DISTORTED REFLECTION – Doom Zone

DISTORTED REFLECTION - Doom Zone - album cover

Band: DISTORTED REFLECTION 🇬🇷
Titel: Doom Zone
Label: Iron Shield Records
VÖ: 27/02/26
Genre: Heavy/Epic/Doom Metal

Tracklist

01. 3000 A.D.
02. My Second Father
03. Gates Of Paranoia
04. Love On Earth
05. Asphyxiating
06. Certain Death
07. Diminished
08. Tower Of Dreams
09. Forecourt To Death
10. The Final Attempt
11. Morbid Reality

 

Besetzung

Kostas Salomidis – guitar, vocals
Thomas Zen – drums
Vangelis Yal – bass, synth, back vocals

 

Bewertung:

4,5/5

Zwischen Tradition und düsterer Vision

Die griechische Formation DISTORTED REFLECTION gehört seit Jahren zu jenen Gruppen, die klassischen Doom-Metal mit epischer Schwere verbinden. Ihr Sound wurzelt tief in der traditionellen Szene, wirkt aber nie nostalgisch oder rückwärtsgewandt. Gitarrist und Sänger Kostas Salomidis führt das Trio mit markanter Stimme und schwerem Riffing, während Thomas Zen am Schlagzeug für ein massives Fundament sorgt. Bassist Vangelis Yal ergänzt das Klangbild mit tiefen Linien, Synthflächen und Hintergrundgesang.

Mit ihrem Album »Doom Zone« präsentiert die Band eine dichte, atmosphärische Reise durch eine Welt aus dystopischen Visionen, existenziellen Fragen und klassischer Doom-Ästhetik. Die Produktion bleibt bewusst roh und organisch, wodurch die Songs eine greifbare Wucht entwickeln.

Schwerer Einstieg in eine düstere Zukunft

Schon der Opener »3000 A.D.« zieht den Hörer sofort in diese Welt hinein. Ein langsames, wuchtiges Riff baut Spannung auf, während die Stimme von Salomidis eine fast prophetische Stimmung erzeugt. Der Song wirkt wie ein Tor in das Album und setzt den Ton für die folgenden Stücke.

»My Second Father« knüpft daran an, wirkt aber persönlicher und emotionaler. Die Gitarrenlinien sind melodischer, ohne an Schwere zu verlieren. Besonders auffällig ist hier das Zusammenspiel von Bass und Gitarre, das den Song konstant nach vorne treibt.

Mit »Gates Of Paranoia« erreicht die Platte erstmals eine wirklich bedrückende Intensität. Die Gitarren bauen eine dichte Wand aus Klang auf, während die Rhythmussektion stoisch und kraftvoll bleibt. Hier zeigt sich die Stärke der Band besonders deutlich. Sie versteht es, Spannung langsam aufzubauen und über lange Passagen zu halten.

Doom mit epischem Atem

Ein zentrales Merkmal des Albums ist die Balance zwischen klassischem Doom und epischen Elementen. »Love On Earth« bringt genau diese Mischung auf den Punkt. Der Song beginnt überraschend melodisch, entwickelt sich aber schnell zu einem schweren, hymnischen Stück. Besonders die Synthflächen von Vangelis Yal verleihen dem Song eine zusätzliche Tiefe.

Noch intensiver wird diese Atmosphäre in »Asphyxiating«. Der Titel ist Programm. Die Musik wirkt bedrückend, beinahe klaustrophobisch. Das Tempo bleibt langsam, doch die Gitarren erzeugen eine stetig steigende Spannung. Der Song gehört zu den emotionalen Höhepunkten der Platte.

»Certain Death« zeigt eine etwas aggressivere Seite der Band. Das Riffing wirkt kantiger und direkter. Gleichzeitig bleibt der Song klar im Doom verwurzelt. Die Kombination aus schweren Gitarren und düsteren Melodien sorgt für eine fast filmische Wirkung.

Atmosphäre und Dramaturgie

In der zweiten Hälfte der Platte rückt die Atmosphäre stärker in den Mittelpunkt. »Diminished« lebt von seinen melancholischen Gitarrenlinien und der zurückhaltenden Rhythmusarbeit. Hier zeigt sich die Fähigkeit der Band, mit wenigen Mitteln eine intensive Stimmung zu erzeugen.

»Tower Of Dreams« erweitert diese Klangwelt mit epischen Strukturen. Der Song entwickelt sich langsam, fast majestätisch. Die Synthesizer schaffen eine leicht mystische Atmosphäre, ohne den Gitarren ihren Raum zu nehmen.

Besonders eindrucksvoll ist »Forecourt To Death«. Der Song wirkt wie ein düsteres Ritual. Das langsame Tempo und die schweren Akkorde erzeugen eine bedrückende Stimmung, die lange nachhallt.

Finale mit düsterer Konsequenz

Im letzten Abschnitt des Albums verdichtet sich die Stimmung noch einmal deutlich. »The Final Attempt« kombiniert schwere Riffs mit einer fast verzweifelten Gesangslinie. Der Song wirkt emotional aufgeladen und gehört zu den stärksten Momenten der Platte.

Den Abschluss bildet »Morbid Reality«. Ein langsamer, schwerer Song, der die gesamte Atmosphäre des Albums zusammenfasst. Die Gitarren klingen düster und monumental, während der Gesang eine beinahe resignierte Note trägt. Ein passendes Ende für eine Platte, die sich konsequent mit dunklen Themen beschäftigt.

Klassischer Doom mit eigener Handschrift

»Doom Zone« zeigt eine Band, die ihre Wurzeln kennt und gleichzeitig ihren eigenen Klang entwickelt hat. DISTORTED REFLECTION orientieren sich klar an der traditionellen Doom Schule, schaffen es aber, durch Atmosphäre und Songwriting eine eigene Identität zu formen.

Besonders beeindruckend ist die Geschlossenheit des Albums. Jeder Song trägt zur Gesamtstimmung bei, ohne austauschbar zu wirken. Die Produktion unterstützt diesen Eindruck, weil sie den schweren Klang der Band authentisch einfängt.

Die Stärke der Platte liegt weniger in spektakulären Einzelmomenten als in ihrer konstanten Intensität. Wer Doom-Metal mit epischem Charakter schätzt, wird hier viele starke Momente finden.

Fazit: »Doom Zone« von DISTORTED REFLECTION ist ein beeindruckendes Werk, das die dunklen Facetten des Heavy-Metals zelebriert.

Internet

DISTORTED REFLECTION - Doom Zone - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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