Tracklist
01. Spectral Superstitions
02. Altars and Ancestors
03. Zombie Miscarriage
04. Skull Drilling Exorcism
05. Relinquished Viscera
06. Psychosurgery Ecstasy
07. Vilipendio del Cadaver
Besetzung
José Pablo Phillips – Bass, Vocals
Pablo Umaña – Drums
Christopher G. De Haan – Guitars, Backing Vocals
Felipe Tencio – Guitars, Backing Vocals
Eine neue Death-Metal-Band aus Costa Rica: CANDARIAN präsentieren mit „Trepanación“ ihr Debütalbum, ein Werk, das stark vom Old-School-Death-Metal der frühen 90er inspiriert ist, dabei aber auch doomige Momente und Einflüsse anderer Genres integriert. Trotz dieser Mischung wirkt das Album frisch und verfolgt einen eigenständigen Ansatz.
Dissonanter Einstieg und brutale Dynamikwechsel
Ein dissonanter Einstieg eröffnet „Spectral Superstitions“, ein Song, der zunächst langsam mit tiefergestimmten Gitarren und schweren Akkorden beginnt. Doch das dient nur als Intro, denn mit „Altars and Ancestors“ setzt ein klarer Death-Metal-Sound ein, mit tiefen Vocals und einem starken Rhythmus. Auch eine leichte Black-Metal-Note ist vorhanden, wenn tremolo-gespielte Leadgitarren eine Verbindung zwischen den Genres herstellen. Der Song bleibt in seinem dissonanten Ansatz, wirkt bedrückend und strafend. Selbst in langsameren Passagen bleibt die Wucht erhalten, kontrolliert und überzeugend – ein starker Opener.
Aus San José stammend, wurde CANDARIAN 2020 gegründet, zunächst als Projekt von Christopher G. De Haan (Age of the Wolf, Crypt Monarch, Sorewound, VoidOath) – Gitarre und Backing Vocals – sowie José Pablo Phillips (Astriferous, Engraved, Perishing, ex-PsychoKiller) – Bass und Hauptgesang. Von Beginn an lag der Fokus auf Old-School-Death-Metal. Kurz darauf wurde das Line-up durch Pablo Umaña (Sorewound) am Schlagzeug und Felipe Tencio (Astriferous, Sorewound, Umbra Conscientia, ex-Corpse Garden) an zweiter Gitarre und Backing Vocals komplettiert.
Die infernale Atmosphäre setzt sich in „Zombie Miscarriage“ fort, mit starken Riffs und denselben dämonischen, entrückten Growls. Häufige Ausflüge in doomigere Gefilde sorgen für Abwechslung, während Tempowechsel Dynamik schaffen. Der Sound bleibt dicht und schwer, und die technische Qualität der Musiker ist beeindruckend. Strafend, mit sich entwickelnder Melodielinie, entsteht hier ein sehr überzeugender Song und einer der Höhepunkte des Albums.
Roher Klang und präzise Produktion
Die Produktion ist roh, aber direkt, und unterstreicht die Schwere der Band eindrucksvoll. Der Mix ist kompakt, die Instrumente bleiben dennoch klar unterscheidbar. Permanentes Gitarrenrauschen und infernale Vocals werden von der Rhythmussektion stark getragen, wodurch ein klassisches Death-Metal-Klangbild entsteht – gut ausbalanciert und überraschend druckvoll. Alle Instrumente sind präsent, insbesondere der Bass liefert einen wichtigen Beitrag, während die Gitarren in unterschiedlichen Registern arbeiten.
„Skull Drilling Exorcism“ beginnt mit einem cineastischen Dialog, der Musik und lyrisches Konzept miteinander verbindet. Die infernale Thematik wird durch eine starke Riffabfolge und einen stabilen Rhythmus verstärkt. Eine gelungene Komposition mit vielen einprägsamen Momenten, ein klarer Höhepunkt und zugleich ein Stück, das die musikalische Vision der Band sehr gut auf den Punkt bringt.
Ein druckvoller Bass eröffnet „Relinquished Viscera“, doch das Tempo bleibt zunächst gedrosselt und bewegt sich erneut näher an andere Genres. Eine insgesamt gleichförmigere Komposition, der die Durchschlagskraft früherer Songs etwas fehlt. „Psychosurgery Ecstasy“ greift wieder mehr Energie auf, mit einfachen Riffs und konstantem Druck, verstärkt durch ein dauerhaftes Vibrato der Leadgitarre. Die Vocals wirken distanziert, doch alles fügt sich zu einer höllischen, düsteren Atmosphäre. Ein solider Song.
Der Abschlusstrack „Vilipendio del Cadaver“ setzt erneut auf ein schleichendes, langsames Tempo, reduziert und atmosphärisch ausgerichtet. Sobald jedoch das Tempo anzieht, gewinnt der Sound deutlich an Dynamik und funktioniert wesentlich besser. Etwas chaotisch, aber dennoch gelungen und ein passender Abschluss des Albums.
Doom-Einflüsse im Spannungsfeld des Death Metal
Die häufigen Ausflüge in doomige Gefilde stehen der Band nicht immer so gut wie die klaren Death-Metal-Passagen, dennoch gelingt es ihnen, beide Ansätze auf natürliche und überzeugende Weise zu verbinden. Der Sound bleibt fließend und offen, getragen von inspirierten Momenten und einer insgesamt druckvollen Wirkung. Mitunter wirken die wiederkehrenden cineastischen Passagen mit Dialogen oder Monologen etwas überladen und betonen die ohnehin präsenten düsteren Themen zusätzlich.
Kein revolutionäres Werk, aber ein gut komponiertes und eingespieltes Album. Die Orientierung am Old-School-Death-Metal ist deutlich, dennoch wirkt „Trepanación“ nicht wie eine bloße Kopie. CANDARIAN bringen ihre eigene Note ein und liefern ein Album, das Genre-Fans definitiv mehrere Durchläufe wert ist.
Fazit: CANDARIAN liefern mit „Trepanación“ ein starkes Debüt: roh, druckvoll und eigenständig, mit klarer Death-Metal-Identität und überzeugender Wirkung.






