VICTORIUS - World War Dinosaur - album cover

Band: VICTORIUS 🇩🇪
Titel: World War Dinosaur
Label: PERCEPTION
VÖ: 17/04/26
Genre: Heavy Metal/Power Metal

Tracklist

01. Kingdom of the Strong
02. World War Dinosaur
03. Dino Race from Outer Space
04. Raptor Squad Attack
05. Brachio Bazooka Battalion
06. March to War
07. Evil Mean Megalodon
08. Dino Power Resistance
09. Prehistoric Panzer Power
10. Lazer Ninja Thunderstorm
11. Golden Glory
12. Lost Legacy

 

Besetzung

David Baßin – vocals
Dirk Scharsich – guitars
Florian Zack – guitars
Frank Koppe – drums
Andreas Dockhorn – bass

 

Bewertung:

3/5

Heavy Metal trifft prähistorische Schlachten

VICTORIUS sind zurück. Mit ihrem kommenden Studioalbum »World War Dinosaur«, das am 17. April erscheint, setzen sie ihr eigenes, episches Universum fort. Die Band um David Baßin (Vocals), Dirk Scharsich, Florian Zack (Gitarre), Andreas Dockhorn (Bass) und Frank Koppe (Drums) liefert erneut Heavy Metal mit Power-Metal-Elementen, die einerseits klassisch, andererseits erstaunlich verspielt wirken. Produziert wurde das Album von Lars Rettkowitz, der den Sound glasklar und kraftvoll in Szene setzt.

Mit »World War Dinosaur« nehmen VICTORIUS ihre Fans mit auf eine Reise, die durch prähistorische Gefilde, futuristische Szenarien und klassisches Metal-Pathos führt. Schon die Tracklist kündigt ein wildes Spektrum an. Von »Kingdom of the Strong« über das titelgebende »World War Dinosaur« bis hin zu kuriosen Titeln wie »Brachio Bazooka Battalion« und »Lazer Ninja Thunderstorm« wird klar, dass die Band kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um Fantasie und Eskapismus geht.

Ein Universum voller Monster und Metal

Die ersten Takte von »Kingdom of the Strong« lassen keine Zweifel, VICTORIUS verstehen ihr Handwerk. Treibende Riffs, ein sattes Schlagzeug und Baßins kraftvolle Stimme bilden eine solide Basis für das, was folgen wird. Die Band eröffnet damit nicht nur das Album, sondern auch das Setting! Eine Welt, in der urzeitliche Kreaturen auf menschliche Kriegsmaschinen treffen und Metal nicht nur Musik, sondern Kampfschrift ist.

Das Herzstück, »World War Dinosaur«, treibt das Konzept weiter. Mit hymnischen Refrains und einem Gitarrenduell, das die charakteristischen Melodien von Scharsich und Zack in den Vordergrund rückt, schafft der Song den Spagat zwischen epischer Erzählung und kraftvollem Groove. Die Themen Dinosaurier, Krieg und heroische Schlachten sind nicht nur gimmickhaft, sondern werden mit musikalischer Ernsthaftigkeit behandelt. Hier zeigt sich, dass VICTORIUS die Balance zwischen augenzwinkerndem Fantasieelement und ernsthafter Heavy-Metal-Komposition beherrschen.

Absurder Spaß mit methodischem Aufbau

Danach wird es spielerisch, »Dino Race from Outer Space« oder »Raptor Squad Attack« klingen zunächst wie kindliche Fantasie, doch dahinter steckt durchdachte Songstruktur. Die Band arbeitet mit Tempowechseln, harmonischen Soli und einem treibenden Rhythmus, der trotz der absurden Titel das Headbangen ernsthaft fordert. Gerade bei »Brachio Bazooka Battalion« zeigt sich der Hang zum Ironischen, der VICTORIUS so eigen macht. Epische Power-Metal-Riffs treffen auf humorvolle Bildsprache, ohne den musikalischen Anspruch zu untergraben.

Mit »March to War« und »Evil Mean Megalodon« setzen die Deutschen die Dynamik fort. Hier wird der Albumaufbau besonders deutlich! Songs, die das narrative Konzept des Albums tragen, wechseln sich mit Tracks ab, die mehr auf Spielfreude und technische Versiertheit setzen. Man spürt den Einfluss klassischer Power-Metal-Formate, aber auch eine Experimentierfreude, die das Album lebendig hält. Besonders Koppe am Schlagzeug liefert mit präzisen Fills und groovenden Passagen den Motor, der die Kreaturen über das Album jagt.

Hymnen und Heroik

»Dino Power Resistance« und »Prehistoric Panzer Power« heben die heroische Ebene des Albums hervor. Chöre, verzerrte Gitarren und melodische Soli bauen ein Gefühl von Größe und Dramatik auf, das VICTORIUS’ Markenzeichen ist. Anders als viele Power-Metal-Formationen verlieren sie sich dabei nicht in endlosen Läufen. Jeder Song hat eine klare Richtung, einen Anfang, Höhepunkt und Abschluss.

»Lazer Ninja Thunderstorm« wirkt fast wie ein zwischengeschobener Spaß, eine Explosion aus Tempo und technischen Einlagen, die den Hörer überrascht und gleichzeitig die thematische Freiheit des Albums unterstreicht. Es ist, als würde die Band zeigen, Metal kann alles sein, ernst, episch, humorvoll und trotzdem technisch sauber.

Abschließende Töne

Mit »Golden Glory« und »Lost Legacy« endet das Album in gewohnt epischer Manier. Hier setzen VICTORIUS auf hymnische Refrains und emotionale Gitarrensoli, die noch einmal alle Stärken der Band bündeln. Besonders der Abschlusstrack »Lost Legacy« vermittelt das Gefühl eines großen, abgeschlossenen Kapitels, mit der Andeutung, dass das VICTORIUS-Universum noch lange nicht erschöpft ist.

Musikalisch ist das Album solide, technisch gut umgesetzt und voller kreativer Ideen. Dennoch wirkt »World War Dinosaur« in Teilen etwas überfrachtet. Die Mischung aus ernsthaften Power-Metal-Hymnen und augenzwinkerndem Fantasie-Metal ist nicht immer stimmig, und manche Titel bleiben hinter ihrem Konzept zurück. Daher fällt die Bewertung moderat mit 3 von 5 Punkten aus.

»World War Dinosaur« ist ein Album für Fans, die epischen Metal mögen, sich nicht vor etwas Humor scheuen und Lust auf ein erzählerisch ambitioniertes Konzept haben. VICTORIUS beweisen erneut ihre Fähigkeit, Geschichten in Musik zu packen, die zwischen Abenteuer, Ironie und klassischem Metal pendeln. Wer sich auf Dinosaurier, futuristische Schlachten und hymnische Refrains einlassen kann, bekommt ein Album, das sowohl unterhält als auch musikalisch überzeugt, wenngleich nicht jeder Song gleich zündet.

Fazit: »World War Dinosaur« von VICTORIUS ist ein kraftvolles, fantasievolles Album, das die Bandbreite des Power-Metals ausreizt.

Internet

VICTORIUS - World War Dinosaur - CD Review

Vorheriger ArtikelDOODSWENS – Doodswens
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.