gemeinschaftssache

Mit »United by Thrash« kommt ein Song, der inhaltlich und musikalisch als Szene-Hymne funktioniert. Der Titel sagt eigentlich schon alles. Schnelle Riffs, ein Refrain zum Mitgrölen und eine klare Botschaft: Thrash lebt von Zusammenhalt und Energie.

Gerade hier merkt man, wie sehr die Band ihre Wurzeln kennt. Der Song erinnert an klassische Bay-Area-Momente, ohne sie direkt zu kopieren. Alexandre Brito treibt das Stück mit präzisen Doublebass-Passagen an, während Bass und Gitarre ein enges rhythmisches Fundament bilden.

Druck und Dynamik

Die Mitte des Albums gehört »Power of War« und »With Sword and Cross«. Beide Tracks zeigen eine leicht düsterere Seite der Band. Die Geschwindigkeit bleibt hoch, doch die Riffs wirken schwerer und teilweise fast episch.

Besonders »With Sword and Cross« fällt durch seine Struktur auf. Der Song arbeitet stärker mit Breaks und Tempoveränderungen als die vorherigen Stücke. Dadurch entsteht mehr Dynamik, was dem Album insgesamt guttut.

Schnell, aggressiv, kompromisslos

Mit »The Stricker« kehrt die Band wieder stärker zum klassischen Thrash-Galopp zurück. Der Song lebt von seinem Rhythmus und einem eingängigen Gitarrenmotiv.

»Trouble in the World« geht einen leicht anderen Weg. Hier wird das Tempo stellenweise reduziert, wodurch der Song fast schon einen Heavy-Metal-Touch bekommt. Gerade dieser Moment zeigt, dass NUCLEAR WARFARE nicht ausschließlich auf Dauerbeschleunigung setzen.

Auch »What I Really Can« bringt etwas mehr Groove ins Spiel. Der Bass tritt stärker hervor, und der Song entwickelt einen fast punkigen Charakter. Eine kleine, aber willkommene Abwechslung innerhalb des Albums.

Zum Abschluss steht »All Hail To The Liberator«, gleichzeitig der längste und dramaturgisch ausgearbeitetste Song der Platte. Der Einstieg ist langsamer, beinahe bedrohlich, bevor das Stück schließlich in klassischem Thrash-Tempo explodiert.

Der Song funktioniert gut als Finale, weil er viele Elemente des Albums zusammenführt: schnelle Riffs, hymnische Momente und eine klare rhythmische Basis. Das Solo im letzten Drittel gehört zu den stärksten Gitarrenmomenten der Platte.

Der Sound des Albums

Produzent Rogerio Wecko hat dem Album einen Sound verpasst, der angenehm analog wirkt. Die Gitarren sind scharf, ohne zu dünn zu klingen. Der Bass bleibt hörbar, was im Thrash nicht selbstverständlich ist. Besonders positiv fällt das Schlagzeug auf, das druckvoll, aber nicht überkomprimiert klingt.

Gerade Fans klassischer Thrash-Produktionen dürften diesen Ansatz mögen. Das Album klingt wie eine Band im Proberaum mit ordentlich Lautstärke, nicht wie ein bis ins letzte Detail bearbeitetes Studioprojekt.

»All Hail To The Liberator« ist ein solides Thrash-Album, das klar auf Tradition setzt. NUCLEAR WARFARE versuchen gar nicht erst, das Genre neu zu erfinden. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das, was Thrash seit Jahrzehnten ausmacht: Tempo, Riffs und Energie.

Die neun Songs liefern genau das, manchmal etwas vorhersehbar, dafür mit ehrlicher Wucht. Besonders die erste Albumhälfte überzeugt mit starken Riffs und hohem Tempo, während die späteren Tracks für kleine Abwechslungen sorgen.

Wer modernen Metal mit komplexen Strukturen sucht, wird hier vermutlich nicht fündig. Wer dagegen direkten Thrash mit klassischem Geist mag, bekommt eine Platte, die genau dieses Gefühl transportiert.

Fazit: »All Hail To The Liberator« von NUCLEAR WARFARE ist ein würdiger Beitrag zur Thrash-Metal-Landschaft.

Internet

NUCLEAR WARFARE - All Hail To The Liberator - CD Review

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Related Articles

- Advertisement -spot_img

Latest Articles