EVIL DAMN – Eons of Horror

cover artwork EVIL DAMN Eons of Horror

Band: EVIL DAMN 🇵🇪
Titel: Eons of Horror (EP)
Label: Hells Headbangers
VÖ: 30/01/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Eons Of Horror
02. God Of Chaos
03. Summon Thy Presence
04. Evil Dwells Out There
05. Guerreros De Satan

Besetzung

Romanet – Bass
Zemog – Guitars
Ordep – Guitars
Neyra – Vocals
Porturas – Drums

Bewertung:

3,5/5

Die peruanische Death-Metal-Band EVIL DAMN meldet sich mit „Eons of Horror“ zurück, fünf Jahre nach ihrem letzten Werk. Peru ist nicht unbedingt das erste Land, das man mit extremem Metal assoziiert, doch die Szene dort ist lebendig und aktiv. Mit dieser Veröffentlichung versuchen die inzwischen als Veteranen geltenden EVIL DAMN, ihre Position als einer der prägenden Namen des lokalen Undergrounds weiter zu festigen.

Unheilvolle Melodien und brutaler Auftakt

Summende, unheilvolle und verstörende Klänge eröffnen die neue EP. Der Titeltrack „Eons Of Horror“ beginnt überraschend melodisch, getragen von einem langen Leadgitarren-Solo, das nach und nach von den übrigen Instrumenten ergänzt wird: harte Riffs, hektisches Schlagzeugspiel und infernale Growls setzen ein. Die anfängliche Melodik wird bald zurückgedrängt, der Sound verdichtet sich zu drückendem Death Metal. Verzweifelte Schreie, ein solides Rhythmusfundament und eine Leadgitarre, die zwischen Black-Metal-inspirierten Tremolo-Passagen und leicht heavy-metal-lastigen Solos wechselt. Der Song verbindet melodische Momente mit massiver Aggression, wobei die gequälten Vocals das entscheidende Element darstellen. Trotz der Härte bleibt ein melodischer Eindruck zurück – ein gelungener Opener.

EVIL DAMN stammen aus Lima und wurden 2003 gegründet. Sie zählen zu den beständigen Größen der lokalen Underground-Szene. Von Beginn an dabei sind Bassist Mario Romanet sowie die Gitarristen Nimer „Zemog“ Gómez und Pepo „Ordep“ Trillo. Ein Jahr nach der Gründung stieß Sänger Erick Neyra Morocho hinzu, während Diego Porturas seit 2018 das Schlagzeug übernimmt.

Deutlich aggressiver und stärker im Old-School-Death-Metal verankert präsentiert sich „God Of Chaos“. Der Name ist Programm: chaotische Aggression, wuchtige Riffs, unnachgiebiges Drumming und wütende Vocals dominieren den Song. Melodische Elemente sind hier kaum vorhanden, stattdessen setzt die Band auf rohe Gewalt. Die Leadgitarre ist auch hier präsent, jedoch scharf, dissonant und technisch. Besonders die Vocals stechen hervor und machen den Track zu einer eindringlichen Demonstration klassischen Death Metals.

Mit „Summon Thy Presence“ setzt sich der massive Sound fort, diesmal jedoch strukturierter und rhythmisch präziser. Die Riffs wirken einprägsamer, das Schlagzeug treibt mit Nachdruck voran. Die Vocals sind voller Zorn und variieren gekonnt zwischen Growls, Screams und gesprochenen Passagen. Auch hier taucht ein melodisches Solo auf, doch erneut sind es die vielseitigen Gesangsleistungen, die den Song prägen und ihm seine Durchschlagskraft verleihen.

Weniger melodisch, direkter und mit einer düsteren, höllischen Atmosphäre ausgestattet ist „Evil Dwells Out There“. Das Schlagzeug hält den massiven Puls konstant, während die Leadgitarre teils eigenständig agiert und sich vom restlichen Bandgefüge absetzt. Das Resultat ist ein dynamischer, stellenweise disharmonischer Track, der jedoch nicht ganz das Niveau der vorherigen Songs erreicht.

Old-School-Aggression und vokale Dominanz

Die Produktion bewegt sich im soliden Mittelfeld: weder zu roh noch zu glatt, funktional und dem Material angepasst. Eine leichte Betonung der Leadgitarre steht nicht immer im besten Verhältnis zum restlichen Sound, ebenso rücken die Drums in vielen Passagen stark in den Vordergrund. Gleichzeitig sorgt dies für Dynamik und Druck. Insgesamt handelt es sich um eine ausgewogene, ordentliche Death-Metal-Produktion ohne größere Schwächen.

Der Abschlusstrack „Guerreros De Satan“ beginnt mit Anleihen aus dem Heavy Metal, bevor der Death-Metal-Charakter rasch die Oberhand gewinnt. Doomige, langsame Passagen mit erdrückenden Riffs treffen auf thrashige Elemente und ein ungewöhnliches Solo. Der Song ist kurz, stilistisch vielfältig und mit einem eingängigen Refrain versehen, wirkt jedoch etwas überladen, da viele Ideen auf engem Raum untergebracht werden.

Kurze Spielzeit, hohe Intensität

Kurz, aggressiv und wirkungsvoll zeigt „Eons of Horror“ eine Band, die weiterhin experimentiert und unterschiedliche Einflüsse integriert. Der rote Faden bleibt jedoch stets die Brutalität, die rohe Energie und die morbide Atmosphäre. Besonders die variantenreichen Vocals überzeugen über die gesamte EP hinweg und tragen maßgeblich zur Stimmung bei.

Vom melodischen Einstieg über wuchtige Death-Metal-Attacken bis hin zu einem thrashig angehauchten Finale demonstrieren EVIL DAMN auf „Eons of Horror“ solides musikalisches Können, technische Fertigkeiten und eine spürbare Wut. Ein Werk, das jedem Death-Metal-Fan mehrere Durchläufe wert sein dürfte.

Fazit: EVIL DAMN liefern mit „Eons of Horror“ eine kurze, aber intensive EP, die durch Aggression, Atmosphäre und starke Vocals überzeugt.

Internet

EVIL DAMN - Eons of Horror

Related Articles

- Advertisement -spot_img

Latest Articles