Tracklist
01. Pulse of the Awakening
02. Rise
03. Something to die for
04. Divinity of Lies
05. Burn with me
06. World of Demise
07. Fighter
08. Liquid Fire
09. As Mountains High And Oceans Deep
10. Embers
Besetzung
Andy „Black“ Flache – Drums
Eddie Stübner – Guitars
Steffi Stuber – Vocals
Daniel Tschoepe – Guitars
Simon Schorp – Bass
MISSION IN BLACK bewegen sich seit Jahren in einem Spannungsfeld aus Melodic-Death und Thrash-Metal, geprägt von klarer Kante und moderner Produktion. Mit »Divinity of Lies« legt die Formation ihr drittes Studioalbum vor und zeigt eine Band, die ihre Identität nicht nur gefunden, sondern weiter geschärft hat. Andy „Black“ Flache am Schlagzeug, Eddie Stübner und Daniel Tschoepe an den Gitarren, Steffi Stuber am Mikrofon sowie Simon Schorp am Bass bilden ein eingespieltes Line-up, das auf Präzision und Energie gleichermaßen setzt. Der Anspruch ist deutlich hörbar, keine Experimente um ihrer selbst willen, sondern ein konzentrierter Blick auf Songwriting, Druck und Wiedererkennbarkeit.
Produktion und Klangbild
Für Mix und Master zeichnet erneut Sebastian „Seeb“ Levermann verantwortlich, was dem Album eine klare klangliche Handschrift verleiht. Der Sound wirkt aufgeräumt, aber nicht steril. Gitarren stehen breit im Raum, ohne die Rhythmussektion zu überdecken. Die Drums haben Gewicht, besonders die Basedrum sorgt für einen konstanten Vorwärtsdruck, der sich durch das gesamte Album zieht. Der Bass ist präsent genug, um den Gitarrenfundamenten Substanz zu geben, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Auffällig ist die Trennung der einzelnen Elemente im Mix. Gerade in schnelleren Passagen bleibt alles nachvollziehbar, was im Bereich Melodic-Death-Metal nicht selbstverständlich ist. Steffi Stubers Gesang sitzt klar im Zentrum. Ihre Stimme bewegt sich zwischen aggressiven Shouts und kontrollierter Durchsetzungskraft, ohne an Verständlichkeit zu verlieren. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Härte und emotionaler Direktheit, das viele der Songs trägt. Die Produktion verzichtet auf übertriebene Effekte. Stattdessen wird auf natürliche Durchschlagskraft gesetzt. Das sorgt dafür, dass die Songs auch bei höherer Lautstärke nicht auseinanderfallen, sondern ihre Struktur behalten.
Schon das Intro »Pulse of the Awakening« wirkt weniger wie eine Spielerei und mehr wie ein bewusst gesetzter Spannungsaufbau. Es öffnet den Raum für »Rise«, das direkt ohne Umschweife einsetzt und die Grundrichtung des Albums festlegt, schnell, druckvoll, aber mit melodischem Unterbau.
»Rise« gehört zu den klaren Statements des Albums. Der Song arbeitet mit einem treibenden Riff, das sich sofort festsetzt. Die Struktur bleibt klassisch, aber effektiv. Besonders im Refrain zeigt sich die Stärke der Band, eingängige Linien mit Härte zu verbinden, ohne in Schema F zu verfallen. »Something to die for« geht einen etwas variableren Weg. Hier wechseln sich tempoorientierte Passagen mit melodischen Einschüben ab. Der Song lebt von Dynamik und einem leicht hymnischen Unterton, der ihn von den direkten Brechern des Albums absetzt.
Mit dem Titelsong »Divinity of Lies« rückt das Album in eine dunklere Ecke. Der Track wirkt schwerer, dichter und atmosphärischer. Die Gitarrenarbeit ist hier besonders prägnant, oft in verschachtelten Riffstrukturen angelegt. Steffi Stuber setzt ihre Stimme kontrollierter ein, was dem Song zusätzliche Tiefe gibt. Inhaltlich und musikalisch bildet dieser Track das Zentrum der Platte.
