Tracklist
01. Preludio
02. Indistinta Morte
03. Dissentimento
04. Troppo Lente Scendono Le Tue Lacrime
05. Insoluto D’Anima
06. Alla Fine
Besetzung
Valeria De Benedictis – Guitar, Clean Vocals, Keyboards
Massimo Currò – Bass
Roberto Ripollino – Vocals, Electric and Acoustic Guitar, Ukulele, Drums, Virtual Instruments
Das italienische Atmospheric Doom Metal Projekt DVM SPIRO kehrt mit einem neuen Album zurück. „MMXXVI – Grave“ ist das zweite Album der Band, und damit setzt sich die Reise in dunkle und schwere Klanglandschaften fort, die mit „MMXIX – In Frigidvm Lectvm“ begann.
Über zehn Minuten Prelude
Langsam, melodisch, geladen mit Melancholie und Traurigkeit – so empfängt „MMXXVI – Grave“ den Hörer mit dem ersten Song namens „Preludio„, einem über zehn Minuten langen Prelude. Wenn normalerweise Intro-Songs um die eine Minute sind, ist diesmal die Dauer proportional zum Album als Ganzes – ein langsames, zermalmendes LP weit über eine Stunde. Aber zurück zur Musik selbst: Der Song bringt, wie für Doom Metal erwartet, trägen Rhythmus, eine hoffnungslose Atmosphäre mit massiven heruntergestimmten Akkorden. Vocals, halb knurrend und die andere Hälfte feminine Clean Vocals, zwischen dämonisch und engelsgleich. Eine gute Einführung in die Klanglandschaft, ein Song mit gewissen Qualitäten.
DVM SPIRO sind ein Nebenprojekt der Hälfte der Mitglieder der Atmospheric Death/Black Metal Band Nihili Locus, eine berühmte Band in den 90ern in Italien. Das Trio, das DVM SPIRO formte, wollte Funeral Doom Metal spielen, bewegte sich dann aber mehr in Richtung Atmospheric Doom. 2012 in Turin gegründet, hat die Band immer noch dieselben Kernmitglieder wie in den ersten Tagen: Roberto Ripollino – Vocals, elektrische und akustische Gitarre, Ukulele, Drums, virtuelle Instrumente und Massimo Currò – Bass, mit Valeria De Benedictis – Gitarre, Clean Vocals, Keyboards, auch verantwortlich für die Texte, die ein Jahr später dazustieß.
Noch langsamer als der Opener ist „Indistinta Morte„, auch melodischer – akustische Gitarren spielen eine emotionale Melodie und Valerias Clean Vocals, aber weniger emotional und engelsgleich, mit tieferem Ton und leicht wütendem Touch. Aber massive heruntergestimmte Gitarren verzögern sich nicht im Erscheinen, vervollständigt mit den massiven Growls von Roberto, langsam und zermalmend, beeindruckend als Technik. Zusammen mit der bereits melodischen Struktur kreieren sie eine verstörende Stimmung, so viel Kontrast zwischen Dunkel und Licht in einem einzelnen Moment. Erdrückende, hoffnungslose Atmosphäre umgibt den Song, der lethargische Rhythmus resultiert in einem sehr beeindruckenden Sound, mit klagenden Vocals, die über den Tod singen. Noch poetischer im finalen Teil mit gesprochenen Vocals und der traurigen akustischen Gitarre. Ein definitiver Höhepunkt.
Zwischen zermalmender Schwere und zarter Melodie
Das Album setzt sich in derselben Atmosphäre und demselben Sound fort. „Dissentimento“ mit einer Kombination von symphonischen Elementen klassischer Musik, delikaten Vocals und infernalischen Growls kreiert die trostlose Atmosphäre und ein trauerndes Gefühl. Nicht so melodisch wie der vorherige Song, feierlicher und gequälter, aber ein sehr gut ausgearbeitetes Stück. „Troppo Lente Scendono Le Tue Lacrime“ kommt mit aggressiverem Sound – die dunkle Seite der Band-Musik ist präsenter im Song. Robertos Growling dominiert den Sound in einer Demonstration technischer und variierter Ansätze, beeindruckende Vocals. Der kontrastierende Teil kommt diesmal mit einer Violine, die eine traurige melodische Linie webt, aber auch mit den Clean Vocals, die Erleichterung nach der massiven, zermalmenden, dunklen Eröffnung bringen.
Die Produktion ist exzellent, der Sound ist ausbalanciert und überrascht sehr gut mit dem tiefen emotionalen Gefühl, das die Musik überträgt. Die klassischen Instrumente sowie elektronische Effekte sind sehr gut integriert. Ein voller Sound, sehr delikat auf den melodischen Passagen und sehr dicht auf den aggressiveren.
Klavier und eine distanzierte E-Gitarre sind die Eröffnungsakkorde in „Insoluto D’Anima„, aber langsam übernehmen dissonante Akkorde die Kontrolle über den Sound, und zermalmende Atmosphäre kehrt zurück. Wieder schmerzhaft langsam, erdrückende Musik. Der finale Song „Alla Fine“ ist ein kurzes Outro – finstere Sounds, ein Metronom gibt ein gruseliges Gefühl, und die tiefen Klaviernoten unterstreichen die dunkle und verstörende Atmosphäre. Aber ein würdiger Abschluss des Albums.
Mini-Oper mit italienischer Seele
Atmospheric Doom Metal von hoher Qualität, stilistisch an der Grenze zu Funeral Doom Metal, aber insgesamt traurige Musik, geladen mit Emotionen. Die Alternation und Kombination von fragilen Vocals und entsprechend delikater Musik mit den zermalmenden Doom-Elementen mit massiven Gitarren und dämonischen Growls kreieren einen typischen Sound für das Genre. Verstörend, Musik, die Gefühle und Emotionen überträgt.
Das Album insgesamt zeigt nicht nur kompositorische Fähigkeiten der Band, sondern auch das technische Können, und insgesamt sind die zwei so unterschiedlichen Vocals die definierenden Elemente von DVM SPIRO-Musik in einem permanenten Dialog zwischen Gut und Böse, zwischen Dunkel und Licht. Sehr lange Songs, gut ausgearbeitete Kompositionen mit viel Zeit für Wendungen in der Atmosphäre. In gewisser Weise eine Mini-Oper in ihrer Struktur, auch ein konzeptuelles Werk, irgendwie typisch für Doom Metal, aber mit einer unbestreitbaren italienischen Seele.
Fazit: DVM SPIRO bringen mit „MMXXVI – Grave“ beeindruckenden Atmospheric Doom Metal – eine Ode an den Tod in schöner und emotionaler musikalischer Form.

