Tracklist
01. Fallen
02. Nothing to Say
03. Beyond Recognition
04. Those Words
05. The Tower
06. Selling My Soul
07. Call for Heaven
08. Angel of Berlin
09. With the End Comes Silence
10. The Curtain Falls
11. Endlessly
Besetzung
Diego Valdez – Vocals
Goran Panić – Guitar
Heiko Spaarmann – Bass
Michael Kolar – Drums
Progressive-Power-Metal aus einer neuen Perspektive
ASSIGNMENT kommen aus einer Ecke des Progressive-Power-Metal, die sowohl technische Finesse als auch emotionale Dichte verbindet. Die Band präsentiert auf »With The End Comes Silence« ihr bisher umfangreichstes Material. Diego Valdez übernimmt den Gesang, Goran Panić ist an der Gitarre, Heiko Spaarmann am Bass und Michael Kolar am Schlagzeug. Gemeinsam liefern sie elf Tracks ab, die sowohl die Härte als auch die melodische Weite ihres Genres ausloten.
Das Album wurde von Simone Mularoni, bekannt durch DGM, im Domination Studio gemischt und gemastert. Das Ergebnis ist ein klarer Sound mit Dynamik und cineastischer Tiefe, der der Komplexität der Songs Raum gibt, ohne die Eingängigkeit zu verlieren.
Starker Einstand
Die Eröffnung mit »Fallen« zeigt gleich, worauf sich Hörer einstellen können: kraftvolle Riffs treffen auf ein Gesangsspiel, das zwischen Aggression und Gefühl pendelt. Schon hier merkt man die Balance zwischen technischer Präzision und atmosphärischer Breite. Die rhythmischen Variationen von Michael Kolar am Schlagzeug treiben das Stück voran, während Heiko Spaarmanns Bass den nötigen Druck liefert, um die Gitarrenläufe von Goran Panić zu tragen.
Nichts bleibt unausgesprochen
»Nothing to Say« baut auf einem treibenden, fast stakkatoartigen Grundriff auf. Diego Valdez‘ Stimme vermittelt sowohl Trotz als auch Melancholie, und die melodischen Hooks im Refrain sorgen dafür, dass sich die Nummer im Gedächtnis festsetzt. Die Band versteht es, Spannung aufzubauen, ohne sich in überladenen Soli zu verlieren. In »Beyond Recognition« werden dann komplexere Arrangements erkennbar. Die Songstruktur wechselt zwischen ruhigen, fast epischen Passagen und kraftvollen Ausbrüchen. Diese Dynamik zeigt, dass ASSIGNMENT nicht nur spieltechnisch, sondern auch als Komponisten ernst zu nehmen sind.
Textliche und melodische Vielfalt
»Those Words« und »The Tower« zeigen die Band von einer introspektiven Seite. Während »Those Words« mit emotional aufgeladenen Vocals punktet, die in den Strophen fast fragil wirken, hält »The Tower« die Spannung mit progressiven Breaks und einem treibenden Mittelteil hoch. Hier kommt die cineastische Tiefe besonders zum Tragen, man hat das Gefühl, dass jeder Song eine kleine Geschichte erzählt.
»Selling My Soul« ist ein Highlight, das sowohl melodische Schwere als auch rhythmische Komplexität miteinander verbindet. Die Gitarrenarbeit von Panić ist hier besonders markant: technisch anspruchsvoll, aber immer auf das Gesamtbild ausgerichtet. Valdez schafft es, den dramatischen Unterton der Lyrics glaubwürdig zu transportieren.
Hymnen und epische Momente
Mit »Call for Heaven« und »Angel of Berlin« steigt das Album noch einmal in höhere melodische Regionen. Die Arrangements wirken offen, fast orchestriert, ohne überladen zu sein. Gerade »Angel of Berlin« hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Epische Refrains, vielschichtige Gitarrenarbeit und ein Schlagzeugspiel, das die Songs antreibt, ohne die Melodien zu erdrücken.
Der Titelsong »With The End Comes Silence« bündelt die Stärken des Albums. Atmosphärisch, dicht und zugleich kraftvoll, schafft es der Track, das progressive Potenzial der Band zu zeigen. Hier vereinen sich alle Elemente: ein treibender Bass, melodisch differenzierte Gitarren, ausdrucksstarker Gesang und präzises Schlagzeugspiel.
Finale Akzente
»The Curtain Falls« und »Endlessly« runden das Album ab. »The Curtain Falls« wirkt wie ein Nachspiel, das die Spannung der vorherigen Tracks reflektiert, während »Endlessly« mit seinem getragenen Aufbau und den harmonischen Leadgitarren den Hörer in eine fast meditative Atmosphäre entlässt. Es ist ein Abschluss, der den Eindruck hinterlässt, dass ASSIGNMENT ein Stück weit über das reine Genre hinausdenken.
»With The End Comes Silence« ist ein Album, das sowohl Fans des Progressive-Power-Metal als auch Hörer, die komplexe Arrangements und atmosphärische Tiefe schätzen, überzeugen kann. Simone Mularonis Mixing und Mastering geben den Songs den nötigen Raum, um ihre Details zu entfalten, ohne die Intensität zu verlieren. Technisch versiert, melodisch dicht und emotional dicht aufgeladen, zeigt ASSIGNMENT, dass sie ihr bisheriges Material konsequent weiterentwickelt haben.
Die Wertung von 4 von 5 Punkten spiegelt wider, dass das Album sowohl Stärken als auch kleinere Abzüge hat. Hier und da könnten die Songs noch mehr Eingängigkeit vertragen, aber das Niveau ist insgesamt hoch. Wer sich auf die Mischung aus progressiver Komplexität und epischer Power einlässt, bekommt ein Album, das lange im Ohr bleibt.
Fazit: ASSIGNMENT beweisen mit »With The End Comes Silence« erneut, dass sie im Progressive-Power-Metal keine Grenzen kennen.