»Burn with me« schlägt wieder in eine aggressivere Richtung. Hier dominiert der Thrash-Anteil. Schnelle Riffs, direkte Rhythmik und ein kompromissloser Aufbau sorgen für hohe Intensität. Der Song verzichtet bewusst auf lange melodische Umwege und setzt auf unmittelbare Wirkung.
»World of Demise« hält dieses Level, wirkt aber etwas düsterer in der Ausrichtung. Die Gitarrenarbeit ist rhythmisch komplexer, während der Gesang mehr Variationen zulässt. Der Song transportiert ein Gefühl von Enge und Druck, ohne dabei unübersichtlich zu werden.
»Fighter« bringt eine andere Energie ins Album. Hier steht Groove stärker im Vordergrund. Der Song wirkt zugänglicher, ohne an Härte zu verlieren. Gerade im Refrain zeigt sich ein klarer Fokus auf Mitsingpotenzial, das im Live-Kontext gut funktionieren dürfte.
Mit »Liquid Fire« zieht das Tempo wieder an. Der Track arbeitet mit schnellen Wechseln zwischen aggressiven Strophen und melodischen Brücken. Besonders auffällig ist hier die Präzision im Zusammenspiel der Gitarren, die einander ergänzen, statt nur parallel zu laufen.
»As Mountains High And Oceans Deep« setzt einen der atmosphärischen Höhepunkte des Albums. Der Song nimmt sich mehr Raum, arbeitet mit breiteren Klangflächen und wirkt insgesamt epischer angelegt. Hier zeigt sich eine andere Seite der Band, die weniger auf Geschwindigkeit und mehr auf Aufbau setzt. Die Entwicklung innerhalb des Songs ist deutlich spürbar und sorgt für einen langen Spannungsbogen.
»Embers« bildet den Abschluss und reduziert die Energie leicht, ohne an Intensität zu verlieren. Der Song wirkt nachdenklicher und weniger direkt als die vorherigen Tracks. Er schließt das Album mit einem Gefühl von Nachhall ab, statt mit einem klassischen finalen Ausbruch.
Gesamtwirkung
»Divinity of Lies« funktioniert als geschlossenes Werk, ohne dabei eintönig zu werden. Die Band setzt auf klare Strukturen, vermeidet aber Wiederholungen im Detail. Besonders die Balance zwischen Härte und Melodie ist konsequent durchgezogen. Es gibt kaum Brüche im Gesamtfluss, was dem Album eine gewisse Stringenz verleiht.
Die Gitarrenarbeit bleibt einer der zentralen Punkte. Riffs sind präzise gesetzt, oft rhythmisch betont und gleichzeitig melodisch eingebettet. Das Zusammenspiel der beiden Gitarristen sorgt für Tiefe, ohne überladen zu wirken. Der Bass fügt sich stabil ein und bildet ein solides Fundament, während das Schlagzeug konstant Druck aufbaut und die Geschwindigkeit kontrolliert.
Steffi Stuber ist klarer Mittelpunkt des Albums. Ihre Stimme trägt nicht nur die Texte, sondern auch die emotionale Ausrichtung der Songs. Sie bewegt sich sicher zwischen Aggression und Kontrolle, was den Tracks zusätzliche Spannung gibt.
MISSION IN BLACK liefern mit »Divinity of Lies« ein Album, das konsequent auf Wirkung setzt, ohne den Blick für Details zu verlieren. Die Produktion ist klar und druckvoll, das Songwriting abwechslungsreich genug, um über die gesamte Spielzeit zu tragen. Die Band zeigt eine deutliche Weiterentwicklung in Struktur und Ausarbeitung, ohne ihre Grundrichtung zu verlassen.
Das Album richtet sich an Hörer, die modernen Melodic-Death-Metal mit Thrash-Einschlag bevorzugen und Wert auf klare Arrangements legen. Kein überladenes Konzept, sondern fokussierte Arbeit an Songs, die direkt greifen und im Gedächtnis bleiben.
Fazit: Mit »Divinity of Lies« gelingt MISSION IN BLACK ein kraftvolles und eingängiges Album, das sowohl musikalisch als auch atmosphärisch überzeugt.






