Band: Darkwater
Titel: Where Stories End
Label: Ulterium Records
VÖ: 2010
Genre: Melodic Power/Progressive Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Die Truppen aus dem skandinavischen Raum waren mir, sind mir und werden mir immer schleierhaft bleiben. Obwohl es so viele Kapellen aus allen Sparten des Metal gibt klingt eine genauso gut wie die andere. Eine weitere die sich hierbei nahtlos einreiht sind die Jungs von Darkwater, welche seit 2003 miteinander an ihrer Kariere werkeln. Der zweite Nachleger der Mannschaft dürfte vor allem Jorn Lande Fans durchaus interessieren. Warum? Nun Henrik Båth (voc & guit) hat eine ähnliche Tonlage bei seinem Gesang. Doch auch klanglich weißt das Album „Where Stories End“ ähnliche Parallelen auf. Schlappe Kopie? Nun auf keinen Fall so viel ist gewiss und auch vom technischen Standpunkt aus gesehen werden viele Ingredienzien zum Einsatz gebracht welche alles in eine sehr eigenständige Richtung lenken.

Leicht folkig, beschwingend, mit einem rockigen Synthyeinfluss wird mit „Breathe“ eröffnet. Sehr gelungen ist vor allem der Bombasteinschlag den man sehr gekonnt zum Einsatz bringt. Immer wieder gibt es ein auf und ab und das hinterlässt einen sehr überzeugenden Eindruck. Sicher gibt es schon Bands zu Genüge die dieser Art von Musik frönen, doch bei den Szenekollegen die ich euch hier vorstelle sitzt und liegt alles auf seinem richtigen Platz. Qualitativ hochwertige Mucke verwöhnt den Fan in Sachen Melodic – Synthy Power Metal nach allen Regeln der Kunst. Auch tempomäßig werden etliche Preschen geschlagen und eine große Auswahl geboten.

Sachte, mit satten Streichereinlagen wird „Why I bleed“ angestimmt, doch in der Fortsetzung wird eine deutlich dunklere, als auch melancholischere Richtung gefahren. Besonders löblich sind die monumentalen Bombastschübe, bei denen man auf einen sehr gekonnten, orientalischen Einschlag geachtet hat. Dies wiederum verstärkt den Gesamteindruck um Welten. Tempomäßig hält man an dem fest mit dem man uns schon beim Vorgänger sehr gut unterhalten konnte. Dennoch wagt man auch hier etwas sachtere, beschaulichere Seitenhiebe, bevor man wieder kräftiger durchstartet.

Noch um Ecken wuchtiger schickt man nun „Into the cold“ ins Rennen. Der Kamelot Faktor den man hierbei zu Tage fördert wird vor allem die Fans dieser Truppe sehr begeistern können. Gelungene Melodieharmonien fasst man mit den bombastischen, als auch den kernigeren Rhythmen zusammen. Das Mischergebnis klingt zwar deutlich verspielter, dennoch verzetteln sich die Burschen nicht mit längeren Experimenttiraden.

Sehr beschaulich und ruhig wird „A fools utopia“ angestimmt. Man ist natürlich recht gespannt was hierbei folgend wird, denn durch diesen Beginn weiß man noch nicht recht wo man hinlenken will. Auch bei der Weiterführung hat man sich nicht komplett in eine Richtung fixiert und so steuert man auf ein Neues etliche Gefilde an. Satte Mischung die laut aufhorchen lässt und das mit einem prächtigen Klang der einem die Spucke raubt.

Dunkler und rauer fühlt man uns mit „Queen of the night“ auf den Zahn. Kerbige Rhythmen serviert man uns am Laufenden Band, selbige unterwandert man mit so manchen Bombast, als auch Synthytechniken die das Stück auf eine höhere Klangebene hieven. Sehr gelungenes Klangexperiment, wo uns die Herrschaften ihr technisches, qualitativ hochwertiges Können sehr gelungen unter Beweis stellen. Vor allem muss man bei diesem Track die tolle Symbiose aus bretternder Härte und den weitläufigen Synthymelodien hervorheben.

Einen beschaulicheren Eingang, der fast schon etwas balladesk klingt kredenzt man uns als Start bei „In the blink of an eye“. Die Fortsetzung ist vorerst von einer sehr starken Bombastschiene geprägt. Dennoch wagt die Mannschaft auch etwas idyllischere Ausflüge. Dieses Wechselspiel bzw. die satte Kombinierung als Resultat bringt man gekonnt unter einen Nenner.

Mit leichtem, sinnlichem Orchestraleingang wird nun „Fields of sorrow“ angestimmt. Auch weiterhin zeigt man sich sehr annehmlich im ruhigeren Fährwasser. Besonders stark sind die Keyboardlinien die alles in eine fröhlichere Richtung lenken. Würde auch ganz leicht gehen, ja wenn da nicht die an und ab angestimmten Hintergrundarrangements wären, die den Song dadurch immer wieder in ein dunkleres Eck drängen. Es ist unbeschreiblich mit welchem Einfallsreichtum uns hier ein Hörgenuss der erfrischenden Art geboten wird.

Ein ruhiger, klassischer Klaviereingang eröffnet nun „Without a sound“. Deutlich treibender, als auch erdiger wird doch sogleich weiter gemacht. Auch zeigt man sich von einer sehr progressiv – verspielten Seite. Zwischen herben und sanften Klängen wird eine gute Breitseite geboten die man uns im teils flotteren Midtempo in den Gehörgang stopft.

Den Abschluss serviert man uns mit dem streckenweise sehr groovenden – shakigen „Walls of deception“. Noch einmal ziehen die Herrschaften alle Register und durchpflügen eine breite Musiklandschaft in Sachen Melodie, Synthy, Bombast, aber auch kernigen – treibenden Soundfragmenten.

Fazit: Wer auf Kapellen wie beispielsweise Kamelot und Konsorten steht, der kann hier getrost zugreifen und das ohne langes überlegen. Die Mannschaft greift tief und reichlich in die Trickkiste, doch während andere nur die restlichen Schnipsel herausklauben, picken diese nur die feinen Rosinen raus.

Tracklist:

01. Breathe
02. Why I bleed
03. Into the cold
04. A fools utopia
05. Queen of the night
06. In the blink of an eye
07. Fields of sorrow
08. Without a sound
09. Walls of deception

Besetzung:

Henrik Båth (voc & guit)
Markus Sigfridsson (guit)
Simon Andersson (bass)
Tobias Enbert (drums)
Magnus Holmberg (keys)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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