Tracklist
01. Colossal March
02. Soulless Legions
03. In Truth Divided
04. Summoning The Shadows
05. Chasing Utopia
06. Through Darkest Fires
07. Wraiths Of Memories
08. One With My Demons
09. Interlude
10. Venomous Crown
11. Too Blind To Speak
12. Beyond Infinity
13. Echo Chambers
Besetzung
Sebastian Braun – rhythm guitars & backing vocals
Thomas Böxler – drums
Ronny Schultes – vocals
Dirk Aigner – lead guitar
Zwischen Melodie und Härte
FROM ASHES REBORN bewegen sich im Spannungsfeld von Melodie und Wucht. Die Band setzt auf klassischen Melodic-Death-Metal, der seine Wurzeln klar in der skandinavischen Schule hat, dabei aber genug Eigenständigkeit entwickelt, um nicht wie eine bloße Kopie zu wirken. Die aktuelle Besetzung besteht aus Ronny Schultes am Mikrofon, Dirk Aigner an der Leadgitarre, Sebastian Braun an Rhythmusgitarre und Backing Vocals sowie Thomas Böxler am Schlagzeug.
Mit ihrem Album »Chasing Utopia« legt das Quartett eine Veröffentlichung vor, die sowohl auf Atmosphäre als auch auf Druck setzt. Dreizehn Tracks, eine gute Stunde Spielzeit und eine Produktion, die den Spagat zwischen Klarheit und Rohheit versucht.
Atmosphärischer Auftakt
Der Einstieg gelingt über das kurze Intro »Colossal March«, das mit orchestralen Elementen arbeitet. Die knappe Minute wirkt wie ein Toröffner für das eigentliche Album. Der Übergang zu »Soulless Legions« funktioniert reibungslos. Hier zeigt sich sofort das Grundkonzept der Platte. Schnelle Gitarrenriffs, melodische Leads und ein treibendes Schlagzeugfundament.
Ronny Schultes setzt auf ein raues, tiefes Growling, das gut zum Klangbild passt. Die Stimme bleibt verständlich genug, ohne ihre Aggressivität zu verlieren. Gerade in den Refrains wird deutlich, wie stark die Band auf melodische Gitarrenlinien setzt.
»In Truth Divided« hält das Tempo hoch und bringt zusätzliche Harmonien ins Spiel. Die Leadgitarre von Dirk Aigner liefert hier einige der ersten starken Momente des Albums. Die Soli bleiben songdienlich und verlieren sich nicht in technischer Selbstverliebtheit.
Der Kern des Albums
Mit »Summoning The Shadows« wird die Atmosphäre dunkler. Der Song arbeitet stärker mit Dynamik und längeren Spannungsbögen. Das Schlagzeug von Thomas Böxler sorgt dabei für einen konstanten Druck, ohne die melodischen Elemente zu überrollen.
Der Titeltrack »Chasing Utopia« gehört klar zu den Highlights. Hier verbinden FROM ASHES REBORN ihr Gespür für epische Melodien mit einer massiven Rhythmuswand. Besonders im Mittelteil entfaltet sich eine dichte Stimmung, die den Song weit über reines Genrehandwerk hinaushebt.
Auch »Through Darkest Fires« knüpft an diese Qualität an. Die Gitarrenarbeit steht klar im Vordergrund. Sebastian Braun sorgt mit seinen Rhythmusparts für Stabilität, während die Leads darüber schweben. Das Ergebnis wirkt druckvoll, aber nicht überladen.
Zwischen Melancholie und Aggression
Ein besonders intensiver Moment ist »Wraiths Of Memories«. Der Track gehört zu den längsten des Albums und nutzt diese Zeit für einen langsameren Aufbau. Die Band spielt hier stärker mit melancholischen Melodien, was dem Song eine fast nachdenkliche Stimmung verleiht.
Direkt danach folgt »One With My Demons«, dass wieder deutlich aggressiver ausfällt. Schnelle Riffs und ein treibendes Tempo dominieren das Bild. Gerade live dürfte dieser Song gut funktionieren.
Das kurze »Interlude« dient als Verschnaufpause. Die knapp fünfzig Sekunden wirken wie ein atmosphärischer Übergang zum letzten Drittel des Albums.
Starker Endspurt
Mit »Venomous Crown« zieht die Band das Tempo wieder an. Der Song kombiniert klassische Melodic-Death-Metal Strukturen mit einem eingängigen Refrain. Die Gitarrenharmonien bleiben im Ohr und geben dem Track eine klare Identität.
»Too Blind To Speak« zeigt eine andere Seite der Band. Der Song ist länger angelegt und baut stärker auf Atmosphäre. Besonders die Gitarrenmelodien tragen hier den gesamten Track. Das Ergebnis wirkt fast episch.
Auch »Beyond Infinity« setzt auf große Spannungsbögen. Das Schlagzeug arbeitet mit vielen Variationen und sorgt dafür, dass der Song nie statisch wirkt.
Zum Abschluss steht »Echo Chambers«, ein Song, der noch einmal alle Elemente der Platte zusammenführt. Melodie, Härte und ein leicht melancholischer Unterton bilden ein rundes Finale. Gerade die Gitarrenarbeit im letzten Drittel hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Produktion und Gesamtbild
Klanglich bewegt sich »Chasing Utopia« auf einem soliden Niveau. Die Gitarren sind präsent und klar, das Schlagzeug druckvoll, ohne künstlich zu wirken. Der Gesang sitzt gut im Mix und bleibt auch in dichteren Passagen verständlich.
Besonders gelungen ist die Balance zwischen Melodie und Härte. Viele Bands im Genre verlieren sich entweder in zu viel Aggression oder gleiten zu stark in melodische Gefilde ab. FROM ASHES REBORN finden hier meist den richtigen Mittelweg.
Natürlich bewegt sich die Band stilistisch innerhalb bekannter Grenzen des Melodic-Death-Metal. Wer nach radikalen Experimenten sucht, wird sie hier kaum finden. Stattdessen setzt das Album auf solides Songwriting, starke Gitarrenarbeit und eine klare Atmosphäre.
»Chasing Utopia« ist ein überzeugendes Album, das zeigt, dass FROM ASHES REBORN ihr Handwerk beherrschen. Die Songs sind abwechslungsreich genug, um über die gesamte Spielzeit zu tragen, und gleichzeitig fokussiert genug, um eine klare Linie zu behalten.
Vor allem die Gitarrenmelodien und der atmosphärische Aufbau vieler Tracks bleiben hängen. Einige Songs hätten noch etwas mutiger sein dürfen, doch insgesamt liefert die Band eine starke Platte ab. Ein Album für Fans von melodischem Death Metal, mit Sinn für düstere Stimmung und eingängige Gitarrenlinien.
Fazit: »Chasing Utopia« von FROM ASHES REBORN ist ein starkes Album, das die Erwartungen erfüllt und zugleich neue Wege im Melodic-Death-Metal aufzeigt.






