VERMOCRACY – Of Failing And Fading

VERMOCRACY – Of Failing And Fading -Coverartwork

Band: VERMOCRACY 🇦🇹
Titel: Of Failing And Fading
Label: Self-Release
VÖ: 09/01/26
Genre: Melodic Death Metal

Tracklist

01. Burned by Promethean Flames
02. I Hate
03. A Sermon to the Sheep
04. The Path
05. Force Fed Perception
06. Useful Moribund
07. About Ephemerality
08. Shards of Abhorrence
09. Requiem
10. Spirals

Besetzung

Michael Frick – Vocals
Andreas Huber – Guitars
Hannes Sandrini – Bass
Roman Kolesnik – Drums

Bewertung:

4,5/5

Das neue Jahr startet mit einem starken Release aus der lokalen Underground-Szene: Die Wiener Melo-Death-Formation VERMOCRACY veröffentlichen ihr drittes Studioalbum „Of Failing And Fading“ und eröffnen damit ein neues Kapitel in ihrer Bandgeschichte. Ihr charakteristischer Sound, der seit ihrem Debüt wegweisend ist, wurde auf dieser LP weiter verfeinert und klingt stimmiger denn je!

Eine aufstrebende Band aus dem Wiener Underground

VERMOCRACY haben sich in den letzten Jahren einen Namen im österreichischen Underground gemacht. Mit zahlreichen Auftritten in Wien und angrenzenden Bundesländern – darunter in der Steiermark beim Kaltenbach Open Air – beweist die Band, dass sie hungrig nach dem Feedback des Publikums ist. Nicht nur die Bühnen Österreichs wurden von dem Quartett heimgesucht, sondern auch unter anderem die von Deutschland, Italien und Tschechien. Spielfreude und musikalisches Können kommen gut bei den Leuten an.

Melo-Death-Inspiration aus den 90ern und frühen 2000ern

Typisch für VERMOCRACY ist die Anlehnung an melodischen Death Metal der 1990er und frühen 2000ern mit einem klaren Fokus auf prägnante Gitarrenmelodien und -riffs. Thematisch kreisen die Texte um Scheitern, Selbstbetrug und Vergänglichkeit, die durch ein schweres Mid-Tempo verstärkt werden. Das düstere Konzept wird abgerundet durch intensive, raue Growls.

Hörbarer Reifeprozess

Neben dem Genre, das VERMOCRACY bedienen wollen, hatten sie offenbar von Beginn an eine klare Vorstellung von ihrem eigenen Sound. „Of Failing And Fading“ fügt sich nahtlos in die Diskographie der Truppe ein, lässt aber zugleich einen deutlichen Reifeprozess erkennen. Auch der Entwicklungsschritt vom Vorgänger „Age Of Dysphoria“ (2022) zum aktuellen Werk ist klar hörbar: „Of Failing And Fading“ klingt roher und ergänzt das Bandkonzept stimmiger als zuvor. Dazu passt, dass das Album in einem intensiven, persönlichen Prozess entstand. Die Musik stammt erstmals vollständig aus der Feder von Gitarrist Andreas Huber. Die Texte wurden – bis auf eine Ausnahme – von Sänger Michael Frick verfasst, der zudem auch das Cover-Artwork gestaltete. Dieses sorgt bereits visuell für eine klare Abgrenzung zu den beiden vorherigen Alben, die stilistisch und thematisch stärker ineinandergriffen.

Energiegeladener Auftakt

Das Album beginnt mit einem energischen Opener: „Burned by Promethean Flames“ startet mit wuchtigen Gitarren und einem groovigen Schlagzeug-Beat, der sich später auch in den Gitarren wiederfindet. Das Solo wurde von Andreas Kienleitner gespielt, welcher der Band seit letztem Jahr als Live-Gitarrist aushilft. Es lässt das Lied noch einmal aufleben, um dann in einem schwerfälligen Outro zu enden. Mit ähnlicher Energie und Vehemenz folgt „I Hate“. Das geradlinige Stakkato-Riff motiviert die rechte Hand sofort zum Air-Shredden und verleiht dem Lied Wiedererkennungswert. Tempo-Drosselungen werden durch gutturale Growls und bösen Schlägen aufs China-Becken akzentuiert.

Prägnante Gitarrenmelodien und Riffs

Die Gitarrenmelodie im Intro von „A Sermon to the Sheep“ klingt für mich jedes Mal als stamme sie aus einem 90er-Jahre-Videospiel. Das Up-Beat-Feeling wird durch einen galoppierenden Schlagzeugrhythmus begleitet. Insgesamt ist es für mich eines der besten Lieder auf dem Alben, weil es nicht nur mitreißt, sondern auch den charakteristischen Gitarren-Fokus zum Besten gibt. Darüber hinaus wird man im letzten Drittel von einer sehr harmonischen Akustikpassage überrascht, in der der Bass mit einer großartigen Melodie glänzt.

Abwechslung bei Instrumenten und Vocals

Auch das nächste Lied, „The Path“, zählt zu den stärksten des Albums. Eine vorantreibende Kraft der Instrumente wird von einem saftigen Groove begleitet. Was aber besonders gut gelungen ist, ist der mystische Stimmungswechsel, der ungefähr ab der Hälfte beginnt. Die Instrumente rücken etwas in den Hintergrund und lassen Michaels Gesang-Part den Vortritt. Statt zu growlen wird hier zuerst geflüstert. Das Flüstern wird zu einem druckvollen Aufschrei, der vom Schlagzeug mit aufsteigender Energie empfangen wird, bis das Lied wieder zu seinem Ursprung zurückfindet.

Man zücke die Luft-Gitarre!

Auf „Force Fed Perception“ dominiert ebenfalls eine ausgelassene, positive Stimmung, die für mich aber nicht ganz aufgeht. Spannender wird es ca. ab der Hälfte, wo es langsamer und brachialer wird, um am Ende ein letztes Mal in den thrashigen Beat zu stolpern. Die Kontrolle der rechten Hand wird in „Useful Moribund“ ähnlich wie bei „I Hate“ herausgefordert. Das Shredden auf den Gitarren erweckt das Bedürfnis, es selbst zu tun. Das Schlagzeug peitscht das Lied unablässig nach vorne. Der Refrain wird von einem Gefühl der Erlösung begleitet. Der Bass sickert hier immer wieder durch die Töne hindurch – der Song ist einfach sehr gut aufgebaut.

Musikalische Komplexität, die beim Hören nicht immer aufgeht

Nach diesem Prachtexemplar kommt eines der schwierigsten Nummern: About Ephemerality“ ist ein musikalisch ausgeklügeltes, aber schwer zu verdauendes Werk. Die Gitarren und der Schlagzeug-Beat klingen in den Strophen als würden sie gegeneinander arbeiten. Musikalisch wird hier etwas Spannendes dargeboten, das aber beim Hören irritiert. Die Bridge und der Refrain bringen mehr Klarheit, aber der Song bleibt wegen der Strophen eher schwierig.

Das düstere Finale

Mit den letzten drei Liedern ziehen VERMOCRACY noch einmal alle Register. „Requiem“ ist ein kurzes Akustik-Instrumental, das von einem knisternden Feuer begleitet wird. Es lässt einen kurz durchatmen und bereitet auf ein brachiales Ende vor.  Sowohl „Shards of Abhorrence“ als auch „Spirals“ sind geprägt von einer dynamischen, abwechslungsreichen Songstruktur und einer düsteren Stimmung. Letzteres wird am Ende von „Spirals“ noch einmal extra stark betont, sodass „Of Failing And Fading“ einen mit einem kalten Schauer zurücklässt.

Was für eine Wucht!

Musikalisch ist „Of Failing And Fading“ – genau wie die beiden Alben zuvor – anspruchsvoll. VERMOCRACY haben dieses Mal jedoch bewiesen, dass sie Lieder so schreiben können, dass sie trotzdem mitreißend, abwechslungsreich und stimmig sind. Obwohl es bereits nach einem Durchlauf gefällt, ist es trotzdem ein „Grower“ – je öfter man es hört, desto mehr Details erkennt man und desto einfacher kann man sich von den Liedern vereinnahmen lassen. Sie haben in Summe viel mehr Wiedererkennungswert und Fokus als das ältere Material.

Imposante Vocals

Das Lob geht nicht nur an die musikalische Finesse in Form von Gitarren, Bass und Schlagzeug. Bei genauem Hinhören fällt auf, wie klar die Lyrics über die gesamten Lieder hinweg vokalisiert werden. Michael überzeugt mit verschiedenen Techniken und einer beeindruckenden Spannweite von gutturalen und kehligen Growls. Dass in zwei Songs an bestimmten Stellen mehr geflüstert und nicht gegrowlt wird, sorgt für Tiefgang und trägt zu einem stimmigen Gesamtbild bei.

Fazit: VERMOCRACY veröffentlichen mit „Of Failing And Fading“ eine reife, mitreißende Melo-Death-Komposition, die technisch anspruchsvoll, aber zugänglich ist.

Internet

VERMOCRACY – Of Failing And Fading

Related Articles

- Advertisement -spot_img

Latest Articles